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Wildunfälle in Selm: Blaue Blinker sollen helfen

Erhöhtes Risiko im Herbst

Mit dem Jahreszeitenwechsel steigt auch das Risiko der Wildunfälle auf den Landstraßen in der Region. Die kürzeren Tage, die Zeitumstellung und die Ernte der Felder beeinflussen das Verhalten des Wildes und sorgen für eine erhöhte Unfallgefahr. Was tun? In Selm soll die Farbe Blau Abhilfe schaffen.

SELM

, 20.09.2017 / Lesedauer: 3 min
Wildunfälle in Selm: Blaue Blinker sollen helfen

Revierjäger kontrollieren in ihrem Zuständigkeitsbereich entlang der Straßen regelmäßig, ob noch alle blauen Wildwarnreflektoren intakt sind.

Wildunfälle sind keine Seltenheit. Um die 80 Unfälle mit Reh oder Wildschwein passieren alleine im Raum Selm – eine extrem hohe Zahl, sagt Revierjäger Bernd Möllmann. Die Gefahr lauert besonders an Straßen, die an Wäldchen vorbei führen, von Büschen gesäumt sind oder entlang offener Felder: Verhältnisse, die auf viele Straßen um Selm zutreffen. „In Selm sind alle Straßen im Außenbereich gleich gefährlich“, sagt Möllmann.

Bis zu 80 Prozent der kreisweiten Wildunfälle entfielen alleine auf den Raum Selm. Das unterlegt die Kreispolizeibehörde mit Zahlen. Denn Feld und Wald gehören zum Lebensraum von Reh und Wildschwein.

Uhrumstellung verwirrt Tiere

Jetzt im Herbst vollziehen die Tiere ihren „Einstandwechsel“, so der Experte. Heißt im Klartext: Die Rehe wechseln den Ort, wo sie tagsüber leben. Die Felder sind größtenteils abgeerntet und bieten den Tieren nun weder Nahrung noch Deckung. „Im Herbst ziehen sie in den Wald, das ist ihr Schutzbereich“, so Möllmann. Entsprechend häufig springen die Rehe über die Schnellstraßen – und schauen dabei eben nicht vorher nach links und rechts.

Auch die Umstellung der Uhren in der dunkeln Jahreszeit spielt eine verheerende Rolle. „Das Reh kann sich an die Gewohnheiten des Menschen gewöhnen wie etwa Hauptverkehrszeiten“, so Möllmann. Sind die aufgrund unserer Uhrumstellungen plötzlich anders, gerät das Reh wieder häufiger buchstäblich unter die Räder.

Blaue Reflektoren am Straßenrand

Abhilfe schaffen sogenannte Wildwarnreflektoren. Die blauen „Blinker“ werden in Gefahrenbereichen an jeden zweiten Begrenzungspfahl beidseitig entlang der Straße angebracht. Darum kümmern sich die Jäger in Absprache mit dem Kreis Unna und dem Landesstraßenbauamt, erklärt Hegeringsleiter Andreas Witthoff. „Es gibt Praxisberichte, nachdem die Farbe Blau die beste Wildwarnwirkung hat“, sagt Andreas Schneider vom Landesjagdverband Nordrhein-Westfalen.

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Blau sei für Wildtiere eine regelrechte Schreckfarbe, heißt es dazu auch in einer Informationsbroschüre zu Wildwarnreflektoren. Und auch für Autofahrer sollten die blauen Reflektoren eine Warnung sein, dass in diesem Bereich der Straße Wildwechselgefahr herrscht.

Kommt es doch zu einem Unfall, bleibt es bei der Kollision mit einem Reh „meistens bei einem Blechschaden“, so Witthoff. Zwischen 15 bis 20 Kilo brächte ein Reh durchschnittlich auf die Waage.

Unfälle mit Schwarzwild besonders gefährlich

Das sieht bei sogenanntem Schwarzwild, also Wildschweinen, ganz ander aus. „Ein Wildschwein wiegt 50 bis 100 Kilo und mehr“, so Möllmann. Da könne man sich vorstellen, dass ein Aufprall mit dem PKW so wäre, als ob man gegen eine Mauer oder einen Baum fährt.

Auch bei Wildschweinen ist der Herbst die Hauptzeit für häufige Straßenüberquerungen: „Das Schwarzwild, das viel im Mais lebt, ist jetzt auch auf Waldflächen angewiesen“, so die Erklärung des Revierjägers. Für Autofahrer heißt es also jetzt, ganz besonders aufmerksam zu fahren, und vor allem den Fuß vom Gas zu nehmen. Das empfiehlt auch Polizeihauptkommissar Thomas Röwekamp von der Kreispolizeibehörde.

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