Respekt vor Herbern / Parallelen vor Duell

Fußball: Landesliga 4

Herberns 1:0-Sieg gegen den SC Münster in der Vorwoche hat dem Team von Holger Möllers Respekt verschafft. Und zwei Teams, die neu in der Fußball-Landesliga sind und beide bereits ordentlich Lehrgeld zahlen durften, treffen am Sonntag aufeinander. Der Werner SC muss zur SG nach Borken.

HERBERN/WERNE

, 15.09.2017 / Lesedauer: 4 min
Respekt vor Herbern / Parallelen vor Duell

Einziger Ausfall bei Herbern ist Dennis Hölscher, der noch im Urlaub weilt.

Fußball, Landesliga 4 Eintracht Ahaus - SV Herbern Sonntag, 15 Uhr, Stadtparkstadion 1, Graeser Straße 1, 48683 Ahaus

„Wir sind gewarnt, gegen diesen Gegner gewinnst du nicht im Vorbeigehen“, sagt Ahaus‘ Trainer Jens Niehues. Aber auch sein Team konnte in der Vorwoche etwas fürs eigene Ego tun, setzte sich in einer kampfbetonten Partie 3:0 in Burgsteinfurt durch. Gegen Herbern sind nach Niehues‘ Meinung aber andere Qualitäten gefragt: „Gegen Herbern wird viel über Tempo und Geschwindigkeit gehen – gerade auf den Außenbahnen.“

Auf Herberner Seite weiß Trainer Holger Möllers, wo seine Spieler ansetzen müssen. „Die haben gefühlt die beste Mittelfeldzentrale der Liga. Da müssen wir früh stören, Ahaus nicht ins Spiel kommen lassen“, sagt Möllers.

So richtig ins Spiel gekommen ist die Eintracht in den bisherigen fünf Spielen allgemein selten, vor allem im eigenen Stadtpark-Stadion. Da konnte Ahaus erst einen Punkt beim 2:2 gegen Altenberge holen. Das 3:0 in Burgsteinfurt war nach dem 1:0 bei der SG Borken der zweite Saisonsieg. Hinzu kommt ein 1:1-Unentschieden in Lengerich. Die größte Überraschung gelang bislang dem Werner SC bei seinem 3:0-Sieg in Ahaus. „Vielleicht müssen wir uns genauso anstellen wie der WSC. Aber ich glaube, dass Ahaus mittlerweile auch einen Tacken weiter ist“, befürchtet Möllers.

Sein Gegenüber hofft jedenfalls, dass mit dem Sieg in Burgsteinfurt der Knoten geplatzt ist. „Es ist jetzt allein an uns, in der Spur zu bleiben. Der Auftritt war gut, wir wissen aber auch, dass wir uns fußballerisch weiter verbessern müssen“, sagt Niehues.

Bei einem Herberner Sieg würden Möllers Spieler an den Topteams der Liga dranbleiben. „Ich schaue aber nicht nach oben. Ich schaue auf die Ergebnisse der Teams unter uns“, sagt Möllers. Wichtig sei allein, dass das Team am Sonntag das eigene Potenzial abrufe. „Dann können wir uns auch für eine lange Auswärtsfahrt mit Punkten belohnen“, sagt Möllers.

Beide Trainer haben nahezu ihre kompletten Kader zur Verfügung. Hendrik Vennemann wird mit Adduktorenproblemen bei Ahaus ausfallen. Bei Herbern ist Dennis Hölscher noch im Urlaub.

SG Borken - Werner SC Sonntag, 15 Uhr, Netgo-Arena, Feldmark 5, 46325 Borken

Anhand der Punktausbeute – Werne steht bei drei, Borken bei vier Zählern – wird schon deutlich, dass die Aufsteiger es schwer in der Landesliga haben. Wernes Trainer Lars Müller musste in vier von fünf Spielen, Ausnahme der 3:0-Erfolg in Ahaus, immer wieder haarsträubende individuelle Fehler seiner Spieler mitansehen. Die Gegner waren nie gnädig mit Werne, bestraften das rigoros.

Das kennt Borkens Trainer Ralf Bugla nur zu gut. „Wir müssen unsere Fehlerquote dringend minimieren. Vergangene Saison haben wir die Fehler ausgenutzt, jetzt werden wir gnadenlos bestraft“, sagt Bugla. Sein Team müsse lernen. „Sonst werden wir abgehängt. Dann wäre der Klassenerhalt ein immenser Kraftakt“, weiß Bugla.

Lars Müller geht es am Tabellenende ähnlich. Noch würde die Welt mit einem Sieg in Ordnung sein. Ihm ist klar: „Das ist ein direkter Konkurrent. Irgendwann müssen wir mal punkten. Auch wenn es ein Auswärtsspiel bei einer kampfstarken Mannschaft ist.“

Seine Spieler hätten unter der Woche gut trainiert – auch Kapitän Chris Thannheiser. „Wir haben ihn am Donnerstag etwas früher aus dem Training genommen. Aber er hat schmerzfrei trainiert“, sagte Müller gestern Mittag und ging davon aus, dass Thannheiser das Abschlusstraining am Freitagabend absolvieren könne.

Der Kapitän sollte am Sonntag eine Option sein. Mondrian Runde plagen Knieprobleme, zudem hat er einen Schlag auf die Hüfte gegen Nottuln bekommen. Sein Einsatz ist fraglich. Dominik Giffey fällt mit Zehproblemen aus. Dafür wird wohl Henry Poggenpohl in die Abwehrkette rücken. Giffeys Platz in der Innenverteidigung können Joel Simon oder Dennis Seifert einnehmen.

Jussef Saado ist privat verhindert, Jannik Prinz nach seiner Roten Karte gegen Nottuln zwei Wochen gesperrt. Im Tor bekommt Sebastian Treppe den Vorzug vor Manuel Linke. Bei Borken hat sich Stammkeeper Tobias Ladermann unter der Woche im Training die Hand gebrochen. Davon ab hat Bugla keine Ausfälle.

„Klar, die Situation ist angespannt, aber wir dürfen den Spaß und die Lockerheit nicht verlieren. Wir brauchen ein Erfolgserlebnis, das kann viel bewirken“, sagt Müller. Ralf Bugla sieht es exakt genau so, will ein „Erfolgserlebnis“. Bei einem Sieg bekommt das nur ein Team. Ein Remis hilft keinem. Zwei glückliche Aufsteiger wird es am Sonntag nicht geben.

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