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Nach dem Schock zurück ins Leben

Diagnose Brustkrebs

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen – jährlich sterben etwa 17 000 Patientinnen daran, berichtet die Deutsche Krebsgesellschaft. Dabei sind die meisten Erkrankungen heilbar – sofern sie rechtzeitig erkannt und behandelt werden. Die Mediziner der Paracelsus-Klinik Marl ebnen den Weg zur erfolgreichen Therapie – und begleiten Frauen auf ihrem Weg zurück in den Alltag.

06.03.2017 / Lesedauer: 5 min

Am Anfang steht der Schock, die Angst, das Nicht-wahr-haben-wollen. „Viele Patientinnen hören nur das Wort Brustkrebs und blenden alle weiteren Informationen aus“, sagt Dr. Maria Gilhaus über das erste Gespräch nach der Diagnose. Die Leitende Oberärztin Senologie an der Paracelsus-Klinik Marl ist froh, wenn Frauen in dieser schwierigen Situation nicht allein sein müssen. Denn der Partner oder die beste Freundin könnten nicht nur Halt geben – sie hätten noch eine weitere wichtige Funktion: „Auch wenn sich die Frauen erst mal nicht auf die Inhalte konzentrieren können – auf dem Weg nach Hause kommen ihnen meistens doch viele Fragen. Dann ist es hilfreich, wenn das andere Paar Ohren zugehört hat und sagen kann, wie es weitergeht.“

Jederzeit zur Stelle

Seit Oktober bieten Chefarzt Dr. Hasan Yavuz Ergönenc und sein Team in Marl eine optimale Betreuung für Brustkrebs-Patientinnen aus der Region. „Wir begleiten die Frauen bis zum Ende der Therapie, arbeiten auch bei der Nachsorge Hand in Hand mit niedergelassenen Ärzten zusammen und sind bei Fragen jederzeit als Ansprechpartner zur Stelle“, sagt der Chefarzt, der vorher mit seinen Mitarbeitern zwölf Jahre in Herne tätig war. Rund 250 Patientinnen mit Brustkrebs, in der Fachsprache als Mammakarzinom bezeichnet, haben die Mediziner in den ersten fünf Monaten behandelt.

Die Erkrankung ist die häufigste Todesursache bei Frauen zwischen 25 und 55 Jahren. Jede achte bis zehnte Frau in Deutschland erhält im Laufe ihres Lebens die Diagnose. Nach Angaben der Deutschen Krebsgesellschaft kommen jährlich etwa 70.000 Fälle hinzu. Und vor allem die Zahl der jüngeren Patientinnen habe zuletzt deutlich zugenommen, betont Dr. Gilhaus. „Während Frauen über 50 automatisch zur Vorsorge eingeladen werden, fallen sie durch das Raster.“ Gerade deshalb sei es wichtig, die eigene Brust einmal im Monat gründlich zu untersuchen.

Bestmögliche Behandlung im Mittelpunkt

Tatsächlich sind es meist die Frauen selbst, die einen Knoten ertasten und sich an ihren Gynäkologen wenden. Kann er nach der Ultraschalluntersuchung keine Entwarnung geben, folgt in der Regel der Gang zum Radiologen. In der Mammografie – einer Röntgenuntersuchung der Brust – lässt sich der Verdacht auf eine bösartige Veränderung erhärten oder entkräften. Bei positivem Befund ist die Paracelsus-Klinik die richtige Anlaufstelle.

Die Mediziner entnehmen zunächst Gewebeproben und schicken sie zur Untersuchung an spezialisierte Labors. „Innerhalb von 24 Stunden wissen wir dann, ob der Tumor gut- oder bösartig ist“, sagt Dr. Gilhaus. Der große Vorteil für Patientinnen: Die Klinik ist Teil des zertifizierten Brustzentrums Kreis Recklinghausen. In der wöchentlichen Tumorkonferenz kommt die Kompetenz der Mediziner aus insgesamt drei Standorten zusammen. Experten aller Fachdisziplinen beraten in ihren Sitzungen ausführlich über die bestmögliche Behandlung jeder Patientin.

