Rassismus und Beleidigungen zwischen Werne und Mark: Das sagt der Schiedsrichter dazu

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Das Spiel zwischen Eintracht Werne und dem VfL Mark schlug hohe Wellen in den vergangenen Tagen. Wir haben mit dem Schiedsrichter des Spiels, Fabian Rohrpasser (19), gesprochen.

Werne

, 20.08.2019, 15:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit 1:2 verlor Eintracht Werne das Meisterschaftsspiel gegen den VfL Mark am vergangenen Sonntag. Eine bittere Niederlage für die Eintracht, die Aufstiegsambitionen hat. Im Anschluss gab es von Seiten des Werner Trainers und der Spieler Rassismus-Vorwürfe gegen die Zuschauer des VfL Mark. „Meine Spieler kamen zu mir und sagten, dass die Zuschauer sich rassistisch geäußert hätten“, erklärte Mario Martinovic am Sonntag.

Spieler der Eintracht bestätigten dies gegenüber dieser Redaktion und berichteten von einem Problem, das es seit Jahren beim VfL Mark geben würde. Der Vorsitzende des VfL Mark, Jörg Wedekind, widerspricht dem vehement: „Ich weiß nicht, was da großartig passiert sein soll“. Wedekind positioniert sich zudem klar gegen Rassismus: „Rassismus ist für mich eine Sache, die geht gar nicht. In keinster Weise. Es geht nicht von Deutschen gegen Ausländer und auch nicht von Ausländern gegen Deutsche.“

„Von Werner Seite ein anstrengendes Spiel“

Am Dienstag sprach diese Redaktion mit Fabian Rohrpasser, Schiedsrichter der Partie am vergangenen Sonntag in Hamm. „Von VfL Marks Seite aus war es relativ ruhig. Die sind zwar sehr hart in die Zweikämpfe gegangen, aber sonst gab es keine Vorkommnisse“, beschreibt der 19-jährige Rohrpasser die sportliche Komponente der Partie. Anders sah das bei der Eintracht aus: „Die haben die ganze Zeit diskutiert. Von Werner Seite war es ein ganz anstrengendes Spiel. Erst in der zweiten Halbzeit lief es besser, das habe ich dann auch dem Kapitän gesagt.“ Die Werner Spieler sahen insgesamt sieben Gelbe Karten. Sechs davon wegen Meckerns.

Auch Beleidigungen gegen den Schiedsrichter standen im Raum der Anschuldigungen zwischen den Mannschaften. „Schiri, du Hurensohn“ oder auch „Ich haue dir gleich etwas in die Fresse“ berichteten Vereinsverantwortliche. Davon hat Rohrpasser aber nichts mitbekommen. „Das Einzige, was mir gegenüber offen gesagt wurde von Werner Seite war: Ich werde gucken, dass du uns nicht mehr pfeifen wirst.“

Keine Bestätigung der Rassismus-Vorwürfe

Auch der Innenraumverweis, also die Gelb-Rote-Karte für Eintracht-Trainer Mario Martinovic, kam wegen wiederholten Meckerns zustande, erklärte Rohrpasser. Fehlen noch zwei Streitigkeiten der beiden Vereine: das Tor in letzter Minute und die Rassismus-Vorwürfe. In der 90. Minute traf Marks Leon Schmitz zum 2:1-Siegtreffer für den VfL. Für die Eintracht-Spieler wohl aus abseitsverdächtiger Position. „Für mich war es kein Abseits“, sagte Rohrpasser, der aber auch auf sich alleine gestellt war und keine Linienrichter an den Seitenlinien hatte.

Die Rassismus-Vorwürfe konnte Rohrpasser nicht bestätigen. Zwar kam es laut ihm immer mal wieder zu Wortgefechten neben dem Platz, Rohpasser war aber auf das Spielgeschehen fokussiert und konnte deshalb nicht genau einordnen, wer da etwas gegen wen gesagt hat. Deshalb hat er dazu auch keine Einträge in den Spielbericht vorgenommen.

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