Wernes Volleyballerinnen sind vorzeitig Meister - durch geschenkte Punkte aus Minden

Volleyball-Verbandsliga

Die Volleyballerinnen des TV Werne sind Verbandsligameister. 1860 Minden konnte für das geplante Spiel am Samstag gegen den TV Werne kein komplettes Team stellen und musste deswegen absagen.

von Juri Kollhoff

Werne

, 06.03.2019, 15:51 Uhr / Lesedauer: 3 min
Wernes Volleyballerinnen sind vorzeitig Meister - durch geschenkte Punkte aus Minden

Kapitänin Annika Böhle und die Werner Volleyballerinnen sind nicht nur Verbandsliga-Meister, sondern ab Sommer wieder zurück in der Oberliga. © Helga Felgenträger

Wernes Kapitänin Annika Böhle verlas das Schreiben der Mindener Vereinsführung am Dienstagabend beim Training, ihre Teamkameradinnen hörten ihr gespannt zu. Die Bestätigung des Staffelleiters, dass das Spiel also 3:0 und 75:0 zu Gunsten des TV Werne gewertet wird, folgte. Damit steht der TV Werne drei Spieltage vor Saisonende als vorzeitiger Meister fest.

„Die Freude über die Meisterschaft ist natürlich groß, aber wir hatten uns auch alle schon auf das Heimspiel gefreut und deswegen ist auch etwas Enttäuschung da, dass wir das am Samstag nicht selbst regeln können“, sagte Annika Böhle. „Es ist schon ein bisschen komisch, jetzt entgeht einem der letzte Ball, den man versenken muss, um Meister zu werden“, erklärte Trainer Jochen Schönsee. Dennoch war die Freude im gesamten Team groß, das Training im Anschluss fiel dieses Mal logischerweise nicht ganz so ernsthaft aus. Der Druck ist weg, das Ziel, die Saison ungeschlagen zu beenden, bleibt aber bestehen.

Und so geht es anstatt am kommenden Samstag erst am 23. März ins letzte Heimspiel der Saison, in dem die Werner Damen dann die Meisterschaftsfeier mit ihren Fans nachholen wollen. „Natürlich ist es schade, dass das Spiel gegen Minden ausfällt. Wir hatten schon so viele Zusagen und schon ordentlich Werbung gemacht. Jetzt hoffen wir, dass alle auch am 23. März gegen Massen vorbeikommen, um mit uns zu feiern“, sagte Kapitänin Böhle. Und die Entscheidung, ob es Unglück bringe, die Meisterschafts-Shirts schon im Vorhinein zu drucken, bleibt den Werner Damen nun auch erspart.

TV Werne hat noch eine Rechnung mit Massen offen

Durch die drei Punkte hat der TVW auf den zweitplatzierten SSV Meschede elf Punkte Vorsprung: eine Differenz, die in drei Spielen nicht mehr aufgeholt werden kann. Werne hat erstmal zwei Wochen Pause bis zum Heimspiel gegen Massen und trifft dann Anfang April im letzten Saisonspiel auf seinen Verfolger Meschede. Mit dem EVC Massen hat der TVW noch eine Rechnung offen. Massen ist das einzige Team, das in dieser Saison zwei Sätze gegen Werne gewinnen und damit dem frischgebackenen Meister einen Punkt abnehmen konnte.

Und das Spiel gegen Meschede ist noch einmal ein wichtiges, weil es darüber entscheidet, ob der SSV oder der TV Hörde als Tabellenzweiter in die Aufstiegsrelegation gehen darf. Auch wenn der Druck nun von den Schultern des Teams abfällt, bleibt die Motivation weiterhin hoch. So wird sich also auch im Training bis zum Saisonende nicht viel ändern. „Wir wollen ungeschlagen aus der Saison gehen und dafür auch entsprechend weiter trainieren“, sagte Schönsee.

Wernes Volleyballerinnen sind vorzeitig Meister - durch geschenkte Punkte aus Minden

TVW-Trainer Jochen Schönsee hat die Volleyball-Damen in seiner ersten Saison gleich wieder zurück in die Oberliga geführt. © Helga Felgenträger

Angesprochen auf den Höhepunkt der Saison sind sich Schönsee und Böhle einig. Das Rückspiel gegen den TV Hörde II am 27. Januar, in dem der TV Werne seinen damals ärgsten Konkurrenten zu Hause 3:0 aus der Halle fegte und vor über 200 Zuschauern seine beste Leistung der Saison abrief. „Ein Spiel zuvor haben wir Meschede geschlagen und als wir durch den Sieg über Hörde die Distanz zur Konkurrenz nochmal vergrößern konnten, kam das erste beruhigende Gefühl, dass wir nun alles in eigener Hand haben“, erklärte Schönsee. „Ich habe trotzdem immer gesagt, dass wir von Spiel zu Spiel schauen und jeden Gegner ernst nehmen müssen. Das hat das Team klasse umgesetzt.“

Volleyballerinnen freuen sich schon jetzt auf die Oberliga

Über die Saison gesehen steche die Entwicklung von Diagonalangreiferin Chiara Grewe besonders hervor. „Chiara hat einen riesigen Sprung gemacht. In Annahme, Abwehr und vor allem im Angriff ist sie zu einer wichtigen Stütze des Teams geworden“, sagte Schönsee. Außerdem sei es auch immer wieder ein großer Vorteil gewesen, in Steffi Buhl und Jenny Böttger zwei gleichwertige Zuspielerinnen im Kader zu haben. Aber vor allem die allgemeine Ausgewogenheit im Kader des TV Werne hat dem Team diese beeindruckende Saison ermöglicht.

„Im Vergleich zur letzten Saison, in der wir abgestiegen sind, sind wir viel konstanter geworden. In engen Spielsituationen haben wir uns nicht beirren lassen und es hat natürlich eine große Rolle gespielt, dass wir als Kader zusammengeblieben sind. Das zeigt auch nochmal das Gemeinschaftsgefühl in diesem Team“, sagte Böhle und erklärte damit, wie es möglich war, alle bisherigen Spiele zu gewinnen. „Es ist natürlich schön, so viel Spiele 3:0 zu gewinnen, aber wir freuen uns jetzt schon darauf, dass es in der Oberliga wieder etwas spannender wird.“

Anstatt am Samstag selbst aufzuschlagen, werden die Werner Damen nach Oberaden fahren, um ihre Reserve im Aufstiegskampf der Bezirksklasse anzufeuern und dann im Anschluss zur Feier der Meisterschaft Essen zu gehen. Ins letzte Heimspiel am 23. März geht es dann für alle mit doppelter Vorfreude.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt