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Immer in Bewegung bleiben

Titelthema Orthopädie

Für Senioren tun sich in der Rentenzeit unzählige Möglichkeiten auf. Endlich haben sie Zeit für lange Reisen, zum Golf oder Tennis spielen, Ski- oder Fahrrad fahren. Dank der modernen Orthopädie ist ihnen das alles auch möglich. Die Mediziner des Klinikums Westfalen sind für ihre Patienten rund um die Uhr im Einsatz.

04.09.2017 / Lesedauer: 6 min

Ein aktives Leben haben – das wollen heute nicht nur die jungen Menschen, sondern auch die Senioren. Mit einem Gelenkersatz oder einer Wirbelsäulenbehandlung können wir da wann immer nötig weiterhelfen“, sagt Privatdozent Dr. Frank Rubenthaler.

Der 49-Jährige ist seit dem 1. Juli der neue Chefarzt der Orthopädie im Klinikum Westfalen. Er ist Spezialist auf vielen Themengebieten. „Früher einmal“, erzählt er, „haben die älteren Menschen irgendwann nur noch im Schaukelstuhl gegessen, weil sie sich mit ihrem Rücken oder dem Gelenkverschleiß nicht mehr bewegen konnten.“ Glücklicherweise muss das heute nicht mehr sein – unzählige Möglichkeiten verhelfen den Patienten zu einer gesunden Beweglichkeit. Doch auch Kindern und jungen Menschen kann in der Orthopädie des Klinikums Westfalen bei vielen Beschwerden des Bewegungsapparats weitergeholfen werden. Der Begriff Orthopädie setzt sich aus zwei Wörtern aus dem Griechischen zusammen: „Orthos“ steht für gerade und „pais“ für das Kind.

Erfahrener Arzt 

„Es ist also die Lehre vom geraden Kind“, so der Chefarzt – alles findet seinen Anfang im Erkennen von Wachstumsstörung und in der möglichen Wachstumslenkung. Mit Dr. Rubenthaler kommt ein erfahrener Arzt in das Klinikum Westfalen. Er ist Leiter des Endoprothetikzentrums Dortmund-Ost, Facharzt für Orthopädie, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, spezielle orthopädische Chirurgie, spezielle Schmerzmedizin, physikalische Therapie und Sportmedizin.

„Auf dem Gebiet der Endoprothetik, die sich mit dem Gelenkersatz für Hüfte, Knie oder Schulter beschäftigt, ist das Knappschaftskrankenhaus Dortmund bereits seit Jahren ein anerkanntes Zentrum. Dieses Leistungsangebot wollten wir mit dem Wechsel des Chefarztes auch auf dem gleichen Niveau weiterführen.

Mit Dr. Rubenthaler kommen weitere Spezialisierungen hinzu, nun können wir auch die Versorgung weiterer Krankheitsbilder an Schulter und Wirbelsäule verstärkter anbieten“, sagt Klaus-Peter Wolter, Pressesprecher und Leiter des Marketings und der Unternehmenskommunikation des Klinikums Westfalen.

Schwerpunkt Schulter

Der Chefarzt hat sich in seiner Berufslaufbahn schon früh auf die Schulterchirurgie spezialisiert. An der Orthopädischen Universitätsklinik im St. Josef Hospital Bochum war Dr. Rubenthaler leitender Oberarzt und stellvertretender Klinikdirektor. Auch als Ärztlicher Direktor am St.- Marien-Hospital in Borken lag für ihn ein Schwerpunkt bei Schultererkrankungen. „Die Schulter ist komplex und schwierig – sie besteht aus fünf Gelenken, die zusammen eine Gelenkkette bilden“, erklärt Dr. Frank Rubenthaler. „Wenn man nur ein Glied in der Kette verändert, verändern sich auch die anderen Komponenten.“ Die Orthopädie am Knappschaftskrankenhaus Dortmund bietet bei Schultererkrankungen ein breites Leistungsspektrum von minimalinvasiven arthroskopischen Eingriffen über komplexe Sehnen- und Kapselrekonstruktionen bis hin zum Gelenkersatz (Endoprothesen).

„Die Schulter kann Menschen in jeder Altersklasse Schwierigkeiten bereiten“, weiß Rubenthaler. Ältere Menschen quält meist der Verschleiß an der Schulter, bei Jüngeren ist oft eine Überlastung das Problem. „Das ist häufig bei Sportlern der Fall. Sie überlasten die Schulter – es kommt zu einer Verengung.“ Der Chefarzt verdeutlicht das an einem Schultermodell: „Wenn man das Gelenk bewegt, reibt die Sehne unter das Schulterdach. Weil dann irgendwann alles anschwillt, kommt es zu einer Verengung. Das nennt man Anschlagsphänomen oder Impingement.“ Zu 80 Prozent sei das bei Patienten mit Schulterproblemen der Fall. Da helfen abschwellende Maßnahmen und das Training der anderen Schultergruppen.

Wenn das nicht reicht, müssen die Orthopäden das Schulterdach in einer Operation mit einer Art Pfeile glatt reiben, „dann schlägt die Sehne nicht mehr an“, erklärt Rubenthaler. Patienten, die gegen solch ein Anschlagsphänomen nichts unternehmen, riskieren, dass die Sehne irgendwann reißt. „Die Sehne muss dann geflickt werden – die Heilung dauert lange.“ 

"Ich habe Rücken"

Neben der Schulter ist auch die Wirbelsäule ein wichtiges Behandlungsfeld der Orthopädie. „Ich habe Rücken – das sagt doch jeder mal in seinem Leben“, sagt Dr. Frank Rubenthaler. Zahlen bestätigen das: Ein zweistelliger Prozentbetrag der Menschen hat dauerhaft Rückenprobleme. Die Gründe dafür sind vielfältig. „Zum einen ist es der Job, der uns zu viel sitzen lässt. Aber Überlastung ist dagegen auch nicht gut – so wie bei meinem Großvater, der als Bergmann mit den Knien durch den Flöz gerutscht ist. Zum anderen werden die Menschen immer älter“, erklärt Rubenthaler und fügt hinzu: „Je grauer die Haare werden, desto größer werden oft auch Verschleißprobleme an der Wirbelsäule.“ Die häufigsten Krankheiten: Bandscheibenvorfall, Einengung des Wirbelkanals oder eine Knochendichteminderung.

