Marie Ligges triumphiert beim Großen Preis von Herbern

Reitturnier RV Herbern

Die 20-Jährige Reiterin des RV von Nagel Herbern hat im vierten Anlauf das Ein-Stern-S-Springen ihres Heimturniers gewonnen. Erstmals gelang ihr im ersten Umlauf eine Nullrunde.

21.07.2019, 22:46 Uhr / Lesedauer: 2 min
Marie Ligges triumphiert beim Großen Preis von Herbern

Marie Ligges und Dibadu entzückten die Zuschauer mit zwei blitzsauberen Nullrunden. Damit holte sich das Paar den Sieg beim Großen Preis von Herbern. © Marcel Schürmann

Zum Abschluss des Reit- und Springturniers des RV von Nagel Herbern stand am Sonntagnachmittag traditionell das Ein-Stern-S-Springen an. Es ging um den Fritz-Ligges-Gedächtnis-Preis. Und wie sollte es auch anders kommen? Am Ende gewann ausgerechnet die Enkelin des ehenaligen Jugend-Bundestrainers, der auch Einzel- und Mannschafts-Medaillen bei Olympischen Spielen gewann: Marie Ligges (20).

Die sagte nach der Siegerehrung sichtlich gerührt: „Es ist eine ganz besondere Ehre für mich. Leider durfte ich meinen Großvater nicht mehr kennenlernen. Umso stolzer macht es mich, das Springen für ihn gewonnen zu haben.“

Ligges: „Mein Pferd hat super mitgekämpft“

Von mehreren hundert Zuschauern seien sie und ihr zehnjähriger Hengst Dibadu „richtig angespornt worden“. Ligges: „Die Leute haben mega mitgefiebert. Mein Pferd hat super mitgekämpft. Heute hat einfach alles gepasst.“ Überhaupt war es das erste Mal auf der heimischen Anlage, dass Ligges es ins Stechen geschafft hat. „Zuvor ist mir hier im S-Springen noch keine Nullrunde gelungen“, sagte sie.

Im Stechen, zu dem noch elf von 46 Reiterpaaren antreten durften, blieben Ligges und Dibadu erneut fehlerfrei, stellten als neuntes Paar mit 42,53 Sekunden zunächst die schnellste Zeit auf und verdrängten die bis dahin Führenden, Frederick Troschke mit Can win, von Platz eins. Den hatte zuvor auch kurzzeitig Katharina Böhnke als einzige Starterin des RV St. Georg Werne inne. Sie landete mit Quality Places am Ende einer fehlerfreien Runde und nach 45,11 Sekunden aber auf einem immer noch sehr guten vierten Platz.

Jung-Europameister unterbietet Siegerzeit

Nachdem Ligges also die „Pole-Position“ übernommen hatte, war in den nächsten beiden Runden das große Zittern angesagt. Zunächst ging Frederick Troschke in den Parcours – schon zum dritten Mal im Stechen. Der Reiter des Reit- und Fahrvereins Hagen St. Martinus hatte sich gleich mit drei Pferden für das Stechen qualifiziert. Er blieb, wie zuvor auch Ligges und Böhnke, fehlerfrei, beendete seine Runde allerdings knapp anderthalb Sekunden nach Ligges.

Als letzter Starter ging der amtierende Europameister der Jungen Reiter, Philipp Schulze Topphoff, vom RFV Roxel in den Parcours. Erst in der Vorwoche hatte der 20-Jährige den U21-EM-Titel in den Niederlanden gewonnen. Und zunächst sah es so aus, als könnte er Ligges den Titel doch noch auf der Zielgeraden wegschnappen. Am Ende unterbot er sogar Ligges Zeit, hatte allerdings einen späten Abwurf, der ihm den Sieg kostete.

Drei Stürze im Parcours

Insgesamt ist Ligges über die fünf Turniertage ein Dutzend Prüfungen gegangen, hat auch diverse Platzierungen geschafft. Nur ein Heimsieg fehlte ihr noch. Bis zur letzten Prüfung. „Schön, dass es ausgerechnet in der wichtigsten Prüfung geklappt hat“, sagte ihr Vater Kai Ligges stolz.

Trotz aller Feierlichkeiten – es gab auch ein paar Schrecksekunden während des Großen Preises: So stürzten gleich mehrere Reiter mit ihren Pferden auf dem anspruchsvollen Parcours. Es gab jedoch nach jedem der drei Stürze die sofortige Entwarnung: Nichts passiert. „Das kann passieren. Zum Glück waren alle Reiter und Pferde wohlauf“, meinte etwa der stellvertretende Vorsitzende des RV von Nagel Herbern, Bernd Burghardt.

Lesen Sie jetzt