Werner Straße - ab übernächste Woche Tempo 70

Letzte Schicht wird aufgetragen

Das neue, 1,5 Kilometer lange Stück auf der Werner Straße in Selm sorgt für Unmut. Gerade mal 50 km/h können Autofahrer dort zurücklegen. Das liege vor allem an der fehlenden Griffigkeit erklärt der Bauleiter. In der nächsten Wochen wird die letzte Deckschicht aufgetragen. Eine Woche drauf gilt dann Tempo 70.

SELM

, 23.05.2017, 16:37 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ab auf die neue Straße: Der Radfahrer kann Gas geben, alle anderen müssen auf die Bremse treten. Das soll sich ab der übernächsten Woche ändern.

Ab auf die neue Straße: Der Radfahrer kann Gas geben, alle anderen müssen auf die Bremse treten. Das soll sich ab der übernächsten Woche ändern.

Mit 70 Stundenkilometern geht es rüttelnd über Spurrillen und Schlaglöchern von Werne in Richtung Selm. Kaum liegt das 900.000 Euro teure, nagelneue, elf Meter breite, 1,5 Kilometer lange, schnurgerade und vor allem glatte Stück Werner Straße vor den Autofahrern, wechselt die erlaubte Höchstgeschwindigkeit – auf nur noch 50 „Sachen“. Was Pendler den Kopf schütteln lässt, kann der Bauleiter erklären.

„Noch fehlt der neuen Asphaltdeckschicht die Griffigkeit“, sagt Marcus Lohmann vom Hammer Straßenbauunternehmen Hugo Schneider auf Anfrage unserer Redaktion. Der Verkehr müsse erst ein paar Wochen mit gedrosseltem Tempo über eine erneuerte Straße rollen, bis die Fahrer wieder Gas geben dürften. Allerdings: Dass die Baufirma die oberste Deckschicht aufgetragen hat, liegt inzwischen schon rund sechs Wochen zurück.

Erst Tempo 30, dann Tempo 50

Immer noch nicht lange genug, wie Lohmann sagt. In den ersten zwei Wochen waren lediglich 30 Stundenkilometer erlaubt, inzwischen nun 50. „Übernächste Woche stellen wir die Schilder auf“, so der Bauleiter: runder roter Rand, darin eine weiße Fläche mit schwarzen 70 darauf. „Sobald die Schilder stehen, gilt das dann auch – und wir sind weg“, sagt Lohmann.

Der Verweis auf die noch fehlende Griffigkeit – also die noch nicht ausreichende Größe des Reibungswiderstandes zwischen Reifen und Fahrbahn – ist nicht aus der Luft gegriffen, wie der Bauleiter betont. „Nach dem Auftragen der letzten Deckschicht bildet sich an der Oberfläche noch eine dünne Schicht ungebundenes Bitumen – also eine Ölschicht. „Bis die abgetragen ist, braucht es eine gewisse Zeit.“

Leitpfosten werden geliefert

Bevor die neuen Schilder kommen, liefert die Baufirma nächste Woche zunächst die Leitpfosten: alle 50 Meter einer. Sie werden auf der Linie zwischen Fahrbahn und neuem Radstreifen aufgestellt.

Das biete Radlern mehr Sicherheit als die Leitpfosten ganz außen – hinter dem eineinhalb Meter breiten Mehrzweckstreifen – zu platzieren, meint Lohmann.

Die Pfosten werden laut dem Bauleiter auf der Fahrbahn festgeschraubt. „Dafür genügt es, kleine Bohrungen von 30 Millimetern vorzunehmen.“

Mit Fortsetzung

Der nächste Bauabschnitt – die Sanierung der Werner Straße vom aktuellen Ausbauende bis etwa zur Einmündung Netteberger Straße – soll im Herbst beginnen. Details sind, so Stadtsprecher Malte Woesmann noch offen.

2018 soll der dritte und letzte Abschnitt folgen.

2,7 Millionen Euro kostet die Straßensanierung insgesamt.

Ein Drittel der Kosten trägt die Stadt Selm. Ohne dieses finanzielle Engagement hätte das Land, das für die Werner Straße (L 507) zuständig ist, die Sanierung noch nicht in Angriff genommen.

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