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Wieder Streit an der Kreisstraßen-Baustelle: Arbeiten kosten Nerven

rnBaustelle Kreisstraße

Die Baustelle auf der Kreisstraße hat seit ihrem Start schon viele Nerven gekostet. Auch jetzt wieder: Der Patient einer Arztpraxis ist lautstark mit einem Bauarbeiter aneinander geraten.

Selm

, 03.04.2019 / Lesedauer: 4 min

Markus Lott ist ziemlich aufgebracht, als er am Montagnachmittag in die Redaktion der Ruhr Nachrichten auf der Kreisstraße kommt. Der Grund liegt ein paar Hundert Meter weiter die Straße runter: die langanhaltende Baustelle auf der zentralen Straße in Selm. Gerade, so erzählt er, sei er dort wegen seines geparkten Autos mit einem der Bauarbeiter aneinandergeraten.

Es wäre laut geworden, als der Bauarbeiter ihn auf das falsch geparkte Auto hinwies – durchaus auf beiden Seiten, gibt der Selmer zu. Auch die zuständige Baufirma Depenbrock Bau bestätigt den Vorfall auf Anfrage der Redaktion. Das Gespräch zwischen den beiden habe sich „hochgeschaukelt“, sagt Anke Rennegarbe von der Firma Depenbrock Bau. „Ein Wort gab das andere.“

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Es ist nicht das erste Mal, dass es auf der Baustelle Ärger gibt: Vor einigen Wochen hatten zwei Fußgänger einen der Bauarbeiter der Firma Depenbrock sogar tätlich angegriffen, einer hatte versucht, sie mit seinem Gürtel zu schlagen. Sicher ein Extremfall und kein Alltag auf der Baustelle. Aber dennoch: Nerven tut die Sperrung aktuell eigentlich fast jeden, der durch sie durch muss.

So auch Markus Lott, der am Montag eigentlich nur schnell zu seinem Hausarzt wollte, um ein Rezept abzuholen. Nur mal eben schnell – das ist etwas, das bei Dr. Michael Stockmann, dem betreffenden Arzt auf der Kreisstraße, gerade nicht so leicht möglich ist. Seit der vergangenen Woche hat der nämlich nicht nur die Baustelle vor der Eingangstür: Auch die Zufahrt zu den Stellplätzen zwischen den Häusern 89 und 89a ist von der Baufirma noch gesperrt worden.

„Das muss halt gemacht werden“

„Leider ist die Situation für Fußgänger und Radfahrer aufgrund der Baumaßnahmen noch recht unkomfortabel, Umleitungen müssen in Kauf genommen werden“, gibt auch Anke Rennegarbe von der Baufirma Depenbrock zu. Und auch Michael Stockmann, der die Baustelle von einem seiner Sprechzimmer aus gut sehen kann, gibt im Gespräch mit der Redaktion offen zu, dass an der Situation gerade keiner Spaß hat, viele Patienten davon genervt sind. „Aber das kann im Moment nun mal keiner ändern“, sagt der Hausarzt.

Natürlich sei es für Patienten, die einen Rollator nutzen oder gesundheitliche Beschwerden haben, nicht schön, die Umleitung über den Schäpershof und dann die Buddenbergstraße zu laufen. „Aber die Situation ist jetzt nun mal so, das muss halt gemacht werden“, sagt Stockmann, der seit 25 Jahren seine Praxis in Selm hat und ob der Baustelle „tiefenentspannt“ ist, wie er selbst sagt. „Weniger Patienten habe ich dadurch nicht“, sagt er. Schlimmer, so erzählt er noch, sei es sicher für Geschäfte oder Unternehmen in der Umgebung, die auf Laufkundschaft angewiesen seien.

Das bestätigt Marc Illmann sofort. Er ist Bereichsverkaufsleiter in der DEVK-Geschäftsstelle an der Kreisstraße 87, also ein Nachbar von Dr. Stockmann. Durch die neue Sperrung der Zufahrt fehlen ihm drei Kundenparkplätze, erzählt er. Laufkundschaft, sagt er außerdem im Gespräch mit der Redaktion, gebe es so gut wie gar nicht mehr. Ob die Baustelle geschäftsschädigend ist? „Definitiv“, sagt der Versicherungs-Mann. Darüber hinaus sei es kein Spaß, mit der Baustelle vor der Bürotür zu arbeiten: Die Bauarbeiter flexen zum Beispiel Steine oder nutzen Rüttelplatten zum Verdichten. Das macht Krach. „Ich kann hier nicht lüften“, sagt Marc Illmann. Die Geräuschbelästigung sei massiv. Aber: „Die Arbeiter machen ja auch nur ihren Job.“

Bauarbeiten liegen im Zeitplan

Und sie machen ihn gut – so ist jedenfalls die Beobachtung von Michael Stockmann. „Die Jungs sind enorm fleißig“, sagt er mit Blick auf die Baustelle.

Das bestätigt auch Stadtsprecher Malte Woesmann auf Anfrage der Redaktion. „Die Bauarbeiten im dritten Abschnitt liegen im Zeitplan“, erklärt er. Die Kreisstraße soll nach dem Stadtfest – also (13. bis 16. Juni) für den Verkehr freigegeben werden.

Zumindest die Zufahrt zu dem Hinterhof mit den weiteren Parkplätzen ist voraussichtlich schon früher wieder frei. „Wir hoffen, dass sich die Anspannung Mitte April für die Verkehrsteilnehmenden auflösen wird, dann sollte die Zufahrt und der Zugang zu der Praxis wieder direkt möglich sein“, erklärt Anke Rennegarbe von Depenbrock Bau.

Bei der Stadt Selm, die ja verantwortlich für die Baustelle ist, liegen laut Malte Woesmann aktuell keine Beschwerden gegen die Baustelle vor. Nach dem Vorfall mit dem Gürtel sei das Ordnungsamt aber regelmäßig vor Ort. Auch, um zu verhindern, dass Bauarbeiter und Fußgänger oder Autofahrer an der Baustelle aneinandergeraten, so wie im Fall von Markus Lott.

„Die Bauarbeiter machen ja nur ihren Job, die können ja nichts dafür“, sagt der Selmer, nachdem sein Ärger einen Tag später schon ein bisschen abgeflaut ist. Auch die Firma Depenbrock gibt sich nach dem Vorfall diplomatisch: „Zu verstehen sind beide Parteien – der PKW-Fahrer, der nur mit Mühe die Arztpraxis erreichen kann, und unsere Mitarbeiter, die am Tag etliche Male die Passanten darauf hinweisen müssen, nicht in die abgesperrten Bereiche der Baustelle zu laufen, damit sie und andere nicht gefährdet werden“, sagt Anke Rennegarbe. Sie nervt halt alle, die Baustelle...

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