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Viele Faktoren können den Schlaf stören

Gute Nacht

Erholsamer Schlaf ist nicht selbstverständlich. Es gibt viele Faktoren, die den Schlaf stören können.

05.09.2016 / Lesedauer: 3 min
Viele Faktoren können den Schlaf stören

Guter Schlaf ist wichtig für die körperliche und seelische Erholung.

Wenn der Mensch schläft, durchläuft er verschiedene Phasen. Drei leichtere Schlafphasen, die Tiefschlafphase und die sogenannte REM-Phase, das ist die Traumphase. Der Mensch durchläuft diese Phasen treppenförmig. Um einen erholsamen Schlaf zu haben, braucht der Mensch eine bis 1,5 Stunden Tiefschlaf.

REM-Schlaf

Aber auch der REM-Schlaf ist wichtig, denn an ihn ist der Lernprozess des Menschen gekoppelt. REM steht für Rapid Eye Movement, also „schnelle Augenbewegung“. Erholsamer Schlaf bedeutet auch, dass der Schlaf nach den Kriterien des Schlafaufbaus ungestört ist. Es ist ein Irrglaube, dass man nur Tiefschlaf braucht. Der Tiefschlaf ist wichtig für die körperliche Erholung, der Traumschlaf für die seelische.

Wie viel Schlaf der Mensch benötigt, ist unterschiedlich. Jeder Mensch hat eine persönliche Schlafarchitektur. Es gibt jene, die nach 22 Uhr zu nichts mehr zu gebrauchen sind, und andere, die nach Mitternacht noch fit sind. Wer aber gegen seinen Rhythmus schläft, verpasst seine individuellen Tiefschlafphasen und ist entsprechend weniger ausgeruht. Im Durchschnitt benötigt der Mensch sieben Stunden und 14 Minuten Schlaf. Deutlich mehr als beispielsweise die Giraffe, die mit 30 Minuten auskommt. Aber weniger als der Igel, der 18 Stunden des Tages verschläft.

Reizüberflutung

Doch was stört unseren Schlaf? Die häufigste Schlafstörung ist die Insomnie, zu der Einschlaf- oder Durchschlafstörungen zählen. Diese beruhen meist auf zu viel Stress, spätem Fernsehen, innerer Unruhe oder hoher Reizüberflutung. Sie lassen sich medikamentös, etwa mit Baldrianextrakten, behandeln. Pflanzliche Mittel sind dabei etwas schwächer in der Wirkung. Medikamente bekämpfen aber nicht die Ursache.

Um Stress und Unruhe zu bekämpfen, können Betroffene Sport treiben oder Entspannungsübungen machen. Auch sollte zu später Stunde kein Alkohol mehr getrunken werden. Der wirkt zwar ermüdend, aber nicht schlafverbessernd. Auch die richtige Schlafhygiene ist wichtig. Darunter versteht man, auf eine angenehme Schlafumgebung zu achten. Kein helles Licht im Schlafraum, eine Temperatur von etwa 16 bis 18 Grad, keine schweren Mahlzeiten zwei Stunden vor dem Zubettgehen. Das Schlafzimmer sollte akustisch ruhig sein, also nicht zur Straßenseite hin liegen. Und im Winter sollte man wegen der Kälte nicht bei geöffnetem Fenster schlafen. Ebenfalls wichtig ist es, einen festen Schlafrhythmus einzuhalten. Also jeden Tag etwa um die gleiche Zeit ins Bett zu gehen.

Das Bett ist kein Büro

Was vom berühmten Glas warmer Milch vor dem Einschlafen zu halten ist, sehen Schlafmediziner unterschiedlich. Es spricht nichts dagegen, vor dem Schlafen gehen ein Glas Milch zu trinken. Eine wissenschaftliche Wirkung ist aber nicht nachgewiesen. Die Milch mit Honig, die Lieblingsmusik oder das abendliche Lesen haben eher Ritualcharakter. Sie signalisieren dem Körper, dass Schlafenszeit ist, und helfen, zur Ruhe zu kommen. Es gilt: Das Bett ein Bett und kein Büro. Der Laptop gehört dort nicht hin.

Neben den üblichen Schlafstörungen gibt es auch schlafbezogene Atemregulationsstörungen, also Atemaussetzer. Fachlich nennt sich das Obstruktives Schlafapnoe-Syndrom, eine ernstzunehmende Krankheit. Ursächlich kann ein Kollaps der Halsmuskulatur sein, aber auch Kieferfehlstellungen oder Fettleibigkeit. Wer mehr als zehn Atemstillstände pro Schlafstunde hat, gilt als Apnoiker.

Schlafmessung

Betroffen sind ein bis fünf Prozent der Bevölkerung, Männer häufiger als Frauen. Typische Symptome sind Leistungsabfall, Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen, depressive Verstimmungen und Potenzstörungen. Zur Diagnose gehört neben der Anamnese und klinischer Untersuchung eine Schlafmessung (Polygraphie, eventuell Polysomnographie). Ist die Apnoe diagnostiziert, kann sie mit einer sogenannten CPAP-Maske, die im Schlaf getragen wird, behandelt werden. Die Maske erzeugt in den Atemwegen einen leichten Überdruck. Dieser verhindert das Zusammenfallen der Atem-Muskulatur und verhindert somit Apnoen.

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