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Hilfe auf dem Weg zur Entlassung

Krankenhaus-Sozialdienst

Der alleinstehende Senior, der nach einem Sturz noch eine gewisse Zeit auf den Rollstuhl angewiesen ist, der junge Mann, der nach einem Sportunfall eine Reha braucht – die Zeit nach der Krankenhausentlassung stellt Patienten und Angehörige gleichermaßen vor viele Fragen. Hilfe gibt es vom Krankenhaus-Sozialdienst.

07.09.2015 / Lesedauer: 3 min
Hilfe auf dem Weg zur Entlassung

Die Zeit nach der Krankenhausentlassung stellt Patienten und Angehörige gleichermaßen vor viele Fragen. Hilfe gibt es vom Krankenhaus-Sozialdienst.

Warum gibt es überhaupt einen Sozialdienst im Krankenhaus? Der Sozialdienst im Krankenhaus ergänzt die medizinische und pflegerische Versorgung durch ein umfassendes fachliches Beratungsangebot. Nicht wenige Patienten empfinden die Zeit im Krankenhaus als Sondersituation oder sogar als krisenhafte Grenzsituation. Einige sind unsicher, wie die eigenen Zukunft aussieht, andere sorgen sich um die Versorgung von Familienmitgliedern. Auch Unsicherheiten in Bezug auf die fremden Routineabläufe des Krankenhauses oder Schwierigkeiten bei der Verarbeitung des Krankseins und die Angst vor den daraus entstehenden Folgen können den Genesungsprozess im Krankenhaus erheblich belasten und verlängern. Hier setzt der Sozialdienst im Krankenhaus an: mit Beratung und Hilfen während des Krankenhausaufenthaltes und mit der Klärung der Situation nach der Entlassung.

Welche Aufgaben übernimmt der Sozialdienst? Viele Patienten wissen nicht, welche häuslichen Entlastungs- und Versorgungsmöglichkeiten ihnen nach dem Krankenhausaufenthalt zur Verfügung stehen. Auch das Wissen über die Rehabilitationsmöglichkeiten ist oft begrenzt. Ebenfalls oft unbekannt oder erklärungsbedürftig: die Leistungen nach dem Bundessozialhilfe- und Schwerbehindertengesetz. Aus diesem Grund informiert und unterstützt der Sozialdienst den Patienten individuell und nach persönlichem Bedarf zu allen Fragen rund um den Krankenhaus-Aufenthalt und um die Zeit danach.

Bietet der Krankenhaus-Sozialdienst nur eine Beratungsleistung an oder wird er auch im Auftrag des Patienten tätig? Das hängt vom Bedarf des Patienten ab. Grundsätzlich gilt: Neben der Beratung unterstützt der Krankenhaus-Sozialdienst Patienten auch bei der Beantragung von Leistungen der Pflegeversicherung und Pflegeeinstufung, bei der Beantragung von Rehabilitationsmaßnahmen und Hilfsmitteln. Das heißt, der Sozialarbeiter kommuniziert auf Wunsch im Auftrag des Patienten mit dessen Krankenkasse, mit Reha-Einrichtungen mit dem Medizinischen Dienst etc. Außerdem umfasst die Arbeit gegebenenfalls die Suche nach einem ambulanten Pflegedienst, einem Kurzzeitpflegeplatz oder die Unterbringung in einem Pflegeheim bzw. einer Hospizeinrichtung. Nicht zuletzt gehört auch die Vermittlung von Kontakten zu Anbietern von Hausnotrufen, Essen auf Rädern, Selbsthilfegruppen, Sanitätshäusern oder Fachberatungsstellen zur Leistung.

Kostet die Beratung durch den Krankenhaus-Sozialdienst Geld? Nein, der Patient zahlt für die Beratung und Unterstützung kein Geld – egal ob Privat- oder Kassenpatient, egal wie häufig die Beratung in Anspruch genommen wird.

Wer kann den Krankenhaus-Sozialdienst in Anspruch nehmen? Jeder Patient kann den Krankenhaus-Sozialdienst in Anspruch nehmen, egal ob er stationär, teilstationär oder ambulant behandelt wird. Auch zwischen Kassen- und Privatpatienten wird kein Unterschied gemacht. Genauso können Angehörige von Patienten den Sozialdienst bei Fragen oder Hilfebedarf kontaktieren.

Wie entsteht der Kontakt zu einem Mitarbeiter des Krankenhaus-Sozialdienstes? Ärzte oder das Pflegepersonal stellen auf Wunsch des Patienten den Kontakt her. Oft ist es aber auch so, dass Ärzte oder Pfleger den Sozialdienst informieren und der Mitarbeiter den Patienten aufsucht ohne dass dieser im Vorfeld explizit danach gefragt hat. Angehörige oder aber Patienten selbst können natürlich auch direkt Kontakt zum Sozialdienst aufnehmen – telefonisch oder durch einen Besuch im Büro während der Sprechzeiten.

Müssen sich Krankenhaus-Sozialarbeiter auch an die ärztliche Schweigepflicht halten? Ja, sie unterliegen genauso der Schweigepflicht wie Ärzte und Pflegepersonal.

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