Andreas Thivessen: Aufschlag bei 90 Prozent Luftfeuchtigkeit

Tennis-WM

Der Werner Andreas Thivessen hat an der Team-WM in der Altersklasse M35 teilgenommen. Am Ende stand Platz sieben zu Buche. Härtester Gegner waren für den 37-Jährigen die äußeren Bedingungen.

28.10.2018, 20:54 Uhr / Lesedauer: 2 min
Andreas Thivessen: Aufschlag bei 90 Prozent Luftfeuchtigkeit

Andreas Thivessen (l.) mit seinen beiden deutschen Teamkollegen Sebastian Schiessel und Marco Lauderbach bei der WM in Miami: Die drei M35-Tennisspieler belegten den siebten Platz.Thivessen © Andreas Thivessen

Die Sonne heizt die Luft bis auf 30 Grad Celsius an. Viel schlimmer ist die Luftfeuchtigkeit. Die beträgt 90 Prozent. „Das ging gar nicht“, sagt Andreas Thivessen. Braun gebrannt erzählt der 37-jährige Werner Tennisspieler von seinen Erlebnissen in Miami. Hier hat er vom 21. bis 26. Oktober gemeinsam mit zwei weiteren Deutschen an der Weltmeisterschaft der Altersklasse M35 teilgenommen.

Das Teilnehmerfeld bestand aus 19 Nationen, aufgeteilt in sechs Gruppen. Gespielt wurden je ein Doppel und zwei Einzel. Das deutsche Team um Andreas Thivessen – Nummer elf der ITF-Weltrangliste in seiner Altersklasse – bekamen es mit Großbritannien und Irland zu tun. Gegen die Briten verloren die Deutschen mit 1:2. Thivessens Sieg im Einzel reichte nicht, da die Briten im Doppel „einfach zu stark sind“, sagt Thivessen. Gegen Irland gewann er sein Einzel ebenfalls und nun klappte es auch im Doppel – Deutschland gewann die Partie klar mit 3:0.

Hitze macht Spiel gegen Mexiko besonders hart

Als Gruppenzweiter zogen die Deutschen in die Runde um die Plätze sieben bis zwölf ein. Zunächst ging es gegen Mexiko. Hier verlangten Gegner und Wetter Thivessen alles ab. Sein Einzel dauerte fast dreieinhalb Stunden, am Ende verlor er es mit 4:6, 7:6 und 1:6. „Es war so heiß, dass ich nach jedem Seitenwechsel meine Mütze in einem Eimer Wasser komplett nass gemacht habe. Am Ende des Satzes war die Mütze wieder trocken“, erzählt Thivessen. Seine Mannschaftskollegen Marco Lauderbach und Sebastian Schiessel gewannen anschließend das Doppel und Lauderbach auch das weitere Einzel-Spiel, sodass Deutschland weiter im Rennen blieb. Der nächste Gegner hieß Kanada. „Da habe ich ausgesetzt“, so Thivessen – das Mexiko-Spiel hatte Spuren hinterlassen.

Und auch einen Tag später – Deutschland bezwang Kanada mit 3:0 – habe er das Spiel noch in den Knochen gespürt. Doch gegen Portugal hieß es Zähne zusammenbeißen: Es war das Entscheidungsspiel um den siebten Platz. Hier steuerte Thivessen einen Sieg im Einzel zum 3:0-Erfolg bei. „Der siebte Platz bei der Weltmeisterschaft ist absolut leistungsgerecht. An einigen Nationen kommt man halt nicht vorbei, so wie Holland oder Italien. Für mich war es auf jeden Fall mal wieder eine tolle Erfahrung“, sagt der 37-Jährige.

Kleiner Urlaub in der Nähe von Miami

Für seinen Trip nach Miami musste er auch selbst in die Tasche greifen. Zwar gäbe es vom Verband eine finanzielle Unterstützung, die aber nicht ausreiche, um den gesamten Trip zu finanzieren. Außerdem hat Thivessen die Weltmeisterschaft auch mit etwas Urlaub verbunden. In der ersten Woche vor der WM übernachtete er bei seinem Mitspieler aus seinem Verein in Deutschland, dem TV Espelkamp-Mittwald, der ein Haus in der Nähe Miamis besitzt. Während der WM wohnte Thivessen in einem Haus direkt an der Tennisanlage.

Mit dem TV Espelkamp spielt Thivessen in der 1. Bundesliga Herren 30. Mit seinem Team wurde er in der abgelaufenen Spielzeit Vizemeister – so wie bei den Deutschen Meisterschaften in der Halle und Draußen. „Drei Mal den Vizetitel geholt...“, sagt Thivessen und fasst sich an die Stirn.

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