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Blockierte Straßen zum Herzen

AOK-Gesundheitstalk

13.12.2017 / Lesedauer: 3 min
Blockierte Straßen zum Herzen

Die Zuhörer hatten nach dem Info-Abend viele Fragen an das Podium (v. l.): Professor Markus Stücker, Mike Ivica Muretic, Dr. Erika Mendoz und Tom Ackermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Nordwest. Foto: Laryea © Dan Laryea

Malt sich der Sockenrand am Unterschenkel ab? Fühlen sich die Beine schwer an? Schmerzen sie gar? Sind sie geschwollen? Ist die Haut trocken? Liegt ein Juckreiz vor? Dann sollten Betroffene zum Arzt gehen und untersuchen lassen, ob eine Venenerkrankung hinter den Symptomen liegt. Nicht immer äußert sich diese durch dicke, sofort erkennbare oberflächliche Krampfadern. Und nicht immer droht gleich eine Lungenembolie.

Besenreiser zum Beispiel, diese kleinen, unschönen bläulichen Verfärbungen an Knöcheln und Unterschenkeln, können durchaus nur ein kosmetisches Problem sein. Aber die echte Gefahr vom ästhetischen Ärgernis unterscheiden, das kann eben nur ein Mediziner, im Zweifelsfall ein Phlebologe. Das ist ein Gefäßspezialist.

Schnelle Alltags-Übungen

Gleich zwei Spezialisten erklärten Montagabend im voll besetzen Conference Center im Lensing-Carrée den aufmerksamen Zuhörern, wie Venen, diese „Einbahnstraßen zum Herzen“, funktionieren, wie man ernsthaften Erkrankungen vorbeugen kann und wann tatsächlich eine Operation unvermeidbar wird. Beim fünften AOK-Gesundheitstalk wurden die Zuhörer auch zu kleinen Übungen ermuntert, die jeder von ihnen, ob nun stark betroffen von Krampfadern oder nicht, jederzeit mehrmals täglich wiederholen sollte. Die Übungen dauern nur wenige Minuten.

So geht‘s

Mike Ivica Muretic ist Physiotherapeut der U23 von Borussia Dortmund. Er sagt, wie es geht:

Aufrecht sitzen, beide Hände an den Brustkorb legen, ein paar Mal normal atmen. Danach tiefer ein- und ausatmen. Und schließlich ganz bewusst Bauch- beziehungsweise Zwerchfellatmung praktizieren.

Jetzt mit den Füßen kreisen, erst einzeln, dann mit beiden.

Danach aufstehen und mit den Füßen wippen: auf die Fersen stellen, dann auf die Zehenspitzen, immer hin und her wechseln und dies oft wiederholen.

Diese leichten Übungen trainieren Muskelpumpen und Venenklappen.

Krampfadern

Krampfadern sind Erscheinungen der zivilisierten Welt. Das zeigen Studien, für die Naturvölker untersucht wurden. Bewohner von Papua Neuguinea haben danach keine Krampfadern. „Das Dschungelcamp bieten wir unseren Versicherten deshalb aber nicht an“, scherzte Tom Ackermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Nordwest. Aber die Krankenkasse biete ihren Versicherten, immerhin drei Millionen Menschen in der Region, die unterschiedlichsten Bewegungs- und Entspannungskurse an, auch zur gezielten Vorbeugung von Venenerkrankungen.

Die beiden Gefäßexperten, Professor Markus Stücker und Dr. Erika Mendoza, ermunterten die Zuhörer zu mehr Bewegung. Vorbeugend wirkten sich auch Gewichtsverlust und Rauchverzicht auf die Venen aus. Zucker- und fettarme Ernährung, dazu ausreichendes Trinken (Wasser) wirkten ebenfalls präventiv.