Wer war der tatsächliche Betreiber des Cafés an der Kreisstraße?

rnWaffelino-Prozess fortgesetzt

Der Prozess um den Waffelino-Brand im Sommer 2017 steuert auf das Ende zu. Vorab waren sich zwei Zeugen am Montag uneinig bei der Beantwortung einer nicht ganz uninteressanten Frage.

Selm

, 09.11.2020, 16:20 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten Hamza K. vor, das Café Waffelino im August 2017 absichtlich in Brand gesteckt zu haben, um die Feuerversicherung zur Auszahlung von 25.000 Euro zu bewegen. Fraglich ist jedoch, ob K. im juristischen Sinn überhaupt einen versuchten Betrug begangen haben kann. Denn das Café wurde offiziell nicht von ihm, sondern von seiner Verlobten betrieben, die auch die Versicherungsnehmerin war.

Die Verteidigung hatte am Montag die Vernehmung von zwei Zeugen beantragt. Sowohl die Schwester des Angeklagten als auch der Vermieter des Wohn- und Geschäftshauses an der Kreisstraße sollten zu der Frage Stellung nehmen, wer ihrer Ansicht nach der Chef des Waffelino war.

Zeugen sind sich nicht einig

Die Schwester von Hamza K. legte sich schnell fest: Die Lebensgefährtin sei eindeutig die Betreiberin des Ladens gewesen. Sie habe die Einkäufe getätigt und sei auch täglich anwesend gewesen. „Maza selbst war nur ab und zu mal im Laden“, sagte die Zeugin.

Der Vermieter erinnert sich jedoch ganz anders an den Sommer 2017, als das Pachtverhältnis geschlossen wurde. „Meiner Ansicht nach war eindeutig der Mann die treibende Kraft“, sagte er.

Mit der Vernehmung der Zeugen ist die Beweisaufnahme so gut wie abgeschlossen. Mitte des Monats könnte plädiert werden.

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