Zweiter Tag der Kleiderkammer Bork lief ruhiger ab

Spenden für Flüchtlinge

Nachdem der erste Tag an der Kleiderkammer für Flüchtlinge in Selm-Bork ziemlich chaotisch ablief, konnten am zweiten Tag die ehrenamtlichen Helfer ihrer Kernaufgabe nachkommen: gespendete Kleidung sortieren und gezielt Tüten für die Flüchtlinge in der Zeltstadt packen. Wir haben die Bilder dazu.

BORK

, 15.09.2015, 13:46 Uhr / Lesedauer: 2 min
Zweiter Tag der Kleiderkammer Bork lief ruhiger ab

Einblick in die Kleiderkammer für Flüchtlinge in Selm-Bork: Der zur Verfügung stehende Platz wird gut genutzt.

„Heute Vormittag waren zwar wieder ein paar Flüchtlinge da, aber so wie gestern war es nicht“, sagt Jeannine Tembaak, die sich in der Kleiderkammer im ehemaligen Supermarkt am Borker Marktplatz um die Organisation kümmert. „Es scheint in der Zeltstadt deutlicher kommuniziert worden zu sein, dass die Flüchtlinge ihre Kleidung nicht selber abholen sollen.“ Zudem steht dieser Appell am Fenster der Kleiderkammer gut sichtbar in englischer und arabischer Sprache.

Auf Listen steht, was jeder einzelne Flüchtling benötigt

Und so gehen die Helfer – am Dienstagvormittag rund 15 – ihrer Arbeit nach. Mittlerweile haben auch die Bedarfslisten die Kleiderkammer erreicht. Auf denen steht, was jeder Flüchtling in der Zeltstadt individuell benötigt. Ergebnis: „Wir haben schon Tüten für zwei Zelte gepackt“,  berichtet Jeannine Tembaak. Geplant sei, dass das Deutsche Rote Kreuz diese abholt und den Empfängern in der Zeltstadt übergibt. „Ich hoffe, dass das heute noch geschieht.“

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So war Tag 2 in der Kleiderkammer für Flüchtlinge in Selm

Am zweiten Tag der Öffnung der Kleiderkammer für Flüchtlinge in Bork ist Alltag eingekehrt. Nachdem am Montag ungewollt Flüchtlinge gekommen waren, um sich persönlich Kleidung auszusuchen, können die ehrenamtlichen Helfer in der Kleiderkammer nun ihrer Kernaufgabe nachkommen: Gespendete Kleidung sortieren und bedarfsgerechte Tüten für die Flüchtlinge in der Borker Zeltstadt packen. Wir haben die Bilder dazu.
15.09.2015
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Hier werden Kleidungstücke geordnet aufgehangen.© Foto: Marvin Hoffmann
Ein treffender Name!© Foto: Marvin Hoffmann
Auch helfen wieder fest zugewiesene Flüchtlinge tatkräftig mit.© Foto: Marvin Hoffmann
Mit den Schildern in verschiedenen Sprachen sollen Missverständnisse vorgebeugt werden.© Foto: Marvin Hoffmann
Dieser Mann bringt gerade schwerbepackt eine Spende zur Kleiderkammer.© Foto: Marvin Hoffmann
Wichtig sind zudem Koffer, damit die Flüchtlinge die Kleidung zu den Unterkünften transportieren können.© Foto: Marvin Hoffmann
Hier werden weitere Lagerungsmöglichkeiten begutachtet.© Foto: Marvin Hoffmann
Auch Bettwäsche wird verteilt.© Foto: Marvin Hoffmann
Klare Regelungen der Spendenannahme sorgen für einen reibungslosen Ablauf.© Foto: Marvin Hoffmann
Sogar Tornister für den Schulgebrauch funkeln zwischen den Regalen.© Foto: Marvin Hoffmann
Einblick in die Kleiderkammer für Flüchtlinge in Selm-Bork: Der zur Verfügung stehende Platz wird gut genutzt.© Foto: Marvin Hoffmann
An der Wand sieht man die "Dienstpläne" der Helfer.© Foto: Marvin Hoffmann
Die Helfer haben alle Hände voll zu tun.© Foto: Marvin Hoffmann
Die Kleidung wird auf Löcher oder ähnliches kontrolliert.© Foto: Marvin Hoffmann
Auch fest zugewiesene Flüchtlinge helfen bei der Sortierung mit.© Foto: Marvin Hoffmann
Die Aufgaben sind klar verteilt.© Foto: Marvin Hoffmann
Ein ehrenamtlicher Helfer nimmt eine Spende entgegen.© Foto:Marvin Hoffmann
Im Lagerraum werden die Sachen zunächst sortiert.© Foto: Marvin Hoffmann
Schlagworte Selm

70 bis 80 Ehrenamtliche teilen sich auf elf Schichten pro Woche auf. „Es können aber noch Helfer kommen“, sagt Jeannine Tembaak. An diesem Vormittag ist es eine ganze Gruppe, die dazu stößt. Es sind Asylbewerber, die Selm fest zugewiesen sind und im Übergangsheim in der Körnerstraße wohnen. Sie wollen helfen.

Im Gespräch mit der Redaktion erzählen zwei von ihnen, warum sie gekommen sind. „Ich liebe es zu helfen“, sagt Saleh Kalo, 32 Jahre alt und aus Syrien. Bengin Saleh wird aber noch deutlicher: „Wir wissen doch am besten, wie es den Flüchtlingen geht und was sie benötigen.“ 27 Jahre alt ist Bengin.

Wie seine anderen Freunde aus der Körnerstraße hat er einen langen Weg hinter sich gebracht, um dem Krieg in Syrien zu entfliehen. „Meine Eltern und meine Schwester sind noch in Syrien. Es bricht mir das Herz, vor allem, weil meine Mutter krank geworden ist.“ Ob seine Angehörigen auch noch nach Deutschland kommen? „Ich habe ein wenig Hoffnung“, sagt Bengin. Dann macht er sich mit seine  Freunden an die Arbeit: Tüten auspacken, Kleidung sortieren.

Weiter wird dringend Herrenkleidung gesucht

So wie Darline Holterbork. Die 19-jährige Selmerin gehört zu denen, die regelmäßig in der Kleiderkammer helfen. Warum? „Ich habe Zeit, weil ich darauf warte, zu studieren. Wenn ich helfen kann, dann helfe ich.“ Alltag in der Kleiderkammer.

Dazu gehört auch, abzuschätzen, was benötigt wird und was nicht. Jeannine Tembaak: „Im Moment benötigen wir nur noch Herrenkleidung bis L, Herrenschuhe und Kinderkleidung.“ Damenkleidung und Kinderspielzeug sei genug vorhanden. Die Lagerkapazitäten der Kleiderkammer seien begrenzt.

Eine Bitte hat Jeannine Tembaak: „Es wäre schön, wenn die Menschen die Kleidung vorsortieren würden, bevor sie sie zu uns bringen.“ Heißt: Nach Größen zu ordnen und die Tüten dann zu beschriften, würde den ehrenamtliche Helfern die Arbeit erleichtern.

Zu diesen Zeiten können Spenden abgegeben werden
Die Öffnungszeiten der Kleiderkammer zur Annahme von Kleiderspenden: Montag bis Samstag 9 bis 12 Uhr und  Montag bis Freitag 15 bis 18 Uhr.

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