Warten auf Arzttermin: Patienten sagen Termine nicht ab - wäre Strafgebühr eine Lösung?

rnÄrzte in Selm

Wer einen Termin beim Facharzt benötigt, muss manchmal weit im Voraus planen. Das hat aber mitunter auch mit Patienten zu tun, die ihre Termine nicht absagen, sagt eine Selmer Ärztin.

Selm

, 28.12.2019, 14:12 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer einen Facharzttermin benötigt, muss manchmal Geduld haben. Wie sieht es in den Gynäkologie-Praxen in Selm und Olfen aus? Können auch neue Patienten dort schnell einen Termin bekommen oder gibt es vielleicht sogar Wartelisten?

„Bei uns gibt es keine Warteliste“, sagt Janette Hüser, Medizinische Fachangestellte in der Praxis von Peter Patrij in Olfen direkt. Die Praxis hat sogar eine freie Sprechstunde. Von Montag bis Freitag kann man dort jeweils von 8 bis 9 Uhr ohne Termin vorbeikommen.

Flexibilität hilft

„Generell versuchen wir, Neupatienten schnell unterzubringen“, sagt Hüser. Die Gynäkologin Dr. Heike Reichwein-Minnerop aus Selm fasst es noch konkreter: „Wenn Sie zum Beispiel nur donnerstags um 18.30 Uhr können und einen Termin für die Krebsvorsorge benötigen, habe ich erst wieder einen Termin im Februar oder März für Sie. Wenn Sie aber akute Unterleibsschmerzen haben, dann können Sie sofort kommen.“

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Wer also etwas flexibler bei den Terminen sei, der bekomme auch einigermaßen schnell an einen Termin. Auch bei der Praxis in der Selmer Altstadt gibt es keine Warteliste, auch hier versuche man schnell neue Patienten unterzubringen, sagt Reichwein-Minnerop. Ob dies auch für die Praxis von Tanja Staffeldt in Selm gilt? Die Ärztin hat nach mehrfacher Anfrage der Redaktion nicht auf diese Frage geantwortet.

Termine werden nicht abgesagt

Dr. Heike Reichwein-Minnerop sagt, dass längere Wartezeiten manchmal auch vom Verhalten der Patienten abhängen. Es komme vor, dass Patienten Termine zwar annehmen, diese dann aber einfach nicht absagen. „Das führt oft dazu, dass Termine blockiert werden, die man gut vergeben könnte“, sagt Reichwein-Minnerop. Das höre sie so auch bei Kollegen.

Wie verbreitet es ist, dass Patienten ihre Ärzte versetzen, sei aber nicht ganz klar, schrieb die Nachrichtenagentur dpa im Frühling. „Da wird vieles behauptet, und es werden Vorwürfe gegen Patienten erhoben, aber repräsentative Daten sind zumindest uns nicht bekannt“, zitierte sie den Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV).

Durchaus ein Problem

Die Kassenärztliche Vereinigung verwies hingegen auf Angaben ihrer Mitglieder, die zwischen 5 bis fast 20 Prozent unentschuldigter Terminabsagen schwanken. Laut Kassenärzte-Chef Andreas Gassen sind unentschuldigt nicht wahrgenommene Termine „durchaus ein Problem“.

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Heike Reichwein-Minnerop glaubt, dass Termine möglicherweise unverbindlicher wahrgenommen werden als früher. Von der Idee des Bundesverbands der Niedergelassenen Ärzte, Patienten, die ohne Grund Termine absagen, mit einer Gebühr zu belegen, hält sie aber nichts. Solch eine Praxis haben zum Beispiel manche Restaurants eingeführt, die sich über die schlechte Absagepraxis ihrer Gäste geärgert haben. Reichwein-Minnerop glaubt: „Da muss man auch an die Patienten appellieren, Termine frühzeitig abzusagen.“

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