Zehn Prozent mehr Unfälle in Selm im Jahr 2015

Unfallstatistiken

Deutlich mehr Unfälle in Selm - und auch im Kreis Unna. Das zeigt die Statistik des vergangenen Jahres. Vor allem drei Gruppen sind besonders oft an den Unfällen beteiligt: Erwachsene Radfahrer, Autofahrende Senioren und Handynutzer jeden Alters. Die Smartphonenutzung kann jedoch nicht nur Autofahrern gefährlich werden.

SELM

, 15.02.2016, 19:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Um zehn Prozent ist die Zahl der Unfälle in Selm 2015 gestiegen. 589 Mal hat es gekracht auf Selmer Straßen, 53 Mal häufiger als im Vorjahr.  Auf Kreisebene fiel die Steigerung mit einem Plus von 13 Prozent noch deutlicher aus. Das liegt vor allem an drei Gruppen: den Handynutzern jeden Alters, den erwachsenen Radfahrern und den Autofahrenden Senioren.

 

Wie viele der kreisweit 8845 Unfälle – 1013 mehr als im Vorjahr – genau auf das Konto der Smartphonenutzung gehen, konnte Helm nicht sagen: „Aber gerade bei vielen Auffahrunfällen sehen wir einen Zusammenhang.“ Auch Fußgänger und Radfahrer ließen sich von den Geräten ablenken und bewegten sich „oft wie ferngesteuert“.

15 Senioren kamen zu Schaden bei Unfällen im vergangenen Jahr – das sind fünf mehr als noch 2014. „Dieses Plus geht vor allem auf das Konto von älteren Autofahrern“, sagt Michaela Helm.  Allerdings seien auch drei Fußgänger  im Alter von mehr als 65 Jahren darunter gewesen. „Die Verletzungen, die sich ältere Menschen zuziehen, sind dabei meist folgenschwerer als bei jüngeren.“ 

Freiwilliger Test

Einem verbindlichen Fahrtest für ältere Verkehrsteilnehmer wollten die Beteiligten der Pressekonferenz in den Räumen der Kreispolizei in Unna dennoch nicht das Wort reden: „Jeder ist natürlich selbst in der Verantwortung, sich Gedanken zu machen, ob er noch verkehrstauglich ist.“, sagte Landrat Michael Makiolla. „In der Tat sollte man sich dann auch überlegen, ob man sich testen lässt – freiwillig.“

Unfälle mit Radfahrern

Auch wenn die Zahl der Unfälle mir Radfahrern kreisweit mit 302 nahezu stagniert (2014 waren es 296): Landrat Makiolla ist alles andere als zufrieden damit. „Wir nennen uns fahrradfreundlicher Kreis. Tatsächlich müssen wir da aber mehr tun. „Zwar ist die Zahl der Schwerverletzten von 47 auf 33 kreisweit gesunken“, ergänzte Michaela Helm, die Gesamtzahl sei mit 302 Unfällen aber immer noch „viel zu hoch“.

Besondere Sorge macht ihr, „dass in mehr als 50 Prozent der Fälle die Radler Verursacher oder zumindest Mitverursacher der Unfälle sind“. Sie spreche dabei nicht von Kindern – deren Anteil unter den Unfallopfern sank zum Glück – , sondern von „25- bis 64-Jährigen, die es eigentlich besser wissen sollten“.

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