Wie hoch ist Selms Solar-Potenzial?

Kataster des RVR

Das Dach des Amtshauses Bork ist grün markiert im neuen Solardachkataster des Regionalverbands Ruhr (RVR). Das bedeutet: Das Dach ist „gut geeignet“ für eine Solaranlage. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zur interaktive Karte des RVR, die Selms Solar-Potenzial zeigt.

SELM

, 05.10.2017 / Lesedauer: 3 min
Wie hoch ist Selms Solar-Potenzial?

Wir haben uns das Stadtgebiet im neuen Solardachkataster des RVR angesehen. Hier ist die Kreisstraße zu erkennen.

Welche Informationen kann man in der Karte ablesen?

Unterschieden wird zwischen der Eignung für Fotovoltaikanlagen und Thermie. Bei Letzterem wird kein Strom erzeugt, sondern Wasser erwärmt. Die Gebäude sind rot (nicht geeignet), orange (bedingt geeignet), gelb (geeignet) oder grün (gut geeignet) markiert. Außerdem kann man sehen, wo auf dem Dach die Sonneneinstrahlung wie hoch ist und welche Dachflächen des Gebäudes für eine Solaranlage geeignet sind.

Wie sieht die Karte für Selm aus?

Viele große Gebäude sind grün markiert – darunter zum Beispiel die St.-Stephanus-Kirche, die Grundschule auf den Äckern und das Förderzentrum Nord. Gelb eingefärbt sind große Teile der Selmer Innenstadt. Da, wo es dicht bebaut ist und Dachflächen nicht nach Süden ausgerichtet sind, ist auch nicht so viel Potenzial vorhanden – soweit, so einleuchtend.

Welche Voraussetzungen muss ein Gebäude erfüllen, um für eine Solaranlage geeignet zu sein?

Auf einem Flachdach gibt es keine Probleme, dort kann man die Anlage nämlich einfach in Richtung Sonne ausrichten. Bei einem Schrägdach kommt es auf die Ausrichtung an. „Sehr gut ist eine Ausrichtung nach Süden, Südosten oder Südwesten. Norden, Nordosten oder Nordwesten hingegen lohnen sich überhaupt nicht“, sagt Wolfgang Beckröge, Referatsleiter Geoinformation beim RVR. Außerdem komme es auf die Größe des Dachs an. Das Kataster berücksichtigt zugleich auch, ob große Bäume oder höhere Gebäude ihren Schatten auf ein anderes Dach werfen. Das ist auch auf der Selmer Karte gut zu sehen. Die meisten roten Gebäude sind klein und stehen neben anderen, größeren Gebäuden.

Könnte also auf jedem grün markierten Gebäude eine Solaranlage installiert werden?

Nein. Die statische Eignung der Dachflächen oder Vorgaben des Denkmalschutzes werden im Kataster nicht berücksichtigt. Der RVR empfiehlt auf seiner Internetseite, sich bei Interesse vor Ort von einer Fachberatung informieren zu lassen.

Woher kommen die Daten für das Kataster?

Der interaktiven Karte auf der Internetseite des RVR liegen die Grundrisse der Gebäude zugrunde. Diese Informationen werden kombiniert mit Geodaten des nordrhein-westfälischen Landesvermessungsamts. Dafür fliegen Flugzeuge über ganz NRW und tasten mit Lasern die Oberfläche ab. So wird zum Beispiel festgestellt, wie hoch die Gebäude und wie schräg die Dächer sind. „Kleine Aufbauten wie Schornsteine oder Gauben können aber nicht erkannt werden“, so Beckröge.

Da es nicht möglich ist, das ganze Bundesland in einem Jahr zu überfliegen, stammen die Daten der verschiedenen Städte aus unterschiedlichen Jahren. Die Daten aus unserer Region sind relativ alt: Sie wurden 2012 erhoben. Das heißt aber auch, dass sie bald aktualisiert werden. Alle sechs Jahre vermisst das Landesvermessungsamt jede Region neu. Dann wird auch das Kataster des RVR aktualisiert.

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