Nicht immer muss sofort operiert werden

Doch: 80 Prozent der Patienten mit Wirbelsäulenerkrankungen müssen nicht operiert werden. Da reichen oft sogenannte konservative Behandlungsmöglichkeiten aus. „Bei Patienten mit einem Bandscheibenleiden helfen oft lokale Betäubungsmittel, die an die gereizten Nerven gespritzt werden. So kann sich der Nerv beruhigen und wieder schrumpfen“, erklärt Dr. Frank Rubenthaler. Eine langfristige Physiotherapie gehört zwingend dazu. „Wir stehen ebenfalls in einem engen Kontakt mit der Schmerztherapie in Lütgendortmund. Die Kollegen helfen den Patienten, mit längerfristigen Schmerzen umzugehen. Die können sonst auch psychische Probleme auslösen.“

Falls es doch zu einer Operation kommt – egal ob am Rücken, am Knie, an der Schulter oder der Hüfte – geschieht dies heute sehr oft minimalinvasiv. Bedeutet: Rubenthaler und seine Kollegen in der Orthopädie müssen zum Beispiel an der Hüfte nur einen Schnitt von sechs Zentimetern setzen, um zu operieren. „Besonders beim Hüftgelenkersatz hat es in den letzten zehn Jahren eine enorme Entwicklung gegeben, an der ich ebenfalls beteiligt war. Früher ist es noch undenkbar gewesen eine Hüfte über minimalinvasive Zugänge zu operieren“, sagt der Spezialist. Heute sei das an vielen Kliniken Alltag. Die Vorteile: weniger Schmerzen, weniger Blutverlust und schnellere Genesung des Patienten.

Sechs bis acht Operationen am Tag

Bei allen Operationen gilt: „Wir benutzen nur Implantate, die in verschiedenen Endoprothesenregistern auf der Welt in die Spitzenplätze in Sachen Haltbarkeit kommen“, sagt Dr. Rubenthaler. Top-Modelle halten bis zu 20 Jahre, „sie erreichen aber noch lange nicht das Niveau der Natur – ein gesundes Gelenk kann schließlich 80 bis 100 Jahre halten.“ Im Bereich des Knies zählen die Meniskusschäden zu den häufigsten Krankheiten. „Menisken sind Pufferzonen – wird ein Stück vom Meniskus durch Überlastung abgerieben, kann es zu Knorpelveränderungen kommen“, erklärt Dr. Frank Rubenthaler. Bei einem Kreuzbandriss zum Beispiel wird in einer Operation aus anderem Sehnenmaterial ein neues Kreuzband hergestellt.

Ob ein kleiner Eingriff am Zeh oder eine mehrstündige Operation an der Hüfte – das Orthopädie-Team des Klinikums Westfalen operiert sechs bis acht Mal am Tag. Dr. Rubenthaler schätzt die Zahl der entsprechenden Eingriffe an seiner Klinik somit auf 150 bis 160 Operationen im Monat. Beteiligt daran sind drei Oberärzte, ein Chef, drei Fachärzte und vier Assistenten. Zu 95 Prozent sind die Eingriffe in der Orthopädie geplant – doch manchmal gibt es auch Not-Operationen. „Zum Beispiel bei einem akuten Bandscheibenvorfall mit Lähmung, bei einem Unfall mit einem Kunstgelenk, einer Veränderung an einer kindlichen Hüfte oder einer Vereiterung des Gelenks“, so der Chefarzt.

Schmerzen vorbeugen

Immer aktiv bleiben, lautet hier das Motto. „Unser Bewegungsapparat lebt von der Bewegung. Menschen, die sich gesund bewegen, haben davon am meisten“, sagt Chefarzt Dr. Frank Rubenthaler. „Die Couch-Potatos bekommen es irgendwann mit Rückenproblemen zu tun.“ Doch stimmt es, dass man sich trotz Rücken-, Knie-, Schulter- oder Hüftschmerzen bewegen sollte? „ Patienten mit Arthrose, also einem Gelenkverschleiß, sollten sich nicht übermäßig schonen, sondern sich bewegen. Das hält das Ganze geschmeidig“, sagt Rubenthaler. Bei akuten Rückenschmerzen zum Beispiel seien zwei bis drei Tage Schonung gut, doch danach sollte man wieder in die Aktivität kommen, um locker und entspannt zu werden. „Krankengymnastik ist hier die Zündschnur.“ Um den Bewegungsapparat nicht verkümmern zu lassen, sei Sport unverzichtbar. Dabei ist es laut des Chefarztes der Orthopädie egal, welche Sportart man wählt. „Patienten müssen sich nicht zwingend eine Sportart aussuchen, die Wirbelsäulen- oder gelenkschonend ist. Wichtiger ist, dass man Spaß am Sport hat und am Ball bleibt. Wenn man sich überhaupt regelmäßig bewegt, ist das schon eine gute Sache“, erklärt der Orthopäde. Das sei gut für Leib und Seele und steigere zudem die Lebensqualität.

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