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Suchtgefahr E-Zigaretten – von wegen harmlos

Gesundheitliche Risiken

Elektronische oder elektrische Zigaretten, kurz E-Zigaretten genannt, liegen auch in Dortmund und im Ruhrgebiet im Trend. Schließlich gelten die elektrischen Inhalationsprodukte als sauber, geruchsarm und unschädlich. Doch wie harmlos sind sie wirklich?

14.02.2017, 17:13 Uhr / Lesedauer: 2 min
Suchtgefahr E-Zigaretten – von wegen harmlos

Der Schein trügt. So harmlos, wie E-Zigaretten aussehen, sind sie nicht.

Der aktuelle Suchtbericht 2016 der Bundesregierung belegt, dass knapp sechs Prozent der Bevölkerung ab 16 Jahren E-Zigaretten konsumiert oder zumindest probiert haben. Vor allem Raucher, Jugendliche und junge Erwachsene interessieren sich für die Produkte. Allein bei den 12- bis 17-Jährigen haben bereits 10,9 Prozent schon einmal E-Zigaretten ausprobiert. Auffällig ist, dass darunter viele sind, die noch nie vorher eine Zigarette geraucht haben.

Krebserzeugende Substanzen auch in E-Zigarette

„Viele Raucher glauben, dass E-Zigaretten gesünder sind als konventionelle“, sagt AOK-Präventionsexpertin Kerstin Berszuck. Aber Studien des Bundesinstituts für Risikobewertung und des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) belegen die gesundheitlichen Risiken des Konsums von nikotinfreien E-Zigaretten.

Zwar fällt bei E-Zigaretten das Verbrennungsprodukt Teer weg, das Krebs oder eine chronisch-obstruktive Lungenerkrankung auslösen kann. Aber E-Zigaretten verdampfen eine Flüssigkeit, das so genannte Liquid, das unter anderem aus Propylenglykol, Glycerin, Aromastoffen und meistens Nikotin in unterschiedlichen Konzentrationen besteht.

Der dabei entstehende Dampf wird wie beim Rauchen inhaliert. Darin wurden auch geringe Mengen krebserzeugender Substanzen und giftige Metalle nachgewiesen. Propylenglykol dient in E-Zigaretten als Vernebelungsmittel und wird auch als Disco- oder Theaternebel eingesetzt. Beim Inhalieren werden große Mengen Propylenglykol über die Atemwege in die Lunge aufgenommen. So gelangen feinste Partikel bis tief in die Lunge und können sich dort ablagern.

Schwere Kurzzeitfolgen sind vorprogrammiert

Als Kurzzeitfolgen werden Atemwegserkrankungen, eine Beeinträchtigung der Lungenfunktion, Augenirritationen, Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit und Schlaflosigkeit beschrieben. Langzeitstudien über die gesundheitlichen Auswirkungen liegen allerdings derzeit nicht vor, so dass die Wirkung einer täglich wiederholten Inhalation noch nicht abgeschätzt werden kann.

Bei jungen Leuten sind E-Shishas besonders beliebt. Bei den 12- bis 17-Jährigen haben sie bereits 12,8 Prozent schon einmal ausprobiert. E-Shishas funktionieren wie E-Zigaretten, nur dass das Mundstück einer Wasserpfeife nachgeahmt ist. Sie haben ein cooles Image und wirken harmlos: Scheinbar nikotinfrei und bunt bemalt, locken sie mit süßen oder fruchtigen Aromamischungen. „Da sowohl E-Zigaretten als auch E-Shishas gesundheitsschädigend sind, ist die Aufklärung besonders wichtig – vor allem bei Jugendlichen“, so Berszuck.

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Manche Raucher erhoffen sich sogar, dass sie mit Hilfe der elektronischen Variante den Ausstieg schaffen. „Entscheidend für den Ausstieg ist, Alternativen zum Rauchen zu finden. Nur so gelingt ein langfristiger Rauchstopp“, so Berszuck.

Beim Schritt in ein rauchfreies Leben können Programme helfen wie der AOK-liveonline-Kurs „rauchfrei in 3 Schritten“ oder das Internetprogramm „Ich werde Nichtraucher“. Mehr zu diesem Thema unter: ,
Rubrik „Gesundes Leben“.

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