Wahl zum Ruhrparlament: 6 Prozent der Selmerinnen und Selmer für AfD

rnKommunalwahlen in Selm

Wer zieht ins Ruhrparlament ein? Auch die Selmerinnen und Selmer durften darüber erstmals entscheiden. Dabei offenbarten sie Sympathie für rechtsaußen.

Selm

, 14.09.2020, 22:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für die Wahl zum Selmer Stadtrat ist die AfD nicht angetreten - anders als in Lünen, Schwerte und Kamen. Für die Kreistagswahl schickten die Rechtsaußen nur Direktkandidaten ins Rennen, nachdem der eigene Bezirksvorstand die Reserveliste kassiert hatte, weil sie zu rechtslastig sei. Gelegenheit, ihr Kreuzchen für die rechtspopulistische Partei zu machen, hatten die Selmerinnen und Selmer trotzdem: bei der Wahl zum Ruhrparlament.

4,1 Millionen Menschen aus dem Ruhrgebiet - darunter auch die des Kreises Unna - waren am Sonntag aufgerufen, erstmals direkt dieses eher unbekanntes Gremium zu wählen, das durchaus wichtige Entscheidungen für die Region trifft: wo etwa Gewerbeflächen geplant werden und wer im Ruhrgebiet investieren könnte. 91 Vertreter galt es, in die Verbandsversammlung des Regionalverbandes Ruhr zu schicken.

In der Vergangenheit bestimmten das die Stadträte und Kreistage.

Auf die Ergebnisse hatte am Wahlabend niemand mehr gewartet. Das hätte auch lange gedauert. Erst nach 2 Uhr am Montagmorgen waren alle Stimmen ausgezählt. Die Selmerinnen und Selmer haben so ähnlich abgestimmt wie bei der Stadtratswahl - mit einem entscheidenden Unterschied:

SPD und CDU liegen wieder gleichauf in Selm

CDU und SPD liegen gleichauf, die Grünen schneiden mit 16 Prozent besser ab als im Rat. Anders als bei der Ratswahl stand die Familienpartei nicht zur Wahl. Dafür unter anderem die Tierschutzpartei (2,75 Prozent in Selm). Und die AfD.

6,03 Prozent der Selmer Wählerschaft wählte AfD. Damit gehört Selm nach Lünen, Bergkamen und Bönen zu den Städten im Kreis mit dem größten Stimmenanteil. Ruhrgebietsweit kam die AfD auf 7,1 Prozent der Stimmen und wird mit sieben Mitgliedern ins Ruhrparlament einziehen.

Damit bildet die AfD die viertstärkste Gruppe. 29 Sitze im Ruhrparlament hat die SPD, 27 Sitze die CDU und 20 Sitze haben die Grünen. Die Linke und die FDP haben jeweils vier Sitze. Anders als im Stadtrat gibt es eine Sperrklausel: 2,5 Prozent. Die muss überwunden werden, um zumindest einen Sitz zu bekommen.

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