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Was Doris Day mit Bork zu tun hat: Zu den deutschen Wurzeln des US-Stars

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Nach dem Tod des US-Stars Doris Day haben sich in Selm viele gefragt: Hieß es nicht mal, dass die Amerikanerin ihre Wurzeln in Bork hat? Wir haben nachgeforscht.

Bork

, 20.05.2019 / Lesedauer: 3 min

Doris Day und Bork. War da nicht was? Das haben sich in Selm einige gefragt, als die amerikanische Sängerin und Schauspielerin am 13. Mai im Alter von 97 Jahren gestorben ist. Stammte der US-Star nicht sogar aus dem Selmer Ortsteil, war mal hier oder ist zumindest mal durchgefahren? Irgendwas war doch da...

Richtig, da war was, wie der Borker Wolfgang Suchomski im Gespräch mit der Redaktion bestätigt. Wenn er Stadtführungen durch Bork macht, erzählt der 65-Jährige, dann gibt er die Borker Anekdote um Doris Day gern zum Besten.

Was Doris Day mit Bork zu tun hat: Zu den deutschen Wurzeln des US-Stars

Ein Zeitungsartikel aus dem Jahr 2003 besagt, dass Doris Days Wurzeln in Bork liegen. Wolfgang Suchomski aus Bork hat ihn aufbewahrt. © Marie Rademacher

Basis ist ein Ruhr-Nachrichten-Artikel aus dem Jahr 2003. „Doris Days Wurzeln stecken in Bork“ ist er überschrieben. Der kleine Bericht nimmt die Recherche des Dorstener Heimatforschers Alfred Efting zur Grundlage, die besagt, dass der Ursprung der Familie von Doris Day, die mit bürgerlichem Namen Doris Mary Ann Kappelhoff hieß, in Bork liegt.

Stammvater Stephan Kappelhoff?

„Stammvater der Kappelhoff-Familie in Cincinnati war der Tischlergeselle Stephan Kappelhoff, den es 1841 von Bork in die USA gezogen hatte“, heißt es in dem Bericht. Der Forscher Alfred Efting sagte damals: „Die Wahrscheinlichkeit liegt fast bei 100 Prozent, denn zwischen 1803 und 1850 wanderte nur eine Familie Kappelhoff aus Westfalen nach Amerika aus, alles deutet darauf hin, dass Stephan Kappelhoff aus Bork der Ur-Ur-Großvater von Doris Day war.“

Fast 100 Prozent – aber eben nur fast. Zur deutschen Abstammung von Doris Day gibt es inzwischen andere Theorien, die sich auch gut belegen lassen. Demnach stammt die Familie der amerikanischen Schauspielerin ursprünglich aus Warendorf. Ein Stephan Kappelhoff taucht wohl nicht in dem weit zurückreichenden Stammbaum von Doris Day auf.

Franz Josef Wilhelm Kappelhoff ist es stattdessen, dessen Daten 2008 in Warendorf nachverfolgt werden konnten und der des Rätsels Lösung ist: Er wurde am 10. August 1843 in Warendorf geboren und ist der Opa von Doris Day.

Recherchen führen nach Warendorf

Der Denkfehler von Alfred Efting: Er war damals davon ausgegangen, dass die Vorfahren von Doris Day zwischen 1803 und 1850 nach Amerika gingen. Tatsächlich wanderte Franz Josef Kappelhoff allerdings 1875 aus. Der Historiker Prof. Dr. Paul Leidinger hat sich für die Westfälischen Nachrichten näher mit dem Thema beschäftigt und schreibt: „Franz Josef Wilhelm Kappelhoff ging 1875 keineswegs allein in die USA, sondern nahm seine junge Frau Juliane Agnes Kreimer, geboren am 2. Oktober 1853 in Glandorf, mit, die er 1874 – noch vor der Abfahrt nach Amerika – geheiratet hatte. In den USA nannte man ihn Frank Kappelhoff. Beruflich war er als Buchhalter tätig, ohne dass wir Näheres von ihm wissen.“

Was wir wissen: Im Jahr 1922 kam seine Enkeltochter Doris Mary Ann Kappelhoff auf die Welt, die sich später nach dem Schlager „Day after Day“ den Künstlernamen Doris Day geben sollte. Sie wurde ein international erfolgreicher Star. Ob sie oder ihre Familie jemals von Bork gehört haben, vielleicht mal da waren und es ihn ihrem Leben irgendeine Rolle gespielt hat? Wahrscheinlich nicht. Was bleibt ist dennoch eine nette, kleine Weltstar-Anekdote für Bork.

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