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Weniger diskutieren, einfach machen

Wirtschaftsgespräch der Dortmunder Volksbank

Estland gilt als eines der Vorreiter in Sachen IT und Digitalisierung. Funkloch ist hier ein Fremdwort. Botschafter Christoph Eichhorn gibt Einblicke in das digitale Wunderland.

02.04.2019, 14:25 Uhr / Lesedauer: 2 min
Beim 17. Wirtschaftsgespräch der Dortmunder Volksbank in Kooperation mit den Ruhr Nachrichten sprach Christoph Eichhorn, Deutscher Botschafter in Estland, zum Thema: „Das digitale Wunderland Estland – Chancen für die deutsche Wirtschaft und Verwaltung“.

Beim 17. Wirtschaftsgespräch der Dortmunder Volksbank in Kooperation mit den Ruhr Nachrichten sprach Christoph Eichhorn, Deutscher Botschafter in Estland, zum Thema: „Das digitale Wunderland Estland – Chancen für die deutsche Wirtschaft und Verwaltung“. © Jan Heinze

„Vor Ihnen steht ein überzeugter BVB-Fan seit 1965“ – mit diesen Worten hatte Christoph Eichhorn, Deutscher Botschafter in Estland, das Publikum im Nu auf seiner Seite.

Seit 17 Jahren lädt die Dortmunder Volksbank in Kooperation mit den Ruhr Nachrichten einmal im Jahr zum Wirtschaftsgespräch. Hochrangige Redner aus Politik und Wirtschaft sorgen für einen traditionell kurzweiligen Abend – so auch wieder am Montag, als der diesjährige Gastredner Christoph Eichhorn in der einmal mehr voll besetzten Kundenhalle an der Betenstraße einen charmanten Einblick in Land und Leute gab.

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Wirtschaftsgespräch 2019 der Dortmunder Volksbank

03.04.2019
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Impressionen vom Wirtschaftsgespräch der Dortmunder Volksbank© Dieter Menne Dortmund
Impressionen vom Wirtschaftsgespräch der Dortmunder Volksbank© Jan Heinze
Impressionen vom Wirtschaftsgespräch der Dortmunder Volksbank© Dieter Menne Dortmund
Impressionen vom Wirtschaftsgespräch der Dortmunder Volksbank© Dieter Menne Dortmund
Impressionen vom Wirtschaftsgespräch der Dortmunder Volksbank© Dieter Menne Dortmund
Impressionen vom Wirtschaftsgespräch der Dortmunder Volksbank© Dieter Menne Dortmund
Impressionen vom Wirtschaftsgespräch der Dortmunder Volksbank© Dieter Menne Dortmund
Impressionen vom Wirtschaftsgespräch der Dortmunder Volksbank© Dieter Menne Dortmund
Impressionen vom Wirtschaftsgespräch der Dortmunder Volksbank© Dieter Menne Dortmund
Impressionen vom Wirtschaftsgespräch der Dortmunder Volksbank© Dieter Menne Dortmund
Impressionen vom Wirtschaftsgespräch der Dortmunder Volksbank© Jan Heinze
Impressionen vom Wirtschaftsgespräch der Dortmunder Volksbank© INFO@JAN-HEINZE.DE
Impressionen vom Wirtschaftsgespräch der Dortmunder Volksbank© Jan Heinze
Volksbank Wirtschaftsgespräch© Jan Heinze
Impressionen vom Wirtschaftsgespräch der Dortmunder Volksbank© Jan Heinze
Impressionen vom Wirtschaftsgespräch der Dortmunder Volksbank© Jan Heinze
Impressionen vom Wirtschaftsgespräch der Dortmunder Volksbank© Jan Heinze
Impressionen vom Wirtschaftsgespräch der Dortmunder Volksbank© Jan Heinze
Impressionen vom Wirtschaftsgespräch der Dortmunder Volksbank© Jan heinze

Von der Steuererklärung in 20 Minuten über das digitale Arztrezept bis hin zum Autokauf vom Sofa aus (inklusive Anmeldung): In einem launigen Vortrag erläuterte Christoph Eichhorn, stilecht mit schwarzgelber Krawatte, vor rund 300 geladenen Gästen mit zahlreichen konkreten Beispielen aus dem Alltag das „digitale Wunderland Estland“, in dem es selbst in den entlegensten Ecken WLAN und damit kein Wort für Funklöcher gibt.

Digitale Unterschrift

E-Government lautet hier das Stichwort, das elektronische Verwaltungssystem kommt ohne Papierkram aus. Elektronische ID und digitale Unterschrift machen es möglich. Fünf Stunden auf der Kfz-Zulassungsstelle warten, um an ein Nummernschild zu kommen? Des Deutschen Lieblingssport Nummer eins, wie Christoph Eichhorn mit einem Augenzwinkern bemerkte – für einen Esten unvorstellbar. Warum Öffnungszeiten recherchieren, lange Wartezeiten auf einen Termin in Kauf nehmen und seinen Tagesablauf nach den Arbeitszeiten der Bürgerdienste strukturieren, wenn man viel schneller mit ein paar Klicks alles online erledigen könnte?

Doch wie kommt es dazu, dass sich ein eher kleines Land wie Estland zum Pionier im Bereich E-Government aufschwingt und zur „digitalen Lokomotive Europas“ wird, wie Volksbank-Vorstandsvorsitzender Martin Eul in seiner Eröffnungsansprache ausführte? Erklärungen lieferte Christoph Eichhorn mit einem Blick auf die jüngere Geschichte des baltischen Staats. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion und der Unabhängigkeit 1991 habe man sich schnell aus der postsowjetischen Schublade befreien wollen. Nach dem Motto „Wir müssen einen Schritt voraus sein, was können wir machen?“ waren pragmatische Ansätze gefragt.

Datenschutz

Wo in Deutschland als erstes die Frage nach dem Gesamtkonzept geklärt werden müsse, habe man in Estland einfach mal etwas ausprobiert, sich etwas getraut und sich so einen enormen Vorsprung erarbeitet. Weniger diskutieren – einfach mal machen. Und auch beim Datenschutz gibt es einen fundamentalen Unterschied zur Debatte in Deutschland: Die Kontrolle über die Daten wird den Bürgern überlassen – die Esten entscheiden selbst, wer was sehen darf. Den Zugriff auf ihre Daten können sie zu jeder Zeit einsehen und kontrollieren. Auf Missbrauch stehen hohe Strafen.

Damit all dies Alltag werden könne, brauche es jedoch das richtige Mindset, betonte Christoph Eichhorn. Seine Empfehlung: „Sie müssen dem Bürger was zutrauen, Sie müssen sich lösen von der Idee Gesamtkonzept, Sie müssen an dem Mindset arbeiten. Sie dürfen sich nicht gefangen nehmen lassen von dem Killargument Datenschutz. Das Beispiel Estland zeigt, dass es geht.“