Wie Azubis jetzt noch ganz schnell einen Ausbildungsplatz finden

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Noch viele Ausbildungsplätze sind in Selm und auch im Kreis Unna noch frei. Was sollten Bewerber beachten, die jetzt noch suchen? Und wie buhlen Unternehmen jetzt noch um Auszubildende?

Selm, Bork

, 31.08.2019, 11:48 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ausbildungsstart ist für viele Betriebe der 1. August, doch auch jetzt suchen Betriebe und Azubis noch nach geeigneten Bewerbern, beziehungsweise einem geeigneten Ausbildungsplatz. Cordula Cebulla von der Agentur für Arbeit nennt die aktuellen Zahlen für Selm und Lünen, da diese zusammengefasst herausgegeben werden: Noch 126 Ausbildungsstellen sind in Selm und Lünen unbesetzt (das sind zwölf mehr als im vergangenen Jahr) und noch 139 Bewerber sind auf der Suche (das sind ebenfalls zwölf mehr als im Vorjahr). „Es geht noch einiges auf dem Arbeitsmarkt“, sagt Cebulla. „Das bleibt auch noch bis Ende des Jahres so“, ist sie überzeugt.

Einen der noch nicht besetzten Ausbildungsplätze gibt es zum Beispiel in der Praxis von Dr. Marek Lang in Bork. Er sucht aktuell nach einem Azubi zum Zahnmedizinischen Fachangestellten oder zur Zahnmedizinischen Fachangestellten.

Wie Azubis jetzt noch ganz schnell einen Ausbildungsplatz finden

In vielen Bereichen werden noch Auszubildende gesucht. © picture alliance/dpa

Azubi eigentlich schon gefunden

Einen Azubi für den 1. August hatte der Zahnarzt eigentlich schon gefunden, der sei aber nach ein paar Tagen dann doch abgesprungen. Nun setzt Lang zum Beispiel auf ein Inserat beim Online-Portal Ebay-Kleinanzeigen, um noch einen geeigneten Azubi zu finden.

Auch Kaira Eistel von der An-Bar in Selm hatte dort vor Kurzem noch gesucht. Sie habe nun aber noch geeignete Bewerber gefunden, erklärt die Geschäftsführerin der An-Bar. Eistel hatte bei der Last-Minute-Suche auch auf Social-Media gesetzt und zum Beispiel in lokalen Facebook-Gruppen von ihrer Suche berichtet. „Da muss man aber vorsichtig sein“, sagt sie. „In manchen Gruppen gelte das schließlich als Werbung.“

Sowohl für Ausbildungsplatzsuchende als auch Anbieter kann sich aber ein Blick auf Social-Media oder bekannte Angebotsportale lohen.

Tipps für künftige Azubis

Es gibt aber noch mehr Tipps, die zukünftige Azubis beachten können: „Diejenige oder derjenige hat Chancen, der oder die den Blick öffnet für Berufe, die er vorher nicht im Blick hatte“, sagt Cebulla. Ein Beispiel: Wenn jemand gerne Industriekaufmann werden möchte, aber keine Ausbildung finde, gebe es noch vier oder fünf weitere Berufe, die zu 80 Prozent die gleichen Aufgaben beinhalten, aber vielleicht weniger bekannt sind. Da helfe auf jeden Fall der Gang zum Berufsberater, so Cebulla.

Ebenfalls empfehle sich, mobil zu sein. „Der Wunsch zu Fuß zur Arbeit zu gehen, ist verständlich“, sagt Cebulla. Aber für die meisten könnte er sich nicht erfüllen. Stattdessen solle man auch den Blick in Nachbarstädte und Nachbarkreise schweifen lassen.

Noch ein Tipp: „Man sollte sich von den anderen Bewerbern absetzen“, sagt Cebulla. Das schaffe man zum Beispiel mit einem individuellen Anschreiben, einem Anruf vorab, oder wenn man anbiete, dass man vorab zu einem Praktikum bereit sei.

Probearbeit gehört dazu

Probearbeit ist bei Marek Lang neben einem Bewerbungsgespräch und einer Führung durch die Praxis ohnehin Standard. Das sei für beide Seiten wichtig, um zu schauen, ob es passt.

Lang führt die Praxis seit 2004. 2016 wurde die Praxis renoviert und vergrößert. Damals habe er vor allen Dingen bereits ausgebildetes Personal angestellt. „Aber der Arbeitsmarkt ist auch hier recht leergefegt“, sagt Lang. Deshalb habe er beschlossen, in der Praxis wieder den eigenen Nachwuchs heranzuziehen. Eine Auszubildende im zweiten Lehrjahr arbeitet bereits in der Praxis.

Patienten betreuen, Büroarbeiten erledigen und assistieren bei Behandlungen: Das alles und noch viel mehr gehört zu der Ausbildung bei Lang. Wenn es nach Marek Lang geht, ist noch eine andere Sache besonders wichtig: „Man muss einfach gerne mit Menschen zusammenarbeiten“, sagt der Zahnarzt aus Bork. Das Tolle am Beruf sei, dass man ganz verschiedene Menschen, ob alt oder jung, reich oder arm, über einen längeren Zeitraum begleiten kann.

Zahnmedizinische Fachangestellte
Die Ausbildung zum Zahnmedizinischen Fachangestellten/zur Zahnmedizinischen Fachangestellten dauert in der Regel drei Jahre. Azubis im ersten Lehrjahr verdienen laut Tarifregister der Arbeitsgemeinschaft zur Regelung der Arbeitsbedingungen der Zahnmedizinischen Fachangestellten/ Zahnarzthelferinnen in Westfalen Lippe 800 Euro (im dritten Jahr sind es 900 Euro). Wer sich in der Praxis von Marek Lang bewerben möchte, kann das Online oder per Post tun: Dr. Marek Lang, Hauptstraße 40, 59379 Selm-Bork oder unter info@doc-lang.de
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