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Höllische Schmerzen im Handgelenk

Sehnenscheidenentzündung

Arbeit am Computer, immer gleiche Bewegungen beim Sport oder stundenlange Gartenarbeit – all das kann zu einer Sehnenscheidenentzündung führen. Wer die Schmerzen ignoriert, riskiert einen chronischen Verlauf.

06.03.2017 / Lesedauer: 3 min
Höllische Schmerzen im Handgelenk

Schmerzen im Handgelenk können durch eine Sehnenscheidenentzündung verursacht werden. Dann müssen Betroffene die Hand unbedingt entlasten.

In die Praxis des Orthopäden Christoph Eichhorn kommt eine Patientengruppe besonders häufig mit schmerzenden Handgelenken: „Es sind junge Mädchen, die mit dem Füllfederhalter Klassenarbeiten schreiben und eine sehr verkrampfte Handhaltung haben.“

Mechanische Überbelastung

Ihr Handgelenk tut weh, an das Schreiben der nächsten Arbeit ist nicht zu denken. Die Diagnose lautet dann häufig Sehnenscheidenentzündung, lateinisch Tendovaginitis. Verursacht wird sie durch mechanische Überbelastung. Ist die Sehnenscheide entzündet, muss sie entlastet werden. Sonst drohen bleibende Schäden.

Neben Schreibkräften und Menschen, die am Computer arbeiten, sind Musiker und Sportler häufig betroffen. Auch wer ungewohnte Tätigkeiten wie plötzlich sehr viel Gartenarbeit erledigt, kann sich eine Sehnenscheidenentzündung zuziehen. „Sie entsteht durch zu hohe Belastung für zu schwache Muskeln“, fasst René Conrads, Orthopäde in Köln, das Problem zusammen.

Kleine Bewegungen werden zur Qual

Sehnen verbinden Muskeln mit Knochen. An stark beanspruchten Stellen verlaufen sie in Hüllen, sogenannten Sehnenscheiden. Sie sind mit einer Gelenkschmiere ausgestattet, in der die Sehne gut hin und her gleiten kann. Reibt sie zu stark an der Hülle, entzündet sich diese. Selbst kleine Bewegungen werden dann zur Qual.

Kommt ein Patient mit schmerzendem Handgelenk in die Praxis, schaut sich der Arzt die Hand genau an, tastet sie ab und überprüft, wo sie wehtut. Außerdem lässt er den Patienten bestimmte Bewegungen machen. Die Untersuchung kann durch einen Ultraschall ergänzt werden.

Behandlung nach der PECH-Regel

In seiner Praxisklinik behandelt René Conrads Sehnenscheidenentzündungen nach der PECH-Regel. Das P steht für Pause. Das Gelenk muss geschont und die Belastung eingestellt werden. Das E stehe für Eis, denn mäßiges Kühlen (3 mal 10 Minuten) lässt Schwellungen zurückgehen. C steht für Kompression und H für Hochlegen. Zusätzlich können entzündungshemmende Salben aufgetragen werden, die der Patient vorher ins Eisfach legen kann. Auch entzündungshemmende Tabletten werden teilweise verschrieben.

Am besten warten Patienten gar nicht erst, bis die Sehnenscheide richtig entzündet ist. „Treten Druckschmerz oder Schwellungen auf, sollte man das immer abklären lassen“, sagt Prof. Joachim Grifka, der an der Universität Regensburg lehrt. Denn: Ignoriert man den Schmerz, droht er chronisch zu werden.

Knotige Verdickung

Eine knotige Verdickung oder „schnellende Finger“ können die Folge sein. Bei dieser Erkrankung lassen sich die Finger nicht mehr richtig beugen und strecken. Eine vorgeschädigte Sehne ist außerdem anfälliger für Verletzungen: „Sie ist leichter von einem Sehnenriss betroffen“, warnt Grifka, der Direktor der Orthopädischen Klinik in der Asklepios Klinik Bad Abbach ist. Den Rat, die Belastung zu reduzieren, nimmt man also besser ernst.

Auftreten kann eine Sehnenscheidenentzündung allerdings nicht nur am Handgelenk. Auch der Ellenbogen, die Schulter, der Bereich des Sprunggelenkes oder die Achillessehne sind manchmal betroffen. Tut die Achillessehne weh, kann der Betroffene ein weiches Fersenkissen in den Schuh legen. „Das stabilisiert und lindert Beschwerden“, sagt Grifka.

Massage gegen Schmerzen

Gegen die Schmerzen hilft manchem auch eine Massage-Technik, die sogenannte Querfriktion. Dabei wird die verhärtete Sehne weichgeknetet. Die Prozedur ist allerdings unangenehm. Auch Akupunktur ist ein beliebtes Mittel. Zu Anfang sollten die Nadeln zwei Mal pro Woche gesetzt werden, erklärt Heilpraktiker Andreas Noll. „Je nach Dauer der Beschwerden und nach individuell unterschiedlicher Reaktionsfähigkeit muss mit zehn Sitzungen gerechnet werden.“

Von dpa

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