Vier Menschen sterben bei Unfällen in NRW

Lüdinghausen, Gelsenkirchen, Hagen

Vier Tote hat es am Donnerstagabend bei Unfällen auf den Straßen in NRW gegeben. Auf einer Landstraße in Lüdinghausen prallte ein Auto so schnell gegen einen Baum, dass ein 17- und ein 18-Jähriger noch vor Ort starben. Auf der A42 bei Gelsenkirchen kam eine 21-Jährige ums Leben, auf der A1 bei Hagen ein 26-Jähriger.

NRW

, 03.02.2017, 10:24 Uhr / Lesedauer: 2 min
Vier Menschen sterben bei Unfällen in NRW

Die beiden jungen Männer, die in Lüdinghausen diesem Opel saßen, hatten keine Überlebenschance.

Lüdinghausen: Junge Männer hatten "keine Überlebenschance"

„Unangemessen hohes Tempo“ ist nach Auskunft der Polizei die Ursache für einen tragischen Verkehrsunfall mit zwei Toten am Donnerstagabend in Lüdinghausen. Der 18-jährige Fahrer und sein 17-jähriger Beifahrer waren 21.09 Uhr auf dem Erdrostenweg unweit der Burg Vischering unterwegs - und das offenbar so schnell, dass sie bei dem seitlichen Anpralls des Fahrzeugs gegen einen Baum „keine Überlebenschance“ hatten, so das Ergebnis der Spurenauswertung. Der Fahrer verstarb direkt, der Beifahrer aus Lüdinghausen wurde an der Unfallstelle noch reanimiert, erlag jedoch auch noch vor Ort seinen Verletzungen.

Die Wucht des Aufpralls war so groß, dass der Motor aus seiner Verankerung an der Karosserie gerissen war und sich in Höhe des Kofferraums befand. Bei ihrem Eintreffen bot sich den Einsatzkräften ein Bild des Schreckens. Notfallseelsorger und Opferbetreuer hatten sich um Angehörige der Verstorbenen und auch um die Rettungskräfte zu kümmern. „Bei dem Fahrzeug handelte es sich um einen Opel Vectra älteren Jahrgangs“, so der Polizeisprecher auf Anfrage unserer Redaktion. Er erklärte zudem, dass auf der Straße wieder Tempo 100 zulässig ist.

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Zwei Männer sterben bei Unfall in Lüdinghausen

Ein 17- und ein 18-Jähriger sind bei einem Unfall in Lüdinghausen gestorben. Sie kamen auf dem Erbdrostenweg von der Straße Richtung Berenbrock ab und fuhren frontal gegen einen Baum. Hilfe kam zu spät.
03.02.2017
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Regelrecht um den Baum gewickelt - die Wucht des Aufpralls hatte das Auto komplett zerstört.© Foto: Andre Braune
Wie passierte der Unfall? Wie lässt sich das Auto abtransportieren? Die Feuerwehr Lüdinghausen im Einsatz.© Foto: Andre Braune
Wie passierte der Unfall? Wie lässt sich das Auto abtransportieren? Die Feuerwehr Lüdinghausen im Einsatz.© Foto: Andre Braune
Den Motorraum hatte der Aufprall komplett zerlegt.© Foto: Andre Braune
Die beiden jungen Männer, die in Lüdinghausen diesem Opel saßen, hatten keine Überlebenschance.© Foto: Andre Braune
Woher kam das Auto? Das rekonstruierte die Polizei mit diesen Strichen.© Foto: Andre Braune
Ein ungewöhnlich heftiger Einsatz war es für Feuerwehr und Polizei. Deshalb waren auch Notfallseelsorger vor Ort.© Foto: Andre Braune
Notfallseelsorger standen direkt am Unfallort bereit.© Foto: Andre Braune
Die beiden jungen Männer, die in diesem Auto saßen, starben noch am Unfallort.© Foto: Andre Braune
Das Unfallauto musste vorsichtig per Kran geborgen werden.© Foto: Andre Braune
Das Unfallauto musste vorsichtig per Kran geborgen werden.© Foto: Andre Braune
Das Unfallauto musste vorsichtig per Kran geborgen werden.© Foto: Andre Braune
Die Unfallstelle am Morgen danach© Foto Thomas Aschwer
Die Unfallstelle am Morgen danach© Foto Thomas Aschwer
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Vor geraumer Zeit war die Straße saniert worden. Zuletzt war aus Sicht des Straßenbaulastträgers die Anfangsglätte nicht mehr gegeben, sodass hier keine Vorgabe mehr zur Geschwindigkeitsreduzierung gab. Allerdings warnen aktuell Schilder vor Rollsplitt und vor einer unbefestigten Bankette. Nach Einschätzung der Polizei ist davon auszugehen, dass der 18-jährige Fahrer direkt hinter dem Ortsausgangsschild stark beschleunigt hat, denn die Unfallstelle befindet sich am Ende einer leichten Linkskurve nur rund 300 Meter dahinter.

Aktuell geht die Polizei davon aus, dass es sich um einen Alleinunfall handelt. Sollte es keinen Hinweis auf weitere Unfallbeteiligte geben, werde das Verfahren eingestellt. „Die Staatsanwaltschaft ermittelt nicht gegen einen Toten“, so die Polizeipressestelle. Denn aus rechtlicher Sicht sei es eine fahrlässige Tötung (des Beifahrers; die Red.). Auch die Rechtsmedizin werde nicht mehr eingeschaltet.

Gelsenkirchen: Beifahrerin geriet unter LKW und starb

Auf der A42 bei Gelsenkirchen gab es ein weiteres Todesopfer. Bei einem Zusammenprall mit einem Lastwagen kam eine 21-Jährige ums Leben, ihr 24 Jahre alter Autofahrer wurde schwer verletzt. Nach einem Überholmanöver war der Mann zurück auf die rechte Spur gefahren und dort mit seinem Wagen unter das Heck des Sattelaufliegers geraten, wie die Polizei am Freitag mitteilte.

Das stark zerquetschte Auto musste am Donnerstagabend von Rettungskräften unter dem Lastwagen hervorgezogen werden. Der 24-Jährige wurde in ein Krankenhaus gebracht, seine 21 Jahre alte Beifahrerin starb noch am Unfallort. Für die Bergungsarbeiten wurde die Autobahn in Richtung Dortmund zwischen den Anschlussstellen Schalke und Bismarck für fast vier Stunden voll gesperrt. Erst in der Nacht gegen 1 Uhr konnte die Strecke wieder freigegeben werden.

Hagen: Motorradfahrer erliegt Verletzungen

Und auch bei Hagen forderte die Fahrt über eine Autobahn am Donnerstagabend ein Todesopfer. Ein 26-Jähriger Motorradfahrer aus Wetter starb nach einem Überholmanöver noch an der Unfallstelle. Ersten Zeugenangaben zufolge überholte er etwa zwischen den Anschlussstellen Volmarstein und Hagen-West links einen auf der linken Fahrspur befindlichen Pkw. Als er anschließend wieder beschleunigte, geriet er ins Schlingern und verlor die Kontrolle über das Zweirad. Der Mann stürzte und wurde von seinem Motorrad geschleudert.

Auch die A1 in Richtung Bremen musste komplett gesperrt werden. Nach circa einer Stunde konnte der Verkehr dort wieder fließen.

mit Material von dpa

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