Wie hat sich Selm in 100 Jahren entwickelt? Diese Selmerin weiß es aus eigener Anschauung

100. Geburtstag

Mehr als jedes dritte 2019 geborene Mädchen wird laut einer Studie des Max-Planck-Instituts den 100. Geburtstag erleben. Heute ist das dagegen noch eine Ausnahme - wie bei Hedwig Hülsbusch.

Selm

, 06.10.2019, 14:07 Uhr / Lesedauer: 2 min
Wie hat sich Selm in 100 Jahren entwickelt? Diese Selmerin weiß es aus eigener Anschauung

Hedwig Hülsbusch feierte ihren 100. Geburtstag im Kreise ihrer Familie und Freunde. © Antje Pflips

Hedwig Hülsbusch hat am Sonntag, 6. Oktober, ihr 100. Lebensjahr vollendet. Die Familie, Nachbarn und Freunde waren ins Altenwohnheim St. Josef gekommen, um mit ihr diesen ganz besonderen Tag zu feiern.

Seit 2016 lebt die Jubilarin im Altenwohnheim und fühlt sich hier wohl. „Ich fühle mich hier sehr gut und bin zufrieden, was gibt es mehr?“, sagte sie. 70 Jahre lang wohnte sie nicht weit weg von der Einrichtung, am Overbergweg. Dort bewohnte sie ein großes Haus mit 1000 Quadratmetern Land.

Selbstversorger mit einem großen Grundstück

„Wir waren immer Selbstversorger“, erzählte ihr Sohn, Engelbert Feldkämper. Doch vor drei Jahren entschied Hedwig Hülsbusch für sich, dass sie ins Altenwohnheim umziehen wolle. Das Haus kennt sie gut durch viele Kranken- und Geburtstagsbesuche für die kfd in früheren Jahren.

Hedwig Hülsbusch wurde als ältestes Kind von fünf Geschwistern in Selm-Dorf geboren. 1943 heiratete sie Engelbert Feldkämper, der 1945 im Krieg fiel. Ein letztes Mal sah sie ihren Mann, als er verwundet im Lazarett in Rostock lag. „Da ist sie mitten im Krieg hin- und zurückgefahren“, berichtete Feldkämper.

Erster Mann ist kurz vor Kriegsende gestorben

1949 heiratete sie ein zweites Mal, Bernhard Hülsbusch. Aus dieser Ehe stammt der zweite Sohn, Michael Hülsbusch. Zur Familie gehören weiterhin drei Enkelkinder und die beiden Urenkel Annika und Niklas. „Bei Oma war es immer super“, schwärmte Niklas. Beide haben ihre Ferien oft bei ihr verbracht. Und Weihnachten kam sowieso die ganze Familie am Overbergweg zusammen.

Viel Arbeit im und am Haus aber auch viele Aktivitäten in der Freizeit prägten das Leben von Hedwig Hülsbusch. Sie brachte sich aktiv in das Gemeindeleben von St. Josef ein. Als Bezirksfrau der kfd kam sie durch das Verteilen der Kirchenzeitung und der kfd-Zeitung „Frau und Mutter“ in viele Familien. Sie gestaltete Messen mit und auch die Weihnachtskrippe wurde zum Teil von Familienmitgliedern gestaltet.

Wehmütige Erinnerung an den Abbruch von St. Josef

„Das war schon ein trauriges Bild, als St. Josef abgerissen wurde“, bedauerte sie. Dennoch habe sich Selm unterm Strich in den letzten Jahren „positiv entwickelt“.

Doch Hedwig Hülsbusch kennt sich nicht nur in Selm aus. Sie machte gerne Busreisen und besuchte viele Orte in Deutschland, Österreich und den Niederlanden.

Bürgermeister Mario Löhr und seine Stellvertreterin Jutta Steinert brachten neben dem Geburtstagsgeschenk das Goldene Buch der Stadt Selm mit, in das sich die 100-Jährige eintrug.

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