Zeltstadt für Flüchtlinge am LAFP Bork Liebe Bezirksregierung, verspiel das Vertrauen nicht

Circa 30 Menschen kamen im Frühjahr 2022 zur Bürgerinformationsversammlung zur Zeltstadt in Bork. Die Informationen, die sie damals erhielten, sind aber nicht mehr aktuell.
Circa 30 Menschen kamen im Frühjahr 2022 zur Bürgerinformationsversammlung zur Zeltstadt in Bork. Die Informationen, die sie damals erhielten, sind aber nicht mehr aktuell. © Sylvia vom Hofe
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Eine Flüchtlingsunterkunft des Landes NRW mit 1000 Plätzen ist eine Herausforderung für einen Ort wie Bork mit nicht einmal 7000 Einwohnern. Umso schöner, dass das Miteinander dort so gut klappt. Ein Schlüssel zu diesem Erfolg war sicher die Informationskampagne im Vorfeld.

Eine Pressekonferenz Mitte März und eine Bürgerversammlung im April, jeweils mit vielen Fachleuten, die Rede und Antwort standen. Das signalisierte den Menschen in Bork, dass die Verantwortlichen ihnen keine Informationen vorenthalten möchten. Tatsächlich waren damals – anders als 2015 – kaum Bedenken und Sorgen zu hören, sondern ganz im Gegenteil: Mitgefühl für die vorm Krieg fliehenden Menschen und Hilfsangebote. Diese Haltung hat sich in Bork zum Glück bis heute nicht geändert, die Informationsfreude der Bezirksregierung allerdings schon. Das ist schade.

Vermutlich hatte niemand der Verantwortlichen Lust, erklären zu müssen, warum die Zeltstadt erst mit fünfmonatiger Verspätung geöffnet hat, obwohl Kosten bereits anfielen und allerorts Wohnraum knapp wurde. Auch manches andere, was noch im Frühjahr wortreich angekündigt wurde, hat inzwischen keine Gültigkeit mehr: etwa, dass die Unterkunft nur für Menschen aus der Ukraine vorgesehen sei. Dafür mag es gute Gründe geben, die Bezirksregierung sollte sie nur mitteilen. Klar, wer Wohnraum für immer mehr Geflüchtete suchen muss, hat in diesen Krisenzeiten viel zu tun. Gespräche wären aber gut investierte Zeit. Sie zahlen ein auf das Vertrauen der Menschen vor Ort. Die Rendite ist Solidarität.