Warten auf Cappenberger Bauprojekte: Schloss wird nicht fertig und Kirche beginnt nicht

rnSchloss Cappenberg

„Verzögerung“ ist das Wort der Stunde auf Cappenberg. Die Fertigstellung des Schlosses verzögert sich genauso wie der Beginn der Sanierung der Kirche. Beides kein Grund zur Sorge, heißt es.

Cappenberg

, 14.02.2019, 11:47 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ursprünglich sollte sie 2017 beendet sein, dann 2018, zuletzt war vom Frühjahr 2019 die Rede: Die Sanierung des Schlosses Cappenberg gerät zum Schiebeknüller. Das wird sich auch in diesem Jahr nicht ändern. 2020 ist die neue Zielmarke, die der Kreis Unna im Herbst vergangenen Jahres mitteilte.

Die Stiftskirche Cappenberg gleich nebenan soll spätestens Anfang 2022 fertig sein. Wann die Arbeiten dort beginnen werden, steht allerdings noch gar nicht fest.

Niemand will sich äußern

Es ist still geworden um das Schloss – nicht nur, weil dort zurzeit zwar Gerüste stehen, aber von außen gar kein Baulärm zu vernehmen ist. Auch die Nutzer schweigen sich aus, wenn sie Anfragen zum Baufortschritt erhalten. „Wir als Kreis äußern uns nicht mehr dazu“, sagt Kreissprecherin Constanze Rauert. Der Kreis als Untermieter verweist auf den Hauptmieter des Barockgebäudes, den Landschaftsverband Westfalen-Lippe.

Dort wieder eine Absage: „Die Verwaltung des Grafen ist für Bauaufträge und Bauausführung wie für die Terminplanung verantwortlich“, lässt Thorsten Fechtner vom LWL auf Anfrage wissen. Und die gräfliche Verwaltung? Die verweist auf einen „zeitnahen Informationstermin“.

Ausstellungen sind umgezogen

Seit Ende 2015 sind die Türen zur Kunstausstellung im Schloss Cappenberg geschlossen. Jedes Jahr hatte sie Tausende Gäste angelockt. Damit die während der Sanierungs- und Umbauzeit den Kulturstandort Cappenberg nicht vergessen, bietet die Stiftskirche gleich neben dem Schloss seitdem Kunstausstellungen Asyl.

Das nächste Mal wieder ab dem 12. Mai. Bis kurz vor Weihnachten (15. Dezember) werden dann Bronzefiguren des 1945 gestorbenen Bildhauers und Grafikers Joachim Karsch zu sehen sein.

Die katholische Kirchengemeinde bietet den Skulpturen und den Museumsangestellten des Kreises Gastfreundschaft. Dadurch sei es auch möglich, die Kirche außerhalb der Gottesdienstzeiten geöffnet zu halten, sagt Pater Gregor Pahl, der Pfarrer der Gemeinde. Dass eine museale Nutzung des Gotteshauses aber auch Risiken birgt, weiß er ebenfalls. Das hat mit einer aktuellen Diskussion zu tun, die noch nicht beendet ist.

Sakraler Raum und zugleich Museum?

Wie soll künftig der Kirchenschatz – vor allem der international bekannte goldene Barbarossakopf – präsentiert werden? Diese Frage beschäftigt derzeit nicht nur die Pfarrgremien, Kirchenvorstand und Pfarreirat, sondern auch Vertreter des Bistums und der Denkmalbehörde sowie den Rotary-Club Friedrich Barbarossa. „Unsere Kirche ist ein historisch und spirituell bedeutsamer Ort“, sagt der Pfarrer. Aber eben „kein Museum, wir leben hier unseren Glauben“. Wie sich das auf die Gestaltung des Innenraums auswirken wird, ist noch offen. „Die Abstimmungsgespräche darüber laufen zurzeit.“

Ob der Kampf gegen nasse Wände oder gegen schimmelndes Holz: Unstrittig sind die Arbeiten zur Sanierung des romanischen Gotteshauses, das im Jahr 2022 seinen 900. Geburtstag feiert – genauso wie Kaiser Barbarossa. Was der Kirchengemeinde noch wichtiger ist: Vor 900 Jahren hat Gottfried Graf von Cappenberg auf Titel, Macht und Besitz verzichtet und stellte sich ganz in den Dienst der Kirche. Schloss Cappenberg wurde das erste Prämonstratenserkloster auf deutschem Boden. Und Ländereien und Höfe in der Nähe bildeten die Basis für das spätere Fürstbistum Münster.

„Wir werden rechtzeitig fertig“

Wie umfangreich die Arbeiten ausfallen werden? Wie lange die Kirche eingerüstet sein wird, und ob sie überhaupt während der Arbeiten die ganze Zeit über genutzt werden kann? Darüber hält sich das Land NRW, in dessen Besitz die Kirche ist, noch bedeckt. „Wir rechnen von hinten“, sagt Christoph Söbbeler, Sprecher der Bezirksregierung Arnsberg. Daher könne er zwar noch nicht sagen, wann was losgehe, „aber dass zum Jubiläumsjahr 2022 alles fertig sein wird, ist sicher“.

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