Die Wahrscheinlichkeit einer Saisonwertung wird immer geringer. Kommt es zu einer Annullierung, dann zählte der Bezirksligist SuS Stadtlohn zu den großen „Verlierern" auf überkreislicher Ebene in Westfalen. Wie in der Vorsaison wäre die Möglichkeit, aus eigener Kraft den Landesligaaufstieg zu erreichen, genommen. © Sascha Keirat
Fußball

FLVW lädt Vereinsvertreter zum Dialog: „Das macht allen keinen Spaß“

Den Austausch mit den Vereinen sucht der FLVW. Echte Fakten können noch nicht geschaffen werden – insbesondere mangels konsequenter politischer Strategie. Erste Entscheidungen nahen aber.

Der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) hat in der aktuell unübersichtlichen Lage stets betont, für ein hohes Maß an Transparenz sorgen zu wollen. Auch deshalb laden die Verantwortlichen derzeit zu FLVW-Dialogen ein, um mit den Vereinsvertretern den Austausch zu suchen. Harte Fakten konnten dabei in der fünften Runde am Mittwochabend nicht geliefert werden.

Präsident Gundolf Walaschewski hatte einen Grund dafür ausgemacht: „Die Beschlüsse der Ministerpräsidentenkonferenz geben uns weder eine klare Ausgangsposition noch werden diese konsequent umgesetzt.“ Und somit „warte man weiter verzweifelt“ auf die nächste Konferenz, von der man sich „mehr erhoffe“, was zu einer Entscheidungsfindung beitrage.

Stimmen Richtung Annullierung werden lauter

Dass die aktuelle Hängepartie unbefriedigend für alle sei, dass erkannte der Präsident an. „Natürlich werden die Stimmen lauter, Fakten zu schaffen und eine Annullierung anzustreben. Doch wir haben nun einmal die Fessel der 50-Prozent-Regel“, so Walaschewski. Heißt: „Wir als Verband haben laut Spielordnung und Satzung die Pflicht, Spielbetrieb anzubieten, die Vereine könnten dieses Recht einfordern“, ergänzte der für den Amateurfußball zuständige Vize-Präsident Manfred Schnieders.

Insgesamt mache es allen aktuell keinen Spaß. Dass nach aktueller Coronaschutzverordnung nun die Inzidenzwerte in den Kreisen und nicht mehr einheitlich der des Landes NRW zu Rate zu ziehen seien, mache die Sache selbstverständlich noch komplexer. Gerade überkreislich. Dazu müsse man sich dem Umstand stellen, dass man im Rahmen der Spielordnung des WDFV immer einen Kompromiss aus drei Landesverbänden bilden müsse.

50-Prozent-Regel vermeidet erneute Abbruch-Lösung

Ein Abbruch wie in der Vorsaison sei aus zweierlei Gründen nicht umsetzbar. Zum einen sei der Verwaltungsaufwand mit entsprechenden Konferenzen und Beschlüssen „nicht jedes Jahr leistbar“, zum anderen müsse die Saison dann auch gewertet werden, was auch zu einer weiteren Verwässerung der Ligen führen würde, da Absteiger dann erneut unwahrscheinlich wären. So wie in der Vorsaison, eine solche „Begünstigtenregelung“ solle es nicht erneut geben, so Schnieders. Und deshalb hatte man die 50-Prozent-Klausel eingebaut, auf Basis derer es nun allein eine Annullierung oder Wertung – dann mit Auf- und Absteigern – geben kann.

Kommt es zur Annullierung, dann wird es definitiv keine Auf- und Absteiger geben, auch das wurde noch einmal betont. „Aufgrund der wenigen ausgetragenen Spiele wäre das einfach auch nicht fair“, so die Meinung Walaschewskis. Den Vereinen, die verständlicherweise auf einen Aufstieg hofften und die zum Teil nun ein zweites Mal negativ betroffen wären, wurde zugesagt, so lange alles Machbare zu versuchen, bis eine Wertung praktisch nicht mehr möglich sei. Von Staffel zu Staffel separat.

Bei der Jugend gilt erhöhte Fürsorgepflicht

Hinsichtlich des Spielbetriebs bei der Jugend zeichnete Thomas Harder (Verbands-Jugend-Ausschuss) „eins-zu-eins“ die Planung der Seniorenverantwortlichen nach: „Bei uns kommt die fürsorgliche Verantwortung hinzu“, erinnerte Harder an die älteren Jahrgänge mit Spielern, die nun vor entscheidenden Wochen zum Beispiel in der Schule stünden. Dass im Fußball allgemein der zu erwartende Mitgliederschwund durch die Coronakrise geringer ausfalle als in anderen Sportarten, das bestätigte FLVW-Geschäftsführer Wilfried Busch: „Ihre Meinung spiegelt im Großen und Ganzen die bisherigen Eindrücke wider.“

Dass man sich Planungssicherheit wünsche und die „höhere Gewalt“ akzeptieren müsse, darin war sich das Gros der angeschlossenen Vereinsvertreter letztlich einig – bei allem Verständnis für sportliche Ambitionen. Den Blick warfen die FLVW-Verantwortlichen Richtung 17. April, dann erwarte man die aktualisierte Coronaschutzverordnung.

Sollte in der festgeschrieben sein, dass mit einer Rückkehr auf den Platz vor Mitte Mai nicht zu rechnen ist, dann könnte dies für stärke Spielklassen schon ein K.o.-Kriterium werden. Einen nächsten Überblick werde man am 19. April wie angekündigt im Rahmen einer weiteren Pressekonferenz geben.

Über den Autor
freier Mitarbeiter