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Reise-Apotheke passend zur Art des Urlaubs zusammenstellen

Kinder, Städte, Strand

Der Urlaub steht kurz bevor, die Planungen sind abgeschlossen. Und wie steht es mit der Reiseapotheke? Denn die gehört in jedes Reisegepäck. Je nach Art des Urlaubs sollte sie unterschiedlich ausgestattet sein. Apothekerin Christina Dargel, Inhaberin der Wupper-Apotheke in Radevormwald, erklärt, worauf man achten muss.

06.06.2016 / Lesedauer: 3 min
Reise-Apotheke passend zur Art des Urlaubs zusammenstellen

Gut versorgt: Urlauber sollten je nach Ziel den Inhalt ihrer Reiseapotheke anpassen.

Grundausstattung: „In jede Reiseapotheke gehören zunächst die Medikamente, die man regelmäßig einnehmen muss. Und zwar in ausreichender Menge“, sagt die Apothekerin. „Gegebenenfalls sollte man sich beim Arzt noch Nachschub verschreiben lassen.“ Lebenswichtige Medikamente sollten immer doppelt mitgenommen werden – im Koffer und im Handgepäck. „Falls der Koffer doch mal später eintrifft, hat man seine Arznei trotzdem parat.“ Ins Gepäck gehören außerdem leichte Schmerz- und Fiebermedikamente, Pflaster, ein Desinfektionsmittel sowie Medikamente gegen Durchfall und Magenbeschwerden. „Wählen Sie immer Mittel, die Sie kennen, und von denen Sie wissen, dass Sie sie gut vertragen“, rät die Apothekerin.

› Städtereise: Bei einer Städtereise innerhalb Europas reicht im Normalfall die Grundausstattung. „Zusätzlich sollten Urlauber noch Blasenpflaster einpacken, da man bei solchen Reisen oft den ganzen Tag auf den Beinen ist“, sagt Christina Dargel. „Bekommt man während einer Städtetour eine Erkältung, gibt es die gängigen Medikamente in jeder Apotheke.“

› Urlaub mit Kindern: Wer mit Kindern unterwegs ist, sollte seine Grundausstattung deutlich aufstocken. „Ein Hustensaft, Fieberthermometer sowie fiebersenkender Saft oder Zäpfchen sind Pflicht“, sagt die Apothekerin. Zur Kür gehören ein Medikament gegen Ohrenschmerzen, etwas gegen Verbrennungen und eine Pinzette (zum Beispiel für kleinere Splitter).

› Strandurlaub: „In erster Linie gehört natürlich Sonnenschutz in die Reiseapotheke“, erklärt Dargel. „Der Lichtschutzfaktor richtet sich nach Hauttyp und Reiseziel; wer sehr empfindlich ist, sollte zusätzlich ein After-Sun-Produkt einpacken.“ Falls es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen zum Sonnenbrand kommt, hilft ein kühlendes Gel oder Spray.

› Aktiv- oder Wanderurlaub: Nicht jeder liegt gern am Strand. Wandern, Bergsteigen, Inlinern, Mountainbiken – die sportliche Herausforderung lockt in den Ferien. „Aktivurlauber benötigen, ähnlich wie Familien mit Kindern, eine größere Reiseapotheke“, sagt Dargel. „Bei Prellungen hilft ein Heparin-Gel, bei Stauchungen und Zerrungen ein Schmerzgel.“ Eine Wundsalbe versorgt kleinere Verletzungen. Für größere Verletzungen sollten Aktivurlauber Verbandsmaterial einpacken. „Dazu gehören Kompressen, Mullbinden, Dreieckstuch, Klebeband und eine saubere Schere.“ Wanderer sollten je nach Reiseziel ein Spray zur Abwehr von Insekten sowie eine Salbe gegen Insektenstiche einpacken. „Geht die Reise nach Süddeutschland, Tschechien, ins Baltikum oder südliche Skandinavien, sollten zusätzlich Zeckenspray sowie eine Zeckenzange oder -karte eingepackt werden. Denn in diesen Gebieten sind die Tiere besonders verbreitet.“

