Weiterhin Ärger im Übergangswohnheim Cappenberg

Unruhestifter

Sie treten aggressiv auf und machen Bewohnern und Helfern Angst: drei Flüchtlinge des Cappenberger Übergangswohnheims Am Kohuesholz. Die Ehrenamtlichen und viele Bewohner hoffen seit August darauf, dass die Stadt die Männer in eine andere Wohnung umsiedelt. Das ist jetzt erfolgt - allerdings nur innerhalb des Hauses.

CAPPENBERG

, 03.11.2016, 11:41 Uhr / Lesedauer: 2 min
Weiterhin Ärger im Übergangswohnheim Cappenberg

Der Ärger schwelt weiter in der Flüchtlingsunterkunft Am Kohuesholz.

Wie Stadtsprecher Malte Woesmann am Dienstag auf Anfrage unserer Redaktion mitteilte, sei seit dem Umzug innerhalb des Hauses „nach Auskunft der Bewohner wieder Ruhe eingekehrt“. Bewohner, die mit unserer Redaktion sprachen, beurteilten die Situation allerdings ganz anders. Es sei nur eine Frage der Zeit, bis es wieder Ärger gäbe.

Dass wiederholte Drohungen und das Hantieren mit Messern ohne Konsequenzen bleibe, sei ein schlechtes Signal, meinte der Mann, der seinen Namen nicht öffentlich lesen möchte - aus Angst. Auch Mitglieder des Vereins "Hand in Hand", die bislang in der Unterkunft Deutschunterricht gaben und Beratungsangebote machten, meiden weiter das Haus.

Sicherheitspersonal als Alternative

Vorsitzender Holger Langer drängt auf einen Umzug - vorzugsweise in ein anderes Haus. „Wenn man Bewohner mit unterschiedlichsten kulturelleren, religiösen, ethischen und ethnischen Hintergründen über viele Monate ohne ausreichend Privatsphäre auf engstem Raum zusammen leben lässt, sollte es bei größeren Streitigkeit oder dauerhaften Anfeindungen eine kurzfristige Möglichkeit geben, die beteiligten Personen räumlich zu trennen, indem sie auf andere Einrichtungen in anderen Ortsteilen verteilt werden“, heißt es in einer Erklärung des Vereins.

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Alternativ müsse Sicherheitspersonal für Sicherheit und Ruhe sorgen. „Vorbeugend kann es auch sinnvoll sein, durch geeignete Personen, wie Sozialarbeitern, vor Ort Probleme bereits im Entstehen zu lösen.“

Stadt fühlt sich in falsches Licht gestellt

Die Stadt fühlt sich vom Verein Hand in Hand in ein falsches Licht gestellt. Die Vorwürfe, die Arbeitskreise würden von der Stadt als „kostenlose Arbeitskräfte“, wie es Holger Langer im Gespräch mit unserer Redaktion gesagt hatte, weist Wolfgang Strickstrock, Leiter des Amtes für Jugend, Schule, Familie und Soziales, von sich. „Die Arbeit aller Arbeitskreise in den drei Ortsteilen schätzen wir sehr. Dies haben wir bereits mehrfach, auch öffentlich, zum Ausdruck gebracht.“

Gespräch mit Mitgliedern des Arbeitskreises

Die Hinweise auf die angespannte Situation im Flüchtlingsheim seien zudem „völlig neu für uns. Bei keiner Sitzung des Runden Tisches Asyl, der seit über einem Jahr tagt, sind diese Vorwürfe geäußert worden“. Der Arbeitskreis verweist dagegen darauf, sich bereits am 24. August an die Stadt gewandt zu haben. Nach einem Gespräch mit den Betroffenen sei ein Auszug der problematischen Bewohner zum 9. September vereinbart worden.

Wie diese beiden Schilderungen zusammenpassen, ließ sich am Dienstag nicht klären. Am Mittwochabend wollte die Stadt „Missverständnisse ausräumen – während eines Gesprächs mit Mitgliedern des Arbeitskreises."

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