Rückfallrisiko ermitteln

In der Regel wird der Tumor zunächst operativ entfernt. Anschließend geht es darum, die weitere Ausbreitung der Krebszellen mit Medikamenten zu stoppen: Bei der Chemotherapie werden chemische Substanzen in Form von Infusionen, Tabletten oder Spritzen verabreicht. Mit Hilfe genetischer Tests lässt sich außerdem das Rückfallrisiko ermitteln. Und auch die Strahlentherapie ist wichtiger Baustein. Dabei wird der Bereich des Körpers, in dem der Tumor gefunden wurde, bestrahlt. Diese greift das Erbgut der Krebszellen an, sodass sie verschwinden.

Hier bietet die Paracelsus-Klinik ein besonders innovatives Verfahren an – die sogenannte Mammosite-Therapie. Die radioaktive Quelle wird dabei über einen Katheter in den Körper eingebracht. „Kein anderes Verfahren lässt eine so exakte Bestrahlung zu und ist deshalb so gut verträglich“, betont Chefarzt Dr. Ergönenc. Zudem verkürze sich die Behandlungsdauer. Man sei stolz, das Verfahren als eine der wenigen Kliniken in Deutschland anbieten zu können.

Die Angst nehmen

Dank des medizinischen Fortschritts lässt sich Brustkrebs heute wesentlich besser behandeln als früher, die Methoden gelten als weniger belastend, die Zahl der Sterbefälle sinkt kontinuierlich. Dennoch macht vor allem die Chemotherapie vielen Betroffenen Angst. „Jeder kennt die Horrorgeschichten, die in der Öffentlichkeit kursieren. Dabei kann man gerade die Übelkeit, die häufig mit der Therapie einhergeht, sehr gut behandeln“, betont Dr. Gilhaus.

Die meisten Patientinnen sporne es an, wenn der Tumor durch die Behandlung immer kleiner werde. „Vielen geht es sogar so gut, dass sie Dinge machen, für die sie vorher nie Zeit hatten. Sie lernen ein Instrument oder kümmern sich noch intensiver als vorher um ihre Kinder.“ Die Therapie sei damit auch eine Chance, „im Alltag nach rechts und links zu schauen“.

Psyche im Mittelpunkt

Doch der Weg ist nicht immer einfach. In der Paracelsus-Klinik steht neben der medizinischen Betreuung deshalb auch die Psyche der Patientinnen im Mittelpunkt. Speziell ausgebildete Mitarbeiter – von der Psychoonkologin über die Sozialarbeiterin bis zur onkologischen Fachkrankenschwester – sind jederzeit zur Stelle. Zudem wirken viele Kooperationspartner daran mit, die Frauen in dieser schwierigen Lebensphase so gut wie möglich zu begleiten. „Das Angebot reicht von Krankengymnastik bis hin zur Selbsthilfegruppe „Starke Frauen e. V.“, die einen wichtigen Austausch ermöglicht“, betont Dr. Gilhaus.

Dabei gehe es auch darum, die Angebote auf das Lebensalter der Patientinnen abzustimmen. „Jüngere Frauen haben ganz andere Sorgen. Ihnen geht es beispielsweise oft darum, wie sich die Krankheit mit einem Kinderwunsch vereinbaren lässt.“ Die Experten beraten individuell – und sie legen größten Wert auf Transparenz. „Wir geben jeder Patientin einen Ordner mit, in der alle Befunde in Kopie abgeheftet werden. Das liefert nicht nur den behandelnden Ärzten wichtige Informationen, sondern auch der Patientin selbst.“

Moderne Ausstattung

Damit Frauen sich von Anfang an gut aufgehoben fühlen, setzt die Klinik auf eine moderne Ausstattung und schöne Atmosphäre. In einem ehemaligen Behandlungszimmer findet sich nun ein gemütlich eingerichteter Warteraum – ein Vorgeschmack auf das, was kommt. Denn bis Ende 2017 soll die gesamte gynäkologische Station der Klinik nach modernsten Standards umgebaut sein. Alle Bereiche der Abteilung werden dann auf einer Ebene zusammengeführt. „Wir setzen auf kurze Wege – das schweißt zusammen“, betont Dr. Gilhaus.

Bereits jetzt haben viele Patientinnen die Chance, die Zeit nach der Operation auf der Komfortstation in der siebten Etage zu verbringen. „Die Station ist ein kleiner Rückzugsort. Sie ist besonders freundlich eingerichtet und bietet die Möglichkeit, mit Angehörigen gemütlich in einer Lounge zu sitzen und in geschütztem Rahmen miteinander zu sprechen.“

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