› Fernreise/Tropenurlaub: Je abgelegener das Reiseziel, umso gründlicher muss gepackt werden. „Ein wirksamer Insektenschutz gegen Mücken ist wichtig. Vor allem in tropischen Ländern“, sagt die Apothekerin. Wer in Malaria-Gebiete reist, sollte sich vorher mit dem Hausarzt abstimmen – denn Malaria-Medikamente sind verschreibungspflichtig. „Eventuell sollten auch Moskitonetz und Fieberthermometer ins Gepäck. Zur Desinfektion von Toiletten oder den Händen bei fehlender Waschgelegenheit empfiehlt sich Sterillium.“ Wer sich fernab der Zivilisation bewegt, sollte an Tabletten zur Trinkwasseraufbereitung denken.

› Flug- oder Schiffsreisen: Schon die Anreise kann den Griff in die Reiseapotheke nötig machen: „Wem unterwegs schnell schlecht wird, der muss Mittel gegen Reiseübelkeit einpacken. Bei plötzlicher Übelkeit helfen wirksame Kaugummipräparate“, erklärt Dargel. Wer empfindliche Ohren hat, kann sich mit Ohrstöpseln gegen den Lärm schützen. „Im Flieger ist zudem die Luft oft trocken. Ein Nasenspray mit Meerwasser hilft, die Schleimhäute feucht zu halten. Bei Langstreckenflügen können auch Kompressionsstrümpfe sinnvoll sein.“

Wichtige Informationen für chronisch Erkrankte

In einigen Ländern gelten für manche Medikamente Einfuhrbestimmungen. Wer aus medizinischen Gründen auf die Mitnahme einer großen Menge Medikamente angewiesen ist, muss eine aktuelle Bescheinigung des Hausarztes dabeihaben, die die Notwendigkeit der Mitnahme bestätigt. Diese Bescheinigung kann helfen, bei einer etwaigen Zollkontrolle Missverständnisse zu vermeiden. Ausgesprochen streng sind in diesem Punkt Länder wie Singapur, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate.

Bei Reisen ins fremdsprachige Ausland sollte die Bescheinigung prinzipiell in englischer Sprache verfasst sein (vorgefertigte Formulare für Ärzte und Apotheker gibt es auf der Internetseite des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte). Wer dennoch Zweifel hat, was seinen eigenen konkreten Fall angeht, muss sich an die Botschaft seines Ziellandes in Deutschland wenden. Nur deren Mitarbeiter erteilen Reisenden eine rechtsverbindliche Auskunft.

Einen Sonderfall stellt die Einfuhr von Betäubungsmitteln (BtM) dar. Denn nicht in allen Ländern sind dieselben Mittel verschreibungsfähig wie in Deutschland. Im Schengenraum reicht auch dafür die Bescheinigung des Hausarztes, die allerdings von der jeweiligen Landesgesundheitsbehörde beglaubigt sein muss. In Nicht- Schengen-Staaten ist es komplizierter. Gemäß der Vorgaben des Internationalen Suchtstoffkontrollamtes benötigen BtM-Patienten eine mehrsprachige Bescheinigung, die Angaben zum Wirkstoff des Betäubungsmittels, zu Dosierung und Reisedauer enthält. Auch dieses Formular muss beglaubigt werden.

Die beglaubigten ärztlichen Bescheinigungen sind maximal 30 Tage gültig. BtM-Patienten dürfen also nur die Arzneimenge mitnehmen, die einer Einnahmedauer von 30 Tagen entspricht. Wer sich länger im Ausland aufhalten will, muss sich seine benötigten Medikamente von einem im Zielland ansässigen Arzt verschreiben lassen.

Auf der Internetseite des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte gibt es weitere Informationen:

 

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