Vorbereitung für Corona-Fälle: Für den Rettungsdienst ist derzeit nichts Ungewöhnliches

Corona-Pandemie

Mundschutz, Handschuhe, Plexiglasscheiben: Sicherheit geht in Coronavirus-geprägten Tagen vor, Abstand ist nötig. Wie geht das für Feuerwehr und Rettungsdienst in Selm?

Selm

, 25.03.2020, 14:10 Uhr / Lesedauer: 2 min
In Zeiten von Corona tragen Einsatzkräfte Schutzkleidung und desinfizieren akribisch. Hier zu sehen ist eine Demonstration der Vorgehensweise in Köln.

In Zeiten von Corona tragen Einsatzkräfte Schutzkleidung und desinfizieren akribisch. Hier zu sehen ist eine Demonstration der Vorgehensweise in Köln. © picture alliance/dpa

Autounfall, Notfall zu Hause, Herzinfarkt in der Arztpraxis: Für die Mitarbeiter des Rettungsdienstes geht der Arbeitsalltag auch in Coronazeiten weiter. Wer die 112 wählt und Hilfe von Notarzt und Sanitätern braucht, kann sicher sein, dass die kommen. Doch wie schützen sich die Mitarbeiter des Rettungsdienstes vor dem Virus? Und hat sich für sie etwas verändert?

Tagesgeschäft im Rettungsdienst

„Für den Rettungsdienst ändert sich primär nichts“, teilt auf Anfrage die Pressestelle der Stadt Lünen mit, die auch für den in Selm tätigen Rettungsdienst

zuständig ist. „Der Umgang mit ansteckenden Patienten gehört zum Tagesgeschäft im Rettungsdienst“, heißt es weiter.

Deshalb seien die Notfall- und Rettungssanitäter von DRK und Feuerwehr gut ausgebildet - „und entsprechend sensibilisiert im Umgang mit Infektionsschutzmaßnahmen“.

Eine scheinbare Kleinigkeit ist in Corona-Zeiten aber doch anders: Der Selbstschutz wird strenger gehandhabt. „Ergänzend zu der grundsätzlich zu tragenden persönlichen Schutzausrüstung, tragen alle eingesetzten Kräfte im Rettungsdienst bei jedem Einsatz eine Schutzmaske (Typ FFP3)“, heißt es weiter.

Zur persönlichen Schutzkleidung gehören neben Hose, Jacke, Stiefeln und Schutzmaske auch Schutzkittel, Schutzbrille und Handschuhe.

Ist den Rettungskräften klar, dass es um einen mit Corona infizierten Patienten geht, wird all das getragen. Muss der Patient transportiert werden, bekäme auch dieser einen Mund-Nasen-Schutz, um eine Ausbreitung zu verhindern, erklärt die Lünener Pressestelle.

Auch Feuerwehrleute schützen sich gegen Corona

Kommt es zu gemeinsamen Einsätzen von Rettungsdienst und Feuerwehr, trägt auch die Feuerwehr die erweiterte Schutzkleidung - analog zum Rettungsdienst. „Wir haben Schutzkittel und Einweg-Overalls“, erklärt Selms Feuerwehrchef Thomas Isermann. „Aber die tragen wir nur, wenn es um Tragehilfen bei Corona-Patienten geht. Sonst hätten wir gar nicht so viele von diesen Overalls, wie wir benötigen würden“, sagt Isermann. Bislang stehen diese Maßnahmen aber nur auf dem Papier. In Selm habe es noch keinen Fall gegeben, wo sich die Feuerwehrleute so selbst schützen mussten, weiß Isermann.

Vernunft der Bürger ist gefragt

Doch Feuerwehr und Rettungsdienst hoffen auf die Vernunft der Bürger und dass diese anzeigen, dass es sich um Quarantäne-Patienten oder positiv Getestete handele. Dennoch muss sich der Rettungsdienst organisatorisch darauf vorbereiten, dass Personal ausfällt. „Im Dienstplan werden ausreichend Ressourcen gebildet, um Personalengpässe schnellstmöglich zu kompensieren. Außerdem ist eine Notfalldienstplanung vorhanden und kann bei Bedarf kurzfristig etabliert werden“, so die Pressestelle.

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