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Faktencheck Zahnerkrankungen

Drei Tipps vom Experten

Gesunde und schöne Zähne gehören nicht nur zu einem attraktiven Aussehen, sondern tragen auch wesentlich zur Lebensqualität bei. Bei Erkrankungen im Mundraum gilt es, wichtige Fakten zu beachten, um möglichst schnell zu einem strahlenden Lächeln zurückzufinden, das lange anhält.

02.06.2017 / Lesedauer: 3 min
Faktencheck Zahnerkrankungen

Gesunde Zähne tragen zur Lebensqualität bei.

Dr. Christoph Sliwowski, Leiter der Zahnimplantat-Klinik Düsseldorf im St. Vinzenz-Krankenhaus, erklärt, worauf Patienten achten sollten.

1. Erste Symptome ernst nehmen  „Fortgeschrittene Beschwerden im Mundraum erfordern oft umfangreiche Maßnahmen und nicht immer lassen sich betroffene Zähne retten. Daher empfehle ich allen Patienten, schon auf erste Symptome zu achten und diese im Zweifelsfall abklären zu lassen. So stellt leichtes Zahnfleischbluten beispielsweise noch kein großes Problem dar. Ignorieren Betroffene es jedoch über einen längeren Zeitraum, nimmt die Reizung des Weichgewebes zu. Im schlimmsten Fall droht Parodontitis, das heißt, eine Entzündung des Zahnhalteapparates. Dabei lässt sich besonders im Anfangsstadium leicht gegensteuern: Bei einer professionellen Zahnreinigung werden Beläge entfernt, die bei der täglichen Zahnpflege nicht erreicht werden, und den Patienten die richtige Anwendung von Zahnseide und Zwischenraumbürstchen erklärt. Regelmäßig genutzt, beugen diese gewöhnlich weiter reichenden Problemen vor. Da nicht alle Erkrankungen von Beginn an Beschwerden bereiten, gehört ein halbjährlicher Kontrollbesuch beim Zahnarzt zu einer optimalen Mundhygiene dazu.“

2. Individuelle Probleme erfordern individuelle Lösungen „Ob Füllung oder Krone, direkte Implantatversorgung oder Kieferknochenaufbau – je nach Ausgangslage stehen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten zur Wahl. Um die geeignete Lösung zu finden, erfolgt zunächst eine genaue Untersuchung. Dabei spielt auch die vom Patienten gewünschte Optik, etwa bei der Wahl von Materialien, eine wichtige Rolle. Fehlen ein oder mehrere Zähne, wird vorab die Beschaffenheit des Kieferknochens sowie die genaue Lage der Nervenbahnen und benachbarten Zahnwurzeln geprüft. Dafür steht die digitale Volumentomographie, kurz DVT, zur Verfügung. Anhand des daraus entstehenden dreidimensionalen Röntgenbildes können sowohl Zahn- als auch Kieferbeschaffenheit erkannt und das weitere Vorgehen präzise geplant werden. Dazu zählen etwa Anzahl und Größe von verwendeten Implantaten. In einigen Fällen wird der Kieferknochen im ersten Schritt aufgebaut, um Implantaten später ein festes Fundament zu bieten.“

3. Nachsorge genauso wichtig wie Vorsorge „Auch wenn es sich bei Zahnersatz um künstliche Materialien im Mund handelt, bleibt eine sorgfältige Pflege mindestens so wichtig wie bei echten Zähnen. Denn auch hier haften Ablagerungen an, die einen Nährboden für Bakterien bilden. Wer diese nicht entfernt, begünstigt Reizungen und Erkrankungen des umliegenden Gewebes. Bei Zahnimplantaten stellt die sogenannte Periimplantitis das sicherlich größte Risiko dar – eine Entzündung, bei der sich Zahnfleisch und Knochensubstanz zurückbilden und es im schlimmsten Fall zum Implantatverlust kommt. Träger von Implantaten und Stegsystemen setzen am besten auf Interdentalbürsten zusätzlich zur Zahnbürste, um auch schwer zugängliche Areale zu erreichen. Bei sehr schmalen Lücken ist jedoch Zahnseide besser, um den Zahnzwischenraum, die sogenannte Zahnfleischpapille, nicht zu schädigen. Dabei unbedingt die korrekte Handhabung beachten und den feinen Faden vorsichtig auf und ab bewegen. Zusätzlich beugen Mundspüllösungen Plaque vor. Zweimal im Jahr empfehlen sich zudem ein Kontrollbesuch sowie eine professionelle Zahnreinigung. Auf diese Weise können Implantate ein Leben lang halten.“

 

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