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Der Tag als Hölle

Alpträume

„War doch nur ein Traum“ – der Spruch tröstet nach einem Albtraum nicht so recht. Denn oft ist auch der Tag im Eimer: Man kann sich schlecht konzentrieren, ist schlecht drauf. Wer das ständig hat, geht abends ungern schlafen. Betroffene können etwas dagegen tun. Fragen und Antworten.

07.03.2016 / Lesedauer: 3 min
Der Tag als Hölle

Nächtliche Gruselszenarien können manchmal noch den nächsten Tag vermiesen.

Was ist ein Albtraum? Albträume lösen so starke, negative Gefühle aus, dass man davon aufwacht. Neben Angst kann das auch Trauer, Ärger oder Ekel sein, erklärt Prof. Michael Schredl. Er ist wissenschaftlicher Leiter der Schlafforschung am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim. Meist treten Albträume in der zweiten Nachthälfte auf. Es können aber auch schlechte Träume, von denen man nicht aufwacht, einen erheblichen Leidensdruck mit sich bringen, sagt Hans-Günter Weeß, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin.

Beeinflussen Albträume auch den Tag oder gar das Leben? „Albträume hat jeder mal. Zum Problem werden sie erst, wenn ein starker Leidensdruck entsteht“, erklärt Judith Koppehele-Gossel vom Institut für Psychologie an der Universität Bonn. Etwa wenn die Träume einen noch tagsüber in Angst versetzen oder Betroffene aus Furcht vor erneuten Albträumen nicht mehr Schlafengehen mögen. Kommen Albträume zudem häufiger als einmal in der Woche vor, würde bei Betroffenen wohl eine Angsttraumstörung diagnostiziert werden. Diese gehört zu den Schlafstörungen. Insgesamt sind davon rund fünf Prozent der Erwachsenen in Deutschland betroffen.

Welche typischen Albtraum-Szenarien gibt es? Fallen, verfolgt werden, sich gelähmt fühlen, zu spät kommen und der Tod oder das Verschwinden einer nahestehenden Personen – das sind laut Schredl die fünf häufigsten Albtraum-Themen von Erwachsenen. Viele Menschen mit Albträumen glauben, dass sie immer genau das Gleiche träumen, berichtet Koppehele-Gossel. „Wenn sie dann aber ein Traumtagebuch führen, stellen sie schnell fest: Es sind nur bestimmte Elemente, die immer wieder auftauchen, aber die Abfolge oder der Zusammenhang sind anders.“

Warum haben manche Menschen Albträume? Die genauen Ursachen von Albträumen sind nicht geklärt. „Vor allem Menschen mit einer posttraumatischen Belastungsstörung sind besonders häufig betroffen“, sagt Koppehele-Gossel. In ihren Albträumen kehrt meist ein Thema immer wieder. Auch Stress kann mit Albträumen einhergehen. Weeß ergänzt, dass auch die Veranlagung und Medikamente wie Blutdrucksenker Albträume begünstigen können – ebenso wie Alkohol.

Sind Albträume beeinflussbar? Man sollte sich mit Albträumen nicht abfinden, sie sind behandelbar. Im Fall des Falles kann der Hausarzt einen Psychotherapeuten oder einen Schlafmediziner empfehlen. Betroffene können es aber auch mit speziellen Techniken versuchen. Bei der Konfrontation schreiben sie den Traum auf und lesen ihn mehrmals hintereinander vor. „Dadurch, dass man den Traum immer wieder erlebt, gewöhnt man sich daran“, erklärt Weeß. Auch bei der Imagery Rehearsal Therapy schreiben Betroffene ihren Albtraum auf. Dabei suchen sie aber ein positives Ende, so Schredl. Das neue Prinzip heißt: „Ich habe Angst und überlege, was ich tun kann.“ Das sollte man zwei Wochen lang täglich durchgehen. Wenn es klappt, reagiert man im Schlaf wie eingeübt.

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