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Auf die Füße geschaut

Pilzerkrankungen

Fuß- und Nagelpilz sind weit verbreitet. Wird die Infektion frühzeitig erkannt, kann sie jedoch schnell geheilt werden.

04.09.2017 / Lesedauer: 3 min

Es brennt, es juckt, es nässt: Wenn es so weit ist, hat sich der Fußpilz schon längst eingenistet. Dann hilft nur noch eine entsprechende Behandlung mit speziellen Cremes oder Puder. So weit muss es aber eigentlich nicht kommen. Denn obwohl Fußpilz in der Bevölkerung sehr weit verbreitet ist, gibt es einfache, vorbeugende Maßnahmen, mit denen sich gesunde Menschen vor Fußpilz schützen können.

„Die Ansteckung erfolgt oft im Schwimmbad oder in der Sauna“, sagt Rosanna Reiter, medizinische Fußpflegerin aus Wuppertal. „Durch das Wasser weicht die Haut auf und wird empfindlicher. Wenn dann noch ein schlechtes Immunsystem oder eine leichte Verletzung am Fuß hinzukommen, haben die Pilzsporen ein leichtes Spiel.“ Badeschlappen helfen nur bedingt, denn durch das spritzende Wasser gelangen die Sporen trotzdem an die Füße. Am besten hilft daher das gründliche Abtrocknen der Zehenzwischenräume mit einem sauberen Handtuch.

Regelmäßig desinfizieren

Wer sicher gehen möchte, sollte außerdem auch in Hotelzimmern Schuhe tragen, sodass die Haut möglichst nicht mit den Pilzsporen in Berührung kommt. Davon, die Füße aus reiner Vorsicht regelmäßig zu desinfizieren, rät Rosanna Reiter ab. „Auf diese Weise wird eher der natürliche Hautschutz zerstört und man erreicht das Gegenteil.“ Immer wieder kommen Kunden zu ihr, die an Fußpilz leiden. Oft wissen sie aber gar nicht, was genau es mit der Infektion auf sich hat.

Kommt es zu einer Ansteckung, beginnt diese unauffällig. Meist rötet sich die Haut zwischen den kleineren Zehen, sie wird trocken und schuppig. Die Ursache liegt in der Hornschicht der Haut beziehungsweise dem Eindringen der Pilze in diese Hornhautschicht. Der Befall beschleunigt die Erneuerung der Hornhaut, was zu einer Verdickung führt.

Die Haut schuppt sich. Gleichzeitig wird das Immunsystem aktiviert, was das Brennen und Jucken auslöst. Die meisten Betroffenen merken jetzt erst, dass sie sich infiziert haben.

Behandlungsdauer einhalten

„Wer sichergehen will, geht zum Hausarzt, der eine entsprechende Diagnose stellt. Alternativ kann man sich auch in der Apotheke beraten lassen und ein rezeptfreies Mittel gegen Fußpilz besorgen“, sagt Rosanna Reiter. Meistens trete die Wirkung schnell ein. Um eine Neuansteckung zu verhindern sei es aber wichtig, die Behandlungsdauer einzuhalten, auch wenn es keine äußerlichen Anzeichen mehr gebe.

Etwas anders gestaltet sich die Angelegenheit, wenn nicht die Haut, sondern der Nagel von einem Pilz befallen ist. Nagelpilz beginnt oft scheinbar harmlos mit weißen Flecken an der Nagelspitze. Im weiteren Verlauf wird der Nagel dicker und brüchiger, mitunter auch bröselig. Farblich verändert sich der Nagel ins gelblich-braun. „Wer den Verdacht hat, an Nagelpilz zu leiden, sollte sich dies auf jeden Fall vom Hautarzt bestätigen lassen“, betont Rosanna Reiter. „Er verschreibt meist einen Lack oder eine Tinktur, die regelmäßig aufgetragen werden soll. Meist hilft das schon.“

Medizinische Fußpflege

Ist dies nicht der Fall, rät sie zum Besuch einer medizinischen Fußpflege. Dabei kann in schweren Fällen die Nagelplatte geöffnet werden – so gelangen die Wirkstoffe direkt an den befallenen Teil und können unmittelbar wirken. „Das ist nicht schmerzhaft, auch wenn manche Patienten davor Sorge haben“, beruhigt Rosanna Reiter. Sie weist auch darauf hin, dass ein regelmäßiges Feilen oder Abschleifen der betroffenen Nägel enorm wichtig sei, um die befallenen Teile des Nagels dauerhaft zu entfernen.

Wichtig sei es zudem, die Behandlung zu Ende zu führen. „Ein Fehler, der immer wieder gemacht wird, ist, die Behandlung zu früh abzubrechen. Nur weil es keine sichtbaren Symptome mehr gibt, heißt das nicht, dass der Nagelpilz verschwunden ist.“

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