Weniger Kinder, aber mehr Nachfrage

40 Jahre Beratungsstelle

Wenn es zuhause nicht rund läuft, ist die Beratungsstelle für Eltern, Jugendliche und Kinder des Caritasverbandes Lünen, Selm und Werne eine wichtige Anlaufstelle - und das schon seit 40 Jahren.

SELM/LÜNEN

14.09.2012, 12:39 Uhr / Lesedauer: 1 min

Der runde Geburtstag ist für die Caritas ein Anlass am Freitag zu feiern, vormittags mit den offiziellen Vertreten von Kommunen und Kirchen, nachmittags mit einem bunten Kinder- und Familienfest.

"Die Erziehungsberatung wird weiter dringend gebraucht", ist sich Raimond Pröger, Referatsleiter für Erziehungs- und Familienhilfe sicher.Stress für Eltern und Kinder Er ging in seinem Festvortrag Beratung im Wandel ein. "Kindheit findet heute im Haus und nicht mehr auf der Straße statt", sagt er. Viele Kleinkinder seien 45 Stunden in einer Kita, die Erzieherinnen hätten eine 39-Stunden-Woche. Für viele Kinder und Eltern sei das purer Stress. Nicht jedes kleine Kind verkrafte das. Der Ausbau von Ganztagsschulen, der wirtschaftliche Druck auf Eltern, die Zunahme von Ein-Kind- und Patchworkfamilien - all das sei mit Unsicherheiten und Überforderung verbunden. Trotz abnehmender Kinderzahl haben die Anfragen zugenommen, was Beratungsstellen-Leiterin Cornelia Köllner auch auf die größere Bereitschaft, sich Hilfe zu holen, zurückführt. Noch in den 70er-Jahren galt das eher als Versagen.

Reizüberflutung heute ein Thema Die Themen "Bettnässen" und "richtige Schule" beschäftigten die Erziehungsberatung zu Zeiten ihrer Gründung. In den 80er-Jahren ging es um Trennung, das Thema "sexueller Missbrauch" kam auf. Fragen zu neuen Medien und Reizüberflutung der Kinder wurden in den 90er Jahren aktuell. Heute sind verschiedenste Themen aus allen Bereichen. "Viel zuhören und zu neuem Verständnis für alle Seiten kommen", so sieht Claus Themann, Pfarrer aus Selm, die Aufgabe der Beratungsstelle.

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