Wegen Abschiebung: Pater schreibt Brief an Gauck

Flüchtlingsfamilie auseinandergerissen

Pater Altfried Kutsch aus Selm-Cappenberg hat hautnah erlebt, wie eine sechsköpfigen Flüchtlingsfamilie aus Armenien auseinander gerissen wurde. Sein Schock sitzt tief. Nun wendet er sich an Politiker, wie Bundespräsident Joachim Gauck. Hier können Sie seine Schilderungen und den Brief nachlesen.

CAPPENBERG

24.06.2015, 12:07 Uhr / Lesedauer: 1 min

Kurzer Rückblick: Pater Altfried Kutsch hatte am Freitag ein Ehepaar aus Armenien, das mit seinen vier Kindern in Cappenberg untergebracht war, zur Ausländerbehörde nach Unna begleitet. Dort wurde er Zeuge, wie der Vater in Abschiebehaft genommen wurde, weshalb die Mutter einen Nervenzusammenbruch erlitt und in eine Klinik eingeliefert werden musste.

Zusammen mit den zwei Kindern, die das Paar mit nach Unna genommen hatte, fuhr er zurück nach Cappenberg. Säugling und Kleinkind übergab er dort einer Pflegefamilie, die beiden älteren Kinder - die in Cappenberg geblieben waren - mussten nach Werne ins Heim.

"Niemand hat etwas Unrechtes getan, alle hielten sich in ihrem Tun an Gesetze, Verordnungen und Ausführungsbestimmungen – soweit ich das beurteilen kann", macht der Pater keinem einzelnen Mitarbeiter einen Vorwurf. Wohl aber dem System an sich: "Warum aber pocht es dennoch so schmerzhaft in meinen Ohren, warum rast mein Herz in der Brust, warum dringen die Klageschreie der Frau durch mein Innerstes, warum kann ich den verstörten Blick der Kinder nicht aus den Augen verlieren?"

Das schockierende Erlebnis hat ihn dazu bewegt, sich an die Öffentlichkeit zu wenden, an Politiker, an unseren Bundespräsidenten Gauck. Ihm hat er diesen Brief geschrieben:

 

 

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