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Wissenswertes über den Dudelsack

Spannendes Instrument

Wer glaubt, dass der Dudelsack ursprünglich ein rein schottisches Instrument ist, irrt. Er ist vermutlich schon etwa 2000 Jahre vor Christus in Indien, Pakistan und im Iran entstanden.

26.09.2018, 13:19 Uhr / Lesedauer: 1 min
Der Dudelsack ist kult.

Der Dudelsack ist kult.

Der Dudelsack kam bereits im alten Ägypten und der Türkei vor. Durch die Reisen Alexander des Großen kamen die Instrumente in den Westen und während des römischen Imperiums verbreiteten sie sich in ganz Europa. Auch heute noch gehören sie zur deutschen, schottischen, irischen, spanischen, serbischen und albanischen Musikkultur.

Der Aufbau

Das Instrument besteht aus einem Leder- oder Kunststoffsack, in dem vier Instrumente integriert sind. Drei davon, die „Drones“ oder „Bordunen“, erzeugen einen kontinuierlichen Brummton. Es sind zylindrische Pfeifen mit einem Einzelblatt und können in ihrer Funktionsweise wie eine Klarinette betrachtet werden. Die konische Melodiepfeife, in ihrer Griffweise einer Blockflöte nicht unähnlich, enthält ein doppeltes Schilfrohrblatt zur Tonerzeugung. Sie ist deshalb mit der Oboe verwandt.

Die Spieltechnik

Spieltechnisch gibt es nun das Problem, all diese Pfeifen zusammen ertönen zu lassen, obwohl sie einzeln mit dem Mund nicht angeblasen werden können. Dies erreicht man, indem Luft in den Sack gepustet wird, was Druck aufbaut und die Pfeifen erklingen lässt. Der Spieler regelt nun den Druck über Oberarm und mit gleichmäßiger Atemtechnik. Sobald der Druck nicht stabil ist, variiert der Ton in den verschiedenen Pfeifen und es wird für den Zuhörer unangenehm.

Eine andere Konsequenz aus dieser Technik ist, dass man nur „legato“, also durchgehend spielen kann. Akzente durch Variation in der Lautstärke oder Pausen sind unmöglich. Deshalb werden Verzierungen gespielt, wie z.B. „Gracenotes“, die verschiedene Noten voneinander trennen und Betonung und Spannung erzeugen. Mal soeben ein paar Noten zu spielen, wie auf einem Klavier, ist schwierig. Zuerst muss Luft in den Sack, und der richtige Druck muss schon beim ersten Ton aufgebaut sein. Auch das „Aufhören“ will gelernt sein. Der Spieler muss rechtzeitig vor Liedende beginnen, die Luft aus dem Sack zu pressen, sonst gibt es unschöne Nachtöne.