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Ein unscheinbares Knöchelchen

Fersensporn

Von außen ist nichts zu sehen, höllisch wehtun kann es trotzdem: Wenn der Fuß beim Auftreten unerwartet schmerzt, liegt es womöglich am Fersensporn.

07.09.2015 / Lesedauer: 3 min
Ein unscheinbares Knöchelchen

Von außen ist nichts zu sehen – ein Fersensporn unter der Fußsohle ist aber manchmal sehr schmerzhaft.

Man muss ihn sich wie einen zusätzlichen kleinen Knochen vorstellen, der sich am Fuß erst nachträglich gebildet hat. Die Verknöcherung selbst kommt häufig vor und macht keine Probleme. Nur im Fall einer Plantarfasziitis, einer Entzündung der Plantarsehne an der Fußsohle, kann es übel werden. Warum das so ist, erklärt Renée Fuhrmann, promovierte Orthopädin und Chefärztin der Klinik für Fuß- und Sprunggelenkchirurgie an einem Krankenhaus in Bad Neustadt.

Wie verbreitet ist der Fersensporn? „Es gibt ihn sehr häufig“, sagt Renée Fuhrmann. Rund jeder Dritte Mensch hat ihn, bei Älteren über 50 Jahren nimmt die Häufigkeit noch zu. Mediziner unterscheiden zwei Varianten, den oberen Fersensporn an der Hacke und den unteren unter der Fußsohle – letztere kommt öfter vor.

Wie bemerkt man, dass man einen Fersensporn hat? Es kann sein, dass man überhaupt nichts von ihm merkt. „Auch wenn er im Röntgenbild zu sehen ist, heißt das nicht, dass man Schmerzen haben muss“, sagt Renée Fuhrmann. „Wenn er beim Röntgen zu erkennen ist, besteht die Erkrankung außerdem schon lange. Sie ist ein Zeichen dafür, dass es dort mal eine entzündliche Veränderung am Muskel-Sehnen-Ansatz gegeben hat.“

Wer hat ein besonderes Risiko für die Erkrankung? Bei Frauen kommt der Fersensporn häufiger vor als bei Männern. Patienten mit Rheuma bekommen ihn überdurchschnittlich oft, genau wie Menschen mit Senk- oder Plattfuß. Übergewicht ist ein Risikofaktor – und hohe Absätze. „Sie befördern die Verkürzung der Wadenmuskulatur“, warnt Renée Fuhrmann. Und dadurch steigt die Gefahr einer Plantarfasziitis.

Was tut man gegen schmerzhafte Symptome? „Das Beste ist eine Dehnungsbehandlung der Wadenmuskulatur“, sagt Fuhrmann. Das ist zum Beispiel durch die entsprechenden Übungen bei einem Physiotherapeuten möglich. Dabei werden die Wadenmuskeln trainiert. Die Dehnübungen bringen in der Regel schon kurzfristig eine Besserung. Bis die Patienten beschwerdefrei sind, müssen sie aber über mehrere Monate gemacht werden. Viele Orthopäden stellen dafür allerdings kein Rezept aus. Eine Alternative kann sein, sich auf eigene Kosten vom Physiotherapeuten zeigen zu lassen, welche Übungen sinnvoll sind.

Muss man den Fersensporn eventuell operieren? „Eine operative Behandlung ist sehr selten. Dabei löst man die Sehnen vom Knochen ab“, erklärt Renée Fuhrmann. Aber das ist nur ein Szenario für den Extremfall. Häufiger sind Injektionen, dabei wird Kortison gespritzt, das gegen die Entzündung hilft. „Eine andere Möglichkeit ist eine Elektrotherapie“, sagt die Expertin. 

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