Was Sie rund ums Altwerden in Selm wissen müssen

Fragen und Antworten zur Pflege

Das Thema Pflege ist ein Schwerpunkt unserer Berichterstattung in diesen Wochen. Die Gesellschaft altert und steht vor vielen neuen Herausforderungen. Wie ist es um die Versorgung rund ums Thema Pflege in Selm bestellt und welche Probleme gibt es? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

SELM

, 28.09.2016, 13:10 Uhr / Lesedauer: 2 min
Was Sie rund ums Altwerden in Selm wissen müssen

Hedwig und Joseph M. wohnen in Netteberge. Dreimal am Tag kommt ein Mitarbeiter der Caritas Sozialstation Selm-Werne zu ihnen auf den Hof.

Wie viele Pflegedienste gibt es in Selm?

Ambulante Pflegedienste werden von Kirchen, Wohlfahrtsverbänden und von privaten Unternehmen betrieben. Das sind die ambulanten Pflegedienste in Selm:

  • Caritas Sozialstation Selm-Werne: Breite Straße 148, Tel. (02592) 9 73 20 01;
  • Mobile Pflegestube: Ludgeristraße 78, Tel. (02592) 91 48 40;
  • Optimal leben im Alltag (Olia): Otto-Hahn-Straße 3a, Tel. (02592) 9 77 03 90;
  • Häuslicher Pflegedienst Hinzmann & Baudrexl: Willy-Brandt-Platz 9, Tel. (02592) 98 18 33.

 

Wer übernimmt die Kosten für die ambulante Pflege?

Die Höhe der Kosten richtet sich nach den erbrachten Leistungen des Pflegedienstes. Die Pflegeversicherung übernimmt einen Teil der Kosten, wenn der Bedürftige einer Pflegestufe zugeordnet ist. Derzeit gibt es drei Pflegestufen, die durch das neue Pflegegesetz ab Januar 2017 durch fünf Pflegegrade ersetzt werden sollen. Die Pflegesachleistungen betragen:

  • Stufe I: 468 Euro;
  • Stufe II: 1144 Euro;
  • Stufe III: 1612 Euro bzw. 1995 Euro für den sogenannten Härtefall, zum Beispiel bei vollständiger Immobilität.

Leistungen, die die Pflegeversicherung nicht trägt, müssen in den meisten Fällen die Angehörigen zahlen.

 

Was passiert, wenn Angehörige die Pflegekosten nicht zahlen können?

Wer nur ein geringes Einkommen oder eine kleine Rente besitzt, kann sich Hilfe vom Staat holen. Die staatliche Sozialleistung nennt sich „Hilfe zur Pflege“. Sie kann für Selm beim Kreis Unna beantragt werden.

 

Wann geraten Pflegedienste finanziell ins Minus?

Zum Beispiel dann, wenn der Weg zum Patienten sehr lang ist. Laut Henrik Nagel-Fellerhoff, Bereichsleiter für Ambulante pflegerische und haushaltsnahe Dienste bei der Caritas Sozialstation Selm-Werne, wird der Weg zum Patienten pauschal vergütet. Im Falle der Familie aus Netteberge übersteigen die tatsächlichen Fahrtkosten laut Caritas aber die für die Anfahrt berechnete Pauschale.

Ein Problem, das auch Susanne Hinzmann vom ambulanten Pflegedienst Hinzmann & Baudrexl, Willy-Brandt-Platz 9, kennt: „Auch wir haben Patienten in Netteberge und Cappenberg.“ Aber: „Das gehört nun mal zu Selm, da können wir Patienten nicht einfach ablehnen“, sagt Hinzmann auf Anfrage unserer Redaktion.

Zusätzlich könne es sein, dass an manchen Tagen mehr Zeit für die Pflege anfällt. „Nicht immer spricht man dann gleich über die Höherstufung in eine andere Pflegestufe“, so Hinzmann. „Wir müssen aber schauen, dass wir wirtschaftlich bleiben.“  

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