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Herz als Ursache für Übergewicht

Ratgeber

Das Robert Koch-Institut (RKI) schlägt Alarm: Zwei Drittel der Männer (67 Prozent) und die Hälfte der Frauen (53 Prozent) in Deutschland sind übergewichtig. Doch wenn die Hose immer enger wird, obendrein auch noch die Füße anschwellen und keine Diät fruchten will, hat das oft andere Gründe als die falsche Ernährung oder mangelnde Bewegung.

02.06.2017 / Lesedauer: 3 min
Herz als Ursache für Übergewicht

Wenn die Hose kneift und man immer mehr Pfunde auf die Waage bringt, kann auch ein schwaches Herz die Ursache sein.

Ein schwaches Herz kann die Ursache sein. „Bei einer unerklärlichen Gewichtszunahme sollte immer der Arzt aufgesucht werden“, sagt Prof. Dr. med. Klaus Kisters, Facharzt für Innere Medizin, Nephrologie, Klinische Geriatrie, Hypertensiologie, Intensiv- und Labormedizin sowie Chefarzt am St. Anna-Hospital in Herne.

Schäden entstehen oft unbemerkt

Das Herz wird oft unbemerkt und über längere Zeit geschwächt – etwa durch zu hohen Blutdruck, eine Erkrankung der Herzkranzgefäße oder einen Herzinfarkt. „Dann kann der Herzmuskel seine Pumpaufgaben nicht mehr ausreichend erfüllen, ähnlich wie ein geschädigter Motor“, erklärt Dr. Rainer Matejka, Facharzt für Allgemeinmedizin und Naturheilverfahren. Er ist Experte für biologische Medizin sowie medizinischer Leiter der Matejka Tagesklinik in Kassel und Chefarzt der Malteser-Klinik von Weckbecker in Bad Brückenau. Der Mediziner weiß: Der Körper legt durch Wassereinlagerungen an Gewicht zu und kann weniger leisten. Matejka nennt plötzliche Kurzatmigkeit beim Treppensteigen als eines der Anzeichen.

In solchen Fällen helfen nicht nur die Medikamente, die der Arzt verordnet. Wer sich außerdem entschließt, seinen Lebensstil zu ändern, kann seine Erkrankung auf natürliche Weise positiv beeinflussen. Mehr Bewegung gehört dazu. „Ein individualisiertes Krafttraining mit geringer Belastung, aber häufigen Wiederholungen kann nach neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen die Leistungsfähigkeit des einzelnen Betroffenen optimal aufbauen. Bisher galten nur moderate ausdauerbetonte Belastungen wie Walking, Radfahren, Schwimmen als primäre Trainingsmaßnahmen“, sagt Prof. Dr. Elmar Wienecke, Sportwissenschaftler und Professor für Sport, Ernährung und Regulationsmedizin an der Fachhochschule des Mittelstands Bielefeld.

Flotter Spaziergang fördert Durchblutung

Er weist darauf hin, dass schon ein flotter Spaziergang die Durchblutung des Herzens verbessern könne. Darüber hinaus gibt es laut Prof. Dr. Klaus Kisters die Möglichkeit, das Herz mit bestimmten Biofaktoren zu unterstützen. Sinnvoll sei eine ergänzende Behandlung mit Magnesium, insbesondere in Kombination mit Orotsäure als Magnesiumorotat. Magnesium ist für die gesunde Funktion des Herzmuskels unverzichtbar, die vitaminähnliche Substanz Orotsäure hat zudem wichtige Funktionen im Energiestoffwechsel.

Studien zeigten, dass diese Biofaktoren-Verbindung bei Patienten mit Herzschwäche als ergänzende Maßnahme zur medikamentösen Behandlung den Krankheitsverlauf und die Lebensqualität verbessern kann. „Unabhängig davon muss die Herzschwäche durch den Hausarzt abgeklärt und nach den Empfehlungen der Europäischen Herzgesellschaft behandelt werden“, so Kisters. Dr. Matejka empfiehlt darüber hinaus, nicht zu rauchen, den Konsum von Alkohol einzuschränken sowie eine Normalisierung des Gewichts.

„Auf jeden Fall sollten begleitende Risikofaktoren wie Bluthochdruck oder Diabetes behandelt werden. Die Ernährung kann sich an der viel zitierten mediterranen Kost orientieren, auch vegetarisch ausgerichtete Kost ist gut. Viel rotes Fleisch, Salz und Fertignahrungsmittel dagegen sind ungünstig“, ergänzt der Experte für biologische Medizin.

Bei der Deutschen Herzstiftung kann man sich unter herzstiftung.de, Unterpunkt „Infos zu Herzkrankheiten“, informieren. Mehr über Herzschwäche erfährt man beim Berufsverband der Deutschen Internisten unter internisten-im-netz.de, Krankheiten von A-Z, Herzinsuffizienz. Die Gesellschaft für Biofaktoren e.V. informiert auf ihrer Webseite unter www.gf-biofaktoren.de über den Stellenwert von Biofaktoren wie Magnesium in der Prävention und Therapie von Herzerkrankungen.

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