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Krankschreibungen in der Pandemie

AOK-Analyse

Gesundheitsberufe in Westfalen-Lippe waren am stärksten von Covid-19 betroffen. Das ergab eine aktuelle AOK-Analyse.

27.08.2020, 09:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Vor allem Beschäftigte in Gesundheitsberufen wurden in Westfalen-Lippe wegen Covid-19 krankgeschrieben.

Vor allem Beschäftigte in Gesundheitsberufen wurden in Westfalen-Lippe wegen Covid-19 krankgeschrieben. © AOK/hfr.

Beschäftigte in Gesundheitsberufen waren in Westfalen-Lippe von März bis Mai 2020 am stärksten von Krankschreibungen im Zusammenhang mit Covid-19 betroffen. Das ergab eine aktuelle Analyse der Arbeitsunfähigkeitsdaten der Mitglieder der AOK NORDWEST.

„Diese Ergebnisse machen deutlich, dass Beschäftigte aus systemrelevanten Branchen, die auch in der Pandemie vermehrt Kontakte zu anderen Menschen hatten, scheinbar stärker von Covid-19 betroffen waren“, sagt Dr. Christoph Vauth, stellvertretender AOK-Vorstandsvorsitzender.

Frauen häufiger betroffen als Männer

Insgesamt erhielten von den AOK-versicherten Erwerbstätigen in Westfalen-Lippe von März bis Mai 2020 rund 4.000 Beschäftigte von einem Arzt eine Arbeitsunfähigkeit im Zusammenhang mit einer Covid-19-Diagnose.

Dabei waren Frauen häufiger betroffen als Männer. Unter den jüngeren Beschäftigten bis zu 20 Jahren waren Krankmeldungen mit Bezug zu Covid-19 am häufigsten, bei den 30- bis 40-jährigen Erwerbstätigen am seltensten.

Gesundheitsberufe von Covid-19 betroffen

Insbesondere Beschäftigte aus den Gesundheitsberufen waren von März bis Mai 2020 vergleichsweise häufig von Fehlzeiten im Zusammenhang mit Covid-19 betroffen. Die höchste AU-Quote (Betroffene in Prozent) wurde im Rettungsdienst (1,2 Prozent), bei den Medizinischen Fachangestellten und in den Berufen der Gesundheits- und Krankenpflege (jeweils 1,1 Prozent) erreicht.

Die niedrigsten krankheitsbedingten Fehlzeiten im Zusammenhang mit Covid-19 zeigten sich im Gartenbau mit einer AU-Quote von 0,2 Prozent. In Dortmund lag die AU-Quote insgesamt bei 0,45 Prozent.

AU-Zeiten im März deutlich angestiegen

Die AU-Fälle wegen Erkrankungen der oberen Atemwege lagen im März 2020 um rund 25 Prozent höher als im Vormonat Februar. Dabei nutzten viele die Sonderregelung der telefonischen Krankschreibung.

„Viele Beschäftigte hielten sich in der bisherigen Hochphase der Pandemie offenbar an die Empfehlung, bei Erkältungssymptomen sicherheitshalber zu Hause zu bleiben, um Ansteckungen zu vermeiden und nicht wegen der bloßen Attestierung einer Arbeitsunfähigkeit extra in die Praxis zu kommen“, so Dr. Vauth.

Arbeit im Homeoffice

Gleichzeitig sollte das Risiko für eine Ausbreitung des Virus so reduziert werden. Das hat sich in Zeiten der Pandemie durchaus bewährt.

In der Folge wechselten etliche Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ins Homeoffice, die Ansteckungsgefahr am Arbeitsplatz sank.

Mitte April lag die Anzahl krankgeschriebener Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wieder auf dem Niveau der Vorjahre – und sank danach noch einmal deutlich.