Gekommen um zu bleiben: Warum die Sehstation im Auenpark sesshaft geworden ist

rnAuenpark

Nach und nach nimmt der Auenpark in Selm Form an. Jetzt erhebt sich sogar ein buntes Gebilde neben dem großen Hügel in den Himmel.

Selm

, 08.10.2019, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sie ist begehbar, bunt und hat die Form einer historischen Kamera. Sehstation wird sie genannt. Seit ein paar Tagen steht sie nahe der Straße Grüner Weg im künftigen Auenpark. Die einstige „Nomadin“ ist ein Kunstwerk geworden, das sesshaft geworden ist. Im Norden des Auenparks eben.

„Sehen und Lernen“ - so hieß eine Kampagne der Landesinitiative „StadtBauKultur NRW“. Innerhalb dieser Kampagne tourte die Sehstation von August 2008 bis Oktober 2010 durch mehrere Städte Nordrhein-Westfalens. Das sieben mal sieben mal 12 Meter große Kunstwerk wurde anschließend dem Strukturförderprogramm Regionale 2016 zur Verfügung gestellt. Dem Programm also, das für Selm der große Financier der „Aktiven Mitte“ ist.

Gekommen um zu bleiben: Warum die Sehstation im Auenpark sesshaft geworden ist

Die Sehstation hatte ihren Übergangsstandort in Sichtweite zum Gymnasium. © Arndet Brede (A)

Schnell war klar, dass die Sehstation an einem Ort stehen sollte, der mit einem Regionale 2016-Projekt in Verbindung steht und räumlich genug Platz bietet. So hatte es die Regionale-2016-Agentur verkündet. Es sollte ein Standort sein, an dem möglichst viele Menschen die Sehstation nutzen können, und wo sie optimal für die Öffentlichkeitsarbeit des Projekts Regionale 2016 genutzt werden könne. Ein Standort zudem, wo sie auch möglichst lange stehen bleiben könne.

Selm „optimaler Standort“

Die Regionale-Agentur sprach mit mehreren Kommunen darüber. Letztendlich wurde Selm dann als „der optimale Standort“ auserkoren. Wobei der erste Platz, an dem die Sehstation in Selm aufgebaut wurde, eher ein Übergangsstandort war. Schon damals zeichnete sich ab, dass der Campus Süd, an dessen Rand das Kunstwerk gegenüber dem Jugendzentrum Sunshine aufgebaut wurde, bald bebaut werden würde. Dass die Sehstation also weichen müsse.

Gekommen um zu bleiben: Warum die Sehstation im Auenpark sesshaft geworden ist

Die Sehstation ermöglichte einen Blick auf die Bauarbeiten auf dem Campus Süd. © Arndt Brede (A)

Das Geschenk, das die Regionale-2016-Agentur der Stadt Selm gemacht hatte, musste nun also einen Dauerstandort finden. Der wurde im künftigen Auenpark ausgemacht. Also genau dort, wo das Kunstwerk jetzt steht.

Noch steht es etwas verloren in der Landschaft herum. Bald schon soll um die Skulptur herum das Leben pulsieren. Mit eben jenem Auenpark und - weiter östlich entlang der Münsterlandstraße - mit einem neuen Wohngebiet. Der jetzige Standort ist laut Stadtsprecher Malte Woesmann bewusst ausgesucht worden: „Sie bildet am nördlichen Ende des Rundweges im Auenpark ein Ziel für Spaziergänger und ist so ausgerichtet, dass ein möglichst weiter Blick über den Auenpark erzielt wird.“ Die Sehstation wurde neu gestrichen und der Sockel wurde erneuert.

Gekommen um zu bleiben: Warum die Sehstation im Auenpark sesshaft geworden ist

Nicht weit von der Straße Grüner Weg entfernt, an der Nordspitze des künftigen Auenparks, hat die Sehstation ihren Standort gefunden. © Arndt Brede

Zwölf Module

Im Auenpark - da braucht man kein Prophet sein - dürfte sie zu einem Treffpunkt werden. So, wie es war, nachdem die Sehstation Ende 2016 gegenüber dem Jugendzentrum Sunshine am Sandforter Weg aufgestellt worden war. Zwölf Module aus wetterbeständigen Holzplanken, begehbar, boten einen interessanten Ausblick auf die Bautätigkeit auf dem Campus Süd. Jugendliche trafen sich dort, verbrachten einen Teil ihrer Freizeit in der Skulptur.

Es gab aber auch Kritik am gewählten Standort: Auch Kinder spielten in der Sehstation. Was aus Sicht einer Selmerin zu gefährlichen Situationen geführt hat. Sie habe mehrfach beobachtet, wie Kinder aus der Sehstation schnell Richtung Sandforter Weg gelaufen seien.

Im September 2018 war die Sehstation abgebaut worden. Nun steht sie also im nördlichen künftigen Auenpark.

Lesen Sie jetzt