„Ein geiles Gefühl“ - Chris Thannheiser (29) feiert Comeback beim Werner SC

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Nach 21 Monaten stand Chris Thannheiser endlich wieder auf dem Platz für den Fußball-Landesligisten Werner SC. Beim 3:0-Sieg in Heiden kam „Tanne“ nach 83 Minuten für Youssef Saado ins Spiel.

von Marcel Schürmann

Werne

, 19.08.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Leidenszeit hat endlich ein Ende gefunden. Chris Thannheiser ist zurück beim WSC. Der etatmäßige Kapitän, der die gesamte vergangene Saison wie schon die Rückrunde der vorherigen Saison wegen einer Schambeinentzündung ausgefallen war, kam am Sonntag erstmals wieder zu einem Einsatz für seinen Klub. Beim Stand von 3:0 kam „Tanne“ für den Torschützen zum 2:0, Youssef Saado, ins Spiel.

„Ich würde sagen, es lief ganz gut“, war Thannheiser die gute Laune auch am Montagmittag im Telefongespräch mit dieser Redaktion anzuhören. „Die Jungs waren am Sonntag alle ein bisschen baff, als ich mit der Sporttasche zum Treffen kam. Alle haben sich tierisch für mich gefreut, dass Lars (Müller, Trainer WSC, Anm. d. Red.) mir die Chance gegeben hat.“

Eine Woche lang hat Thannheiser nun erst wieder mit seiner Mannschaft trainiert. Am Donnerstag habe der Trainer ihm nach dem Training dann signalisiert, „dass es sein kann, dass ich in den Kader rutsche“, so Thannheiser weiter. Am Freitag fehlte der 29-Jährige aus beruflichen Gründen zwar beim Training, ein Einsatz kam am Sonntag aber dennoch zustande.

Und plötzlich ruft Joel Simon: „Tanne, komm!“

80 Minuten lang musste sich Thannheiser gedulden. Zunächst auf der Bank, dann hinter der Grundlinie beim Warmmachen. Und dann hallt plötzlich der Ruf von Co-Trainer Joel Simon über den Platz: „Tanne, komm!“ „Das war ganz lustig“, sagt der Eingewechselte, „denn für gewöhnlich ruft Lars immer die Ersatzspieler zu sich. Das hat sich Joel aber diesmal nicht nehmen lassen. Eine feine Aktion. Der Spielstand von 3:0 war dafür aber auch prädestiniert.“

Die Kapitänsbinde überließ der Stürmer aber weiterhin Daniel Durkalic. Bis Thannheiser mal ein Spiel von Anfang an bestreiten kann, das könnte noch eine Weile dauern. „Von der Fitness her, fühle ich mich fit“, sagt er. Dennoch schätzt er: „Ich bin, denke ich, gerade mal bei 40 bis 50 Prozent und noch lange nicht da, wo ich hinwill. Wichtig wird sein, dass ich es nicht direkt übertreibe. Da mache ich mir bei Lars aber auch keine Sorgen. Wir werden das sicherlich gut dosieren.“ Die nächsten Einsatzminuten könnte Thannheiser dann beim Testspiel gegen den Holzwickeder SC am Dienstagabend sammeln.

Thannheiser: „Muss keine Brille mehr tragen“

Im Sommer hat sich Thannheiser darüber hinaus einer Augen-OP unterzogen. „Ich habe mir die Augen lasern lassen und muss nun keine Brille mehr tragen. Da ist alles top gelaufen. So konnte ich wieder voll konzentriert einsteigen.“

„Ein geiles Gefühl“ - Chris Thannheiser (29) feiert Comeback beim Werner SC

Thannheiser mit Brille - auch dieser Anblick gehört nun der Vergangenheit an. © Döring

Worüber er sich mindestens genauso gefreut hat: die Momentaufnahme an der Tabellenspitze. „Nicht ganz. Wir sind nur Zweiter“, sagt er und lacht. „Aber wir sind oben mit dabei und das ist schon ein geiles Gefühl. Sonst die Jahre war unser Blick fast immer nach unten gerichtet. Die nächsten Aufgaben können wir nun mit breiter Brust bestreiten. Wir haben auf jeden Fall das Potenzial, um den einen oder anderen, der vielleicht am Ende oben steht, zu ärgern.“ Seine positive Einstellung hat Thannheiser in den vergangenen 21 Monaten zumindest nicht verloren.

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