Auf das Feuer in der Bismarckstraße folgte große Solidarität © Dennis Görlich
Meinung

Welle der Solidarität in Selm: Hilfe muss selbstverständlich sein

Die Selmerinnen und Selmer kümmern sich umeinander, das wurde nach dem Brand in der Bismarckstraße deutlich. Unser Autor ist beeindruckt von der Unterstützung.

Ich muss ehrlich zugeben: Ich bin gerührt. Gerührt von der Hilfsbereitschaft der Selmerinnen und Selmer nach dem Hausbrand in der Bismarckstraße. Das Feuer war kaum gelöscht, schon rollte eine Welle der Solidarität auf die Betroffenen zu. Mit ihr kamen viele Angebote für Sach- und Geldspenden – von Nachbarn, Freunden, aber auch von völlig Fremden. So viele, dass man schnell den Überblick verlieren konnte.

Hilfsbereitschaft spendet Hoffnung

Beeindruckend ist die Spendenbereitschaft schon für mich. In Zeiten, in denen alles immer möglichst günstig sein soll, gleichzeitig aber auch vieles teurer wird, spendet die Hilfsbereitschaft der Selmerinnen und Selmer etwas Hoffnung. Hoffnung darauf, dass die Menschen wieder mehr aufeinander Acht geben – auch ohne direkte Erwartung einer Gegenleistung. Und Hoffnung auf ein Gemeinschaftsgefühl, das uns schon beim Hochwasser im Juli zeigte, wie wir Krisen meistern können.

Gerührt bin ich aber auch von der Dankbarkeit, die die beiden Betroffenen des Brandes zeigen. Die Reaktion von Mutter und Tochter zeugt davon, dass ihnen die Hilfe alles andere als selbstverständlich ist.

Das ist sie auch nicht. Aber sie sollte es in Zukunft werden. Die Betroffenen können sich – bei allem Leid in der aktuellen Situation – aber schon jetzt sicher sein: Sie sind nicht allein.

Über den Autor
Volontär
1989 im Ruhrgebiet geboren, dort aufgewachsen und immer wieder dahin zurückgekehrt. Studierte TV- und Radiojournalismus und ist seit 2019 in den Redaktionen von Lensing Media unterwegs.
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Dennis Görlich