Trotz 30 Minuten in Unterzahl: Werner SC entscheidet Derby gegen den SV Herbern für sich

Landesliga-Derby

Mit 3:1 besiegt der Werner SC den SV Herbern am fünften Spieltag und setzt seinen Lauf damit fort. Ein Platzverweis gegen den WSC eine halbe Stunde vor Spielende konnte daran nichts ändern.

Werne

, 07.09.2019, 19:43 Uhr / Lesedauer: 3 min
Trotz 30 Minuten in Unterzahl: Werner SC entscheidet Derby gegen den SV Herbern für sich

Der Werner SC hat das Derby gegen den SV Herbern gewonnen. © Jura Weitzel

Der Werner SC setzt seinen Lauf fort und feiert eine Premiere: Zum ersten Mal seit dem Aufstieg in die Landesliga konnten die Werner den SV Herbern schlagen.

Vor dem Spiel: Beim Werner SC fehlen Yannick Lachowicz und Chris Thannheiser verletzt. Der SV Herbern muss auf Torwart Jens Haarseim und Joe Breloh verzichten, die beide im Urlaub sind. Ebenfalls nicht mit dabei sind Sebastian Schütte und Luis Krampe, die mit Verletzungen zu kämpfen haben.

So lief das Spiel: WSC-Coach Lars Müller hatte sich vor dem Derby ein „Spiel auf Augenhöhe“ gewünscht. Herberns Coach erwartete einen offensiveren Werner SC und den bekam der SV Herbern auch gleich zu spüren. In den ersten Spielminuten entfachte der WSC einen enormen Druck auf die Herberner Mannschaft, zwängte den SVH in der eigenen Hälfte ein.

Belohnt wurde das mit dem Führungstreffer durch Jannik Prinz. Während Herberns Dominick Lünemann mit Schmerzen am Boden lag, spielte der WSC weiter. Prinz bekommt auf der linken Seite den Ball zugespielt und schließt von der linken Strafraumkante ab: Rechter Innenpfosten, Tor. Die Führung für die Werner nach sechs Minuten. Herbern brauchte mehrere Minuten, um in das Derby hereinzukommen. Wernes Spieler wirkten frischer, wacher und vor allem agiler. Mit der Zeit übernahm Herbern immer mehr das Kommando über den Ball, ohne sich aber Chancen herauszuspielen. Das Spiel gewann so an Intensität, an Hitzigkeit, aber nicht an Spielfluss. Viele kleine Fouls im Mittelfeld sorgten für ein schleppendes Spiel. Als es fast schon danach aussah, als würde es mit der 1:0-Führung in die Pause gehen, traf erneut Prinz (43.). Nach einer Ecke von der linken Seite konnte er freistehend verwandeln.

Trotz 30 Minuten in Unterzahl: Werner SC entscheidet Derby gegen den SV Herbern für sich

Jubel auch auf der Bank des Werner SC: Chris Thannheiser freut sich. © Timo Janisch

Im zweiten Abschnitt ein ähnliches Bild: Herbern am Ball, aber ohne viele Ideen. Der WSC stand gut, wusste die Herberner Angriffsversuche in Keim zu ersticken und offensiv Nadelstiche zu setzen, wie beim Treffer zum 3:0 durch Daniel Durkalic (56.). Jussef Saado setzt sich stark auf der linken Seite durch, dringt in den Herberner Strafraum ein. Ein Übersteiger, am ersten Gegenspieler vorbei. Eine Körpertäuschung, dann auch am zweiten Gegenspieler. Der Blick geht hoch in die Mitte, der Ball wird von Saado gefühlvoll angechippt und landet genau bei Durkalic, der komplett freistehend einköpft.

Skurrile Aktionen in der letzten halben Stunde

Im Anschluss wird es skurril und dadurch noch mal spannend. Im Mittelfeld begeht Henry Poggenpohl ein Foulspiel, ganz kurz wird die Situation unübersichtlich. Am Ende kriegt der schon verwarnte Jannik Prinz die Gelb-Rote Karte (59.) und muss vorzeitig den Platz verlassen. Er soll vorher bereits am Trikot eines Herberner Spielers gezogen haben.

Die Chance für den SV Herbern? Es wirkt in den ersten Minuten nicht so. Werne steht gut, Herbern präsentiert sich ideenlos. Dann folgt aus dem Nichts das verrückteste Tor des Tages - für den SV Herbern. WSC-Keeper Jorma Hoppe hat den Ball in der Hand, will diesen abschlagen. Vor ihm baut sich der eingewechselte Jan Hoenhorst auf, steht ihm nicht im Weg, macht aber die Andeutung, dass er den Abschlag von Hoppe blocken will. Nach ein paar Sekunden hat der Schiedsrichter genug und pfeift das Geschehen ab. Indirekter Freistoß für den SV Herbern - da Hoppe den Ball zu lange in der Hand hielt. Hoenhorst schaltet am schnellsten, reißt Hoppe den Ball aus der Hand. Legt diesen auf den Boden, kurzer Blick nach links und nach rechts, ein schneller Pass auf den vorgeeilten Whitson, der zum Anschluss trifft (69.).

Herbern hat so noch zwanzig Minuten, um noch zum Ausgleich zu kommen. Doch es ist zu wenig, was das Team von Holger Möllers im Spiel nach vorne betreibt. Es sind beinah nur Standardsituationen, die für Gefahr sorgen. Nika Amoev (83.) trifft noch mal den Pfosten, Phillipp Dubicki (90.) schießt links am Tor vorbei. Der WSC gewinnt verdient mit 3:1.

Spieler des Spiels: Jannik Prinz vom Werner SC. Zwei Tore selbst erzielt und so den Sieg der Werner eingeleitet. Ein starker Aktivposten auf der linken Seite, der offensiv immer für Gefahr sorgte und defensiv stets da war, wenn der WSC ihn benötigte.

Das sagen die Trainer:

Lars Müller: „Ich fand, dass wir richtig gut reinkommen ins Spiel, haben dann das 1:0 gemacht. Vielleicht ein bisschen glücklich. Ich weiß nicht, ob der da hinten reinsollte. Ansonsten war es ein Spiel mit wenig Torchancen, vielen langen Bällen, wenig Spielzügen. Ich glaube schon, dass wir aggressiv und präsent waren. Deswegen glaube ich auch, dass wir am Ende verdient gewonnen haben.“

Holger Möllers: „Glückwunsch der Mannschaft, dem Trainer und dem Werner SC. Wir haben heute einen verdienten Sieger gesehen mit dem Werner SC, weil sie wesentlich mehr präsenter in der Zweikampfführung waren, das war schon sehr gut. Davon haben wir uns gerade in der ersten Halbzeit abkochen lassen, sind dann auch verdient in Rückstand geraten. Wenn man 3:0 zurückliegt, dann hat man am Ende des Tages auch verdient verloren.“

Die Aufstellungen:

Werner SC: Hoppe - Martinovic, Link, Stöver, Saado (71. Vertgewall), Durkalic (84. Husarek), Runde, Poggenpohl (78. Niewalda), Holtmann, Prinz, Foroghi (46. Katrici)

SV Herbern:
Freitag - Dubicki, Richter, Whitson, Just, Sobbe, Amoev, Scholtysik (61. Hoenhorst), Lünemann (81. Plechaty), Airton (46. Sabe), Idczak (85. Drews)

Tore: 1:0 Prinz (6.), 2:0 Prinz (43.), 3:0 Durkalic (56.), 3:1 Whitson (69.)

Bes. Vorkomn.: Jannik Prinz sieht die Gelb-Rote Karte (59.)

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