Walter-Gerhard-Haus in Bork: Abriss ist fast schon greifbar

Evangelische Kirchengemeinde

Wer von der Waltroper Straße in Bork in Richtung evangelische Trinitatis-Kirche guckt, sieht Veränderungen. Allein schon durch einen neuen Holzanbau. Aber es wird sich bald noch mehr tun.

Bork

, 26.05.2020, 14:15 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das Walter-Gerhard-Haus soll Ende Juni/Anfang Juli abgerissen werden.

Das Walter-Gerhard-Haus soll Ende Juni/Anfang Juli abgerissen werden. © Arndt Brede

Die Esra Wohnbau GmbH wird eine 21-Wohneinheiten-Anlage dort errichten, wo jetzt noch das leere Walter-Gerhard-Haus steht. „Wir haben den Bauantrag eingereicht“, sagt Chef Georg Eskes. Der Abriss des Walter-Gerhard-Hauses sei für EndeJuni/Anfang Juli anvisiert. Wenn dann die Baugenehmigung zeitnah vorliege, könne es im September mit dem Bau der Eigentumswohnungen losgehen, berichtet Eskes.

Zielzeitraum für den Bezug der Wohnungen sei das Frühjahr 2022. Interessenten gebe es bereits.

Die Natur hat sich ihren Platz am leer stehenden Walter-Gerhard-Haus erobert.

Die Natur hat sich ihren Platz am leer stehenden Walter-Gerhard-Haus erobert. © Arndt Brede

Durch den Bau der Wohnungen wird sich atmosphärisch einiges auf dem Gelände der evangelischen Kirchengemeinde in Bork ändern. Doch die Veränderungen haben auch andere Auswirkungen. Die Entscheidung getroffen zu haben, sich vom Walter-Gerhard-Haus zu trennen, sei gerade jetzt wegen der Veränderungen, die es durch das Coronavirus gebe, wichtig, sagt die evangelische Pfarrerin Antje Wischmeyer. „Das betrifft ja auch die Arbeitsplätze vieler Menschen. Schon jetzt gibt es Prognosen, dass das zu einem großen Kirchensteuereinbruch führen wird.“

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Die Kirchengemeinde werde dann weniger Geld haben. Ein großes Gebäude wie das Walter-Gerhard-Haus koste viel an Unterhaltung. Es sei klar gewesen, dass hohe Investitionskosten wegen des Anbaus und der Kirchenrenovierung auf die Kirchengemeinde zukommen würde. Geld, das die Gemeinde angespart habe.

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Allein der Kostenrahmen für den Anbau liege bei weit über 400.000 Euro. „Schon fast an 500.000 Euro“, sagt die Pfarrerin. Was die Kirchenrenovierung kosten werde, sei noch nicht klar. Aber über 100.000 Euro werden es laut der Pfarrerin wohl auch noch mal werden.

Erbpachterlöse dienen dem Unterhalt der Kirche

Dem stehen Erbpachterlöse entgegen, die vom Investor des Bauprojektes kommen, das dort geplant ist, wo jetzt noch das Walter-Gerhard-Haus steht. „Das sind regelmäßige Einnahmen, die auf Dauer den Unterhalt der Kirche und des Anbaus finanzieren können“, erklärt Pfarrerin Wischmeyer.

Das ehemalige Pfarrhaus wird abgerissen. Dort könnte ein Wohnprojekt für körperlich behinderte Menschen entstehen.

Das ehemalige Pfarrhaus wird abgerissen. Dort könnte ein Wohnprojekt für körperlich behinderte Menschen entstehen. © Arndt Brede

Wenn das Walter-Gerhard-Haus abgerissen wird, fällt übrigens auch das leer stehende Pfarrhaus. Wo jetzt noch das Pfarrhaus steht, sei ein Wohnprojekt für körperlich behinderte Menschen geplant, sagt Georg Eskes. „Es könnte eine Wohngemeinschaft sein, wo sich die Bewohner untereinander aufgrund ihrer körperlichen Einschränkungen unterstützen können und einen ambulanten Pflegedienst hinzuziehen.“ Eine solche Art Wohngruppe gebe es im Kreis Unna bisher nicht. Wann das Projekt realisiert werden könne, sei im Moment noch nicht zu definieren. „Wir möchten nach den Sommerferien die Entwürfe so weit fertig haben, dass wir mit Trägern sprechen und verhandeln können.“

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