Mit der Eintracht im Höhenflug: Kapitän Timo Brillert. © Sascha Keirat
Fußball-Landesliga

Eintracht-Kapitän Timo Brillert spricht über den Ahauser Höhenflug

Zehn Spieltage sind rum in der Landesliga 4. Und Eintracht Ahaus ist erster Verfolger des Spitzenreiters. Das überrascht auch Kapitän Timo Brillert. Außerdem spricht er über seine persönliche Entwicklung.

Vor fünfeinhalb Jahren wechselte Timo Brillert (26) vom SuS Stadtlohn zu Eintracht Ahaus. Mittlerweile ist er Kapitän beim aktuell so erfolgreichen Landesligisten. Wir haben mit ihm über die Lage gesprochen.

Ganz ehrlich: Haben Sie vor der Saison damit gerechnet, dass die Eintracht nach dem zehnten Spieltag ungeschlagen auf Platz zwei stehen würde?
Nee, wenn ich ehrlich bin, habe weder ich damit gerechnet noch irgendjemand anders in unserer Truppe. Klar hatten wir uns vorgenommen, eine gute Saison zu spielen und gut zu starten. Der Start ist uns ja dann auch gut geglückt. Aber dass sich das bis zum zehnten Spieltag durchzieht, damit konnte wirklich keiner rechnen.

Wie erklären Sie sich als einer der erfahrenen Spieler die bislang starke Leistung?
Ein wichtiger Grund ist der Mega-Teamgeist innerhalb der Mannschaft, wir sind wirklich eine eingeschworene Truppe. Außerdem glaube ich, dass uns in die Karten spielt, dass uns vor der Saison niemand so richtig auf dem Zettel hatte. In der Vergangenheit waren wir von den Einzelspielern vielleicht schon mal besser besetzt, aber dadurch ist dann auch ein gewisser Druck entstanden, und den haben wir jetzt eben nicht.

Sie sprechen es an: Es hat in den vergangenen Jahren viele Veränderungen im Ahauser Kader gegeben. Was zeichnet die aktuelle Mannschaft neben dem Teamgeist noch aus?
Unsere jungen Spieler sind lernwillig, bissig und treiben dadurch die Trainingsqualität nach oben. Dadurch, dass oft 16 Mann beim Training sind, steigt der Konkurrenzkampf. Uns zeichnet aber auch aus, dass jeder dem anderen alles gönnt. Auch wenn es im Training mal kracht – hinterher kann man sich immer in die Augen gucken.

Was sagen Sie denn zum Scouting des Vereins, der ja viele Spieler aus der Kreisliga geholt hat?
Da hat der Verein definitiv viel richtig gemacht und ein gutes Auge für Talente bewiesen. Ein gutes Beispiel dafür ist Till Dresemann, der bisher eine überragende Saison spielt. Aber auch Ahauser wie Jannis Brüning und Julius Wiesbrock, die in der Jugend in Vreden gespielt haben und sich bei uns jetzt entfalten können, kann man da erwähnen.

Wie sehen Sie Ihre persönliche Entwicklung bei der Eintracht?
Ich bin ja mittlerweile schon im sechsten Jahr dabei. Damals bin ich gekommen, weil ich in Stadtlohn so eine Mischrolle hatte: Ich habe zwar bei der Ersten trainiert, aber meistens bei der Zweiten gespielt. Für die Oberliga hat es damals bei mir nicht ganz gereicht, da war die Landesliga in Ahaus genau richtig. Hier habe ich mich dann im Lauf der Zeit in der Mannschaft etabliert, aber natürlich auch einige Rückschläge wegstecken müssen. Aber es ging immer weiter, erst über den Mannschaft und schließlich wurde ich Kapitän. Ich würde schon sagen, dass ich jetzt ein Führungsspieler bin und mir macht diese Rolle auch Spaß. Ich übernehme gern Verantwortung und tausche mich mit Spielern und dem Trainerteam aus. Ich finde es auch cool, dass Frank und Cihan als Trainer uns Spieler in viele Entscheidungen mit einbeziehen.

Und wie sieht die Zukunftsplanung aus? Werden Sie der Eintracht noch lange erhalten bleiben?
Ich bin ganz glücklich hier und kriege auch viel Wertschätzung vom Verein. Mit meinem Beruf und dem dualen Studium ist die Zeit recht knapp und deshalb passt es sehr gut, dass ich hier ein gewohntes Umfeld habe. Die Gespräche stehen zwar noch aus, aber ich würde gern noch ein weiteres Jahr hierbleiben. In Zukunft sehe ich mich aber schon in der Rolle eines Spielertrainer oder spielenden Co-Trainers. Mal schauen, ob sich da irgendwann was ergibt.

Mit der IG Bönen spielt eine vermeintliche Übermannschaft in der Liga. Wer sind für Sie die weiteren Aufstiegsfavoriten – und zählt Eintracht Ahaus auch dazu?
Wir haben zwar noch nie gegen die IG Bönen gespielt, aber alle Parameter – die Zugänge vor der Saison, die klaren Siege – sprechen dafür, dass sie Meister werden. Alles andere wäre eine Überraschung. Ich würde auch Roxel zum Favoritenkreis zählen und Altenrheine hat mir im Spiel gegen uns sehr gut gefallen. Und wir selber? Naja, wenn es so weiterläuft, wir weiterhin den nötigen Ehrgeiz an den Tag legen und vom Verletzungspech verschont bleiben, dann kann es klappen, dass wir auch oben dabei bleiben. Und nach den bisherigen Leistungen haben wir schon den Anspruch, die Saison im oberen Tabellendrittel abzuschließen. Alles andere wäre gelogen.

Am Sonntag geht es gegen den Tabellendrittletzten SV Herbern. Ist das in der aktuellen Konstellation ein Pflichtsieg?
Pflichtsiege gibt es in dieser Liga auf keinen Fall. Wir kennen Herbern schon seit vielen Jahren und es ist für alle komisch, dass sie so weit unten stehen, weil sie wirklich viel Qualität in der Mannschaft haben. Wir haben uns in den vergangenen Jahren auch immer schwer gegen sie getan. Klar ist, dass wir das Spiel zu Hause gewinnen wollen. Aber wie gesagt: Mit einem Pflichtsieg hat das nichts zu tun.

Am Sonntag gegen den SV Herbern

  • Ab 15.15 Uhr empfängt die Eintracht am Sonntag auf Kunstrasen in der Augenklinik Arena den SV Herbern.
  • Trainer Frank Wegener erwartet ein schweres Spiel gegen aggressive Gäste, die mit ihrem zweiten Saisonsieg im Rücken anreisen.
  • Im Ahauser Kader wird im Vergleich zur Vorwoche David Farwick verletzt fehlen, fraglich ist zudem der Einsatz vom zuletzt starken Till Dresemann.
Über den Autor
Sportredaktion Ahaus

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