Die wirksamste Art, Einbrecher von ihrem Tun abzuhalten, ist das Zuhause zu sichern. Die Polizei berät gern, wie das am besten geht. © dpa
Einbrüche

Warnung vor Gaunerzinken in Selm: Was steckt dahinter?

Die Angst vor Einbrüchen ist groß. Jetzt, zu Beginn der dunklen Jahreszeit, steigt sie nochmals. Für Selm wird in sozialen Netzwerken auch vor Gaunerzinken gewarnt wird. Ganz ohne Grund?

Mit dem Herbst kommt bei vielen die Angst hoch. Angst, dass sich Verbrecher zugang zu den eigenen vier Räumen verschaffen könnten. Dass Wertsachen und damit verbundene Erinnerungen für immer verloren gehen. Dass Unbefugte auf der Suche danach ins Privateste vorgedrungen sind. Ängste, die nachvollziehbar sind.

Doch die Kriminalitätsstatistik wies zuletzt einen deutlichen Rückgang von Einbrüchen auf, das Präventionskonzept der Polizei und die Maßnahmen, die Bürger zu ihrem Schutz ergreifen können, scheinen zu wirken. In den vergangenen zwei Wochen, so erklärt die Pressestelle der Kreispolizeibehörde Unna, habe es in Selm nicht einen einzigen Einbruch oder Einbruchsversuch gegeben.

Im Netz kursieren Infos zu Gaunerzeichen

Umso erstaunlicher ist es daher, dass in den sozialen Netzwerken für Selm, vor allem auf Facebook und über weitergeleitete Whats-App-Nachrichten, Warnungen vor sogenannten Gaunerzinken verschickt werden. Damit sollen Einbrecher ihre Komplizen oder andere Täter darauf aufmerksam machen, wo etwas zu holen sei oder wo auch nicht, wo den Tätern Gefahr drohe, erwischt zu werden oder wo Alleinlebende wohnen. In Selm, so heißt es in den Nachrichten, würde es derzeit viele solcher Zeichnungen geben.

Warnungen wie diese kursieren derzeit in Whats-App-Status-Nachrichten oder anderen sozialen Medien. Sie entbehren aber wohl jeglicher Grundlage. © Screenshot © Screenshot

„Uns ist das nicht bekannt“, erklärt Vera Howanietz, Sprecherin der Kreispolizeibehörde Unna, „und auch unserem Bezirksdienst ist nichts dergleichen bekannt.“ Tatsächlich zweifelt die Polizei im Kreis Unna auch an, ob solche Gaunerzinken tatsächlich noch genutzt werden. „Dass sich Täter noch dieser mittelalterlichen Form bedienen, passt eigentlich nicht zur Struktur der heutzutage tätigen Banden“, sagt die Polizeihauptkommissarin.

Vermeintliche Signale sind oft nur Schmiereien

Ihr sei aus den vergangenen Jahren kein Fall bekannt, wo eine Tat mit einem Gaunerzinken einherging. Und ob Markierungen Gaunerzinken oder einfach nur Schmierereien wären, ließe sich auch nicht immer erkennen. Nichtsdestotrotz könne es nicht schaden, sagt Howanitz, Haus und Grundstück immer mal wieder nach ungewöhnlichen Kreidemarkierungen abzusuchen und diese dann einfach Wegzuwischen. „Wenn die Striche weg sind, kann damit niemand mehr irgendwem etwas übermitteln.“

Wer jedoch Angst hat, dass Einbrecher bei ihm einsteigen könnten, kann sich bei der Polizei kostenlos Präventionshinweise holen. Die technische Beratung informiert auch vor Ort, was konkret getan werden kann – auch das ist kostenlos. Termine können unter 02303/921-4910 oder -4912 ausgemacht werden. Allgemeine Hinweise gibt es zudem auf der Homepage der Polizei unter https://polizei.nrw/artikel/riegel-vor-sicher-ist-sicherer. Hier findet sich auch eine Liste seriöser Unternehmer, die Einbruchsschutz verbauen.

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