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Wenn Sex krank macht

Tabuthema

Ansteckende Krankheiten, die beim Sex übertragen werden, sind für viele ein Tabuthema.

16.09.2020, 09:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Liegt eine sexuell übertragbare Erkrankung vor, sollten möglichst auch die Sexualpartner auf eine Infektion untersucht und behandelt werden. Geschlechtsverkehr mit häufig wechselnden Partnern erhöht das Risiko einer Infektion. FOTO AOK/hfr.

Liegt eine sexuell übertragbare Erkrankung vor, sollten möglichst auch die Sexualpartner auf eine Infektion untersucht und behandelt werden. Geschlechtsverkehr mit häufig wechselnden Partnern erhöht das Risiko einer Infektion. FOTO AOK/hfr. © AOK

Sex ist die schönste Nebensache der Welt. Doch leider können beim Liebesspiel auch Krankheiten übertragen werden. Für viele ist das ein Tabuthema.

„Oft verursachen sexuell übertragbare Krankheiten keine Beschwerden und bleiben deshalb unbehandelt. Doch wenn Geschlechtskrankheiten frühzeitig erkannt werden, lassen sie sich in der Regel gut behandeln und sind in den meisten Fällen auch heilbar. Deshalb sollte bei Verdacht auf eine Geschlechtserkrankung auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden“, sagt Dr. Wolfgang Mollowitz, Mediziner bei der AOK NORDWEST.

Am häufigsten treten anogenitale (venerische) Warzen auf gefolgt von akuter Virushepatitis B, Herpes Simplex, Syphilis und Chlamydien. Zu den häufigsten Anzeichen gehören Ausfluss aus Harnröhre oder Scheide, genitale Geschwüre, Schwel-lungen der Leistengegend oder der Hoden sowie Unterbauchschmerzen.

Schwere Folgeschäden

„Sexuell übertragbare Krankheiten können zum Teil zu schweren Folgeschäden führen. Beispielsweise kann eine Chlamydien-Infektion die Ursache für Unfruchtbarkeit sein, Infektionen mit humanen Papillomviren (HPV) oder auch mit Hepatitis B können Krebserkrankungen zur Folge haben und eine nicht behandelte HIV-Infektion AIDS“, so Dr. Mollowitz.

Zur Prävention der Ausbreitung sei es daher wichtig, frühzeitig und gezielt über Infektionen und Übertragungswege zu informieren. „Kondome bieten einen guten Schutz vor einer Infektion. Liegt eine sexuell übertragbare Erkrankung vor, sollten möglichst auch die Sexualpartner auf eine Infektion untersucht und gegebenenfalls behandelt werden.

Zellveränderungen

Ursache für anogenitalen (venerischen) Warzen sind bestimmte humane Papillomviren (HPV), die Niedrigrisikotypen. Andere HP-Viren (Hochrisikotypen) können sogar zu Zellveränderungen führen und langfristig verschiedene Krebsarten wie Gebärmutterhalskrebs verursachen.

Doch das Thema ist damit keine reine Frauensache. Auch viele Jungen sind damit infiziert. Deshalb können sie nicht nur den Erreger übertragen, sondern auch selbst an einem HPV-bedingten Tumor erkranken. Daher gilt die Impfempfehlung gegen die HP-Viren der Ständigen Impfkommission (STIKO) sowohl für Mädchen als auch auf Jungen. Die Impfung sollte vor dem ersten Sexualkontakt erfolgen.

Volle Kostenübernahme

Für Mädchen und Jungen im Alter von neun bis 17 Jahren übernehmen die Krankenkassen die vollen Kosten der HPV-Impfung über die Krankenversichertenkarte. Als besondere Mehrleistung erstattet die AOK NORDWEST 80 Prozent der Impfkosten auch für junge Frauen und Männer ab einem Alter von 18 Jahren bei Vorlage der Belege für den Impfstoff und das Arzthonorar im Rahmen des AOK-Gesundheitsbudgets bis maximal 500 Euro pro Jahr.

Mehr Infos gibt es im Internet unter www.aok.de/nw, Rubrik Leistungen & Services und bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): www.liebesleben.